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Multi Asset Fondsuniversum im Corona-Crashtest - Fondsnews


25.03.20 13:00
e-fundresearch.com

Wien (www.fondscheck.de) - Wenig überraschend hat der schnellste Bärenmarkt aller Zeiten auch am Multi Asset Fondsuniversum seine deutlich sichtbaren Spuren hinterlassen, so die Experten von "e-fundresearch.com".

Eine kurze Einordnung der bisher beobachtbaren Ergebnisse.

Je nach Subkategorie könnten Multi Asset Fondsmanagern hinsichtlich ihrer Allokationsquoten in Aktien, Anleihen, Cash oder Alternatives die Hände entweder gebunden sein (im Falle der drei Kategorien Cautious Allocation (konservative Mischfonds - niedrigste strategische Aktienquote), Moderate Allocation (ausgewogene Mischfonds - mittlere strategische Aktienquote), Aggressive Allocation (hohe strategische Aktienquote) oder man genieße zumindest auf dem Papier höchstmögliche Flexibilität.

Ganz egal, welcher Kategorie ein Multi Asset Fonds nun konkret zugeordnet werde, im Durchschnitt hätten sie innerhalb der letzten vier Kalenderwochen (21.02.2020-20.02.2020) keine sonderlich gute Figur gemacht. Keinem einzigen von 804 untersuchten globalen Mischfonds-Produkten mit Fondsvolumen von mehr als 10 Millionen Euro und Fondswährung in EUR sei es laut aktueller "e-fundresearch.com" Analyse gelungen, im erwähnten "Coronavirus-Crash"-Zeitraum einen Verlust zu vermeiden - über alle untersuchten Strategien habe ein Wertrückgang von durchschnittlich -17,53% verzeichnet werden müssen. Diese Erkenntnis sei angesichts des Bärenmarkts in Überschallgeschwindigkeit und der Tatsache, dass viele sichere Häfen (etwa Gold oder Bundesanleihen) in den vergangenen Wochen einen suboptimalen Hedge dargestellt hätten, auch nicht weiter überraschend.

Ebenfalls wenig überraschend sei der Umstand, dass der höchste Durchschnitts-Verlust mit -22,6% für die Aktien-lastigste Multi Asset Kategorie "Aggressive Allocation" und der geringste Durschnitts-Verlust mit -12,3% für die defensivste Kategorie "Cautious Allocation" habe beobachtet werden können.

Deutlich spannender sei jedoch die hohe Performance-Streuung, die allgemein, sowie auch innerhalb der vier Sub-Kategorien habe beobachtet werden können. Über das gesamte Multi Asset Universum hinweg hätten sich die Erträge in einem Bereich von -44,08% bis -1,29% bewegt. Wer nun aber denke, dass die linke Seite der Verteilung - also die verlustreichsten Beobachtungen - von aggressiven Multi Asset Strategien angeführt werde, der irre.

Die 10 schlechtesten Ränge würden mehrheitlich von flexiblen Multi Asset Fonds eingenommen (7 an der Zahl) - zudem werde jene Liste mit gleich vier Fonds aus dieser Kategorie "angeführt". Obwohl jene Kategorie mit -18,8% zwar nur über den zweitschwächsten Durchschnittsertrag verfüge, müsse für flexible Multi Asset Strategien das mit Abstand größte Streuungsmaß festgestellt werden: Erträge hätten sich über einen Bereich von -44,08% bis -3,81% erstreckt. Ein wichtiger Beleg dafür, wie heterogen die Ansätze in diesem Segment seien und dass eine gründliche Fondsselektion in diesem Sub-Universum von besonders essentieller Bedeutung sei.

Ein Chart der Experten zeige, wie sich die Verteilung der jeweiligen Multi Asset Fondserträge im Corona-Stresstest-Zeitraum hinsichtlich Fondsvolumen (gemessen als Perzentil) verteilen würden. Auch wenn die graphische Darstellung einen leicht positiven Zusammenhang zwischen Fondsvolumen und Ertrag vermuten lassen würden, so sei dieser lediglich auf Ausreißer zurückzuführen und in keiner Weise statistisch signifikant. In anderen Worten ausgedrückt: Ob 10 Millionen Euro Multi Asset Strategie oder 20 Milliarden Flaggschiff - vom Corona-Sell-Off seien Fondsgigant und Fondsboutique gleichermaßen überrascht worden. (25.03.2020/fc/n/s)