Offene Immobilienfonds - Vermietungsquoten noch auf Rekordniveau - Fondsnews


04.06.20 15:00
Scope Analysis

Berlin (www.fondscheck.de) - Die Vermietungsquote ist eine der relevantesten Kennzahlen für die Performance und das Rating offener Immobilienfonds, so die Experten von Scope Analysis.

Ende 2019 seien die Vermietungsquoten mit durchschnittlich 96,2% auf Rekordniveau. Covid-19 trübe den Ausblick allerdings deutlich ein.

Die Ratingagentur Scope habe die Vermietungsquoten von 17 offenen Immobilienpublikumsfonds untersucht. Zusammen würden die Fonds ein Vermögen von rund 100 Mrd. Euro verwalten. Das Ergebnis: Die durchschnittliche nach Verkehrswertvolumen gewichtete Vermietungsquote habe sich 2019 gegenüber dem Vorjahr um 60 Basispunkte auf 96,2% erhöht. Damit sei die durchschnittliche Vermietungsquote nun acht Jahre in Folge gestiegen. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 habe sie lediglich 91,8% betragen.

Das Maximum: Aufgrund der natürlichen Mieterfluktuation betrachte Scope bereits Vermietungsquoten ab 98% als Vollvermietung und vergebe im Rahmen des Ratings hierfür die Bestnote. Diese Schwelle überschreite Ende 2019 nur der UniInstitutional German Real Estate (ISIN DE000A1J16Q1/ WKN A1J16Q).

Im Jahr 2019 hätten neun der 17 Fonds ihre Vermietungsquote steigern können. Den stärksten Anstieg innerhalb der Vergleichsgruppe habe auf Jahressicht der hausInvest (ISIN DE0009807016/ WKN 980701) verzeichnet - von 93,4% auf 95,5%. Hauptgrund für den starken Anstieg seien Portfoliobereinigungen gewesen. Nach dem hausInvest hätten der grundbesitz global (ISIN DE0009807057/ WKN 980705) und der UBS (D) Euroinvest Immobilien (ISIN DE0009772616/ WKN 977261) ihre Vermietungsquote am stärksten steigern können - und zwar um jeweils 1,4 Prozentpunkte auf 96,9% bzw. 97,4%.

Den stärksten Rückgang der Vermietungsquote registriere Scope beim Swiss Life REF (DE) European Real Estate Living and Working (ISIN DE000A2ATC31/ WKN A2ATC3) - von 98,9% auf 95,4% - und beim grundbesitz Fokus Deutschland (ISIN DE0009807081/ WKN 980708), dessen Vermietungsquote um 2,3 Prozentpunkte auf 95,8% gesunken sei. Trotz des Rückgangs lägen beide Fonds jedoch immer noch auf einem vergleichsweise hohen Vermietungsniveau.

Die im Jahr 2019 erneut hohen Vermietungsquoten der offenen Immobilienfonds hätten sich vor allem auf die hohe Nachfrage auf den europäischen Büromärkten gestützt. Die Vermietungsquoten würden sich auf einem hohen Niveau befinden - und würden sich bei vielen Fonds kaum noch nennenswert erhöhen lassen. Scope erwarte bereits auf Jahressicht leicht sinkende Vermietungsquoten, mittelfristig jedoch ein weiteres Absinken. Ein wesentlicher Grund dafür sei Covid-19.

Der Einfluss von Covid-19 auf die einzelnen Immobiliensegmente lasse sich zwar derzeit noch nicht bis ins Detail abschätzen. Dennoch würden sich bereits klare Tendenzen zeigen: Die aktuelle Krise werde auch den Büroimmobilienmarkt negativ beeinflussen. Gründe hierfür seien Personalabbau und aller Voraussicht nach auch ein verstärkter Trend zum Home-Office. Scope gehe aktuell jedoch nicht davon aus, dass die Leerstände im Class-A Bürosegment dauerhaft ansteigen würden. Das Risiko steigender Leerstände treffe vor allem auf Immobilien in weniger attraktiven Lagen oder auf Objekte zu, die unter ESG-Aspekten unterdurchschnittlich dastünden.

Darüber hinaus erwarte Scope, dass der strukturelle Wandel im Einzelhandelssektor zu einer sinkenden Flächennachfrage führe. Hinzu kämen vermehrte Mieterinsolvenzen aufgrund der Covid-19-Krise. (04.06.2020/fc/n/s)





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