Premiere: Dachfondspionier startet Liquid-Alternatives-Strategie - Fondsnews


28.11.17 14:00
e-fundresearch.com

Wien (www.fondscheck.de) - Unter dem Namen ARIQON Alternative Strategies (ISIN AT0000A0PS71 / WKN A1JE5N) startete der Dachfondspionier ARIQON Asset Management AG kürzlich den ersten dezidierten Liquid-Alternatives Dachfonds Österreichs, so die Experten von "e-fundresearch.com".

Welches Konzept dahinter stecke, habe "e-fundresearch.com" in einem persönlichen Gespräch mit dem Fondsmanagement-Team erfahren können.

Seit Ende der 1990er würden sich die ARIQON Asset Management AG Vorstände Mag. Michael Hanak und Mag. Stefan Ferstl mit dem Management von Dachfondsstrategien beschäftigen. Das Team zähle somit zu den wohl erfahrensten Dachfondsmanagern Österreichs. Dass das Team trotz oder gerade auch aufgrund der langjährigen Erfahrung etablierte Konzepte laufend hinterfrage, lasse sich anhand der jüngsten strategischen Entscheidung ARIQONs erkennen: Mitte Juni 2017 habe man sich dazu entschlossen mit dem ARIQON Alternative Strategies den ersten dezidierten Liquid-Alternatives Dachfonds Österreichs zu starten.

In einem Redaktions-Interview mit "e-fundresearch.com" habe Fondsmanager Stefan Ferstl über die Hintergründe der neuen Fondsstrategie gesprochen. Der Experte sehe die Strategie als logische Antwort auf das aktuelle Marktumfeld: "Nach acht Jahren Bullenmarkt an den Aktienmärkten und einem noch deutlich längeren Bullenmarkt an den Anleihenmärkten ist es nur logisch, neue und idealerweise unkorrelierte Ertragsquellen erschließen zu wollen", so Ferstl gegenüber "e-fundresearch.com". Mit der neuen Fondsstrategie ARIQON Alternative Strategies möchte das Team Anlegern nun diese Möglichkeit geben.

"Ihre wesentliche Funktion liegt in der Portfolio-Beimischung zu Anleihen und Aktien, um als effizienter Diversifikator das Risiko entsprechend zu reduzieren", erkläre Ferstl.

Die Dachfondsstrategie investiere in eine Vielzahl an liquiden alternativen Investmentstrategien: "Die Bandbreite reicht dabei von Long/Short Equity über marktneutrale Aktieninvestments, Multi-Manager-Strategien bis hin zu Absolute Return-Anleihekonzepten, Managed Futures sowie innovativen, vermögensverwaltenden Fonds", sage Stefan Ferstl. Für den sehr zeitintensiven Fondsresearch- und Selektionsprozess, der mit der neuen Strategie einhergehe, habe sich das ARIQON-Team bereits 2016 personell mit der Finanzexpertin Maria Spanner verstärkt.

Ähnlich dem Management eines Sportteams gehe es laut Ferstl auch bei einem Liquid-Alternatives-Dachfonds nicht darum, die individuell stärksten Spieler beziehungsweise Fonds zu identifizieren, sondern viel eher die besten "Teamplayer" ausfindig zu machen: "Von oberster Bedeutung ist es, welchen Effekt ein neuer Manager auf das bestehende Gesamtportfolio ausübt. Nur durch die gezielte Kombination solcher Strategien erschließt sich Investoren die Möglichkeit, von Wertentwicklungen zu profitieren, die sich weitgehend von den Situationen an herkömmlichen Kapitalmärkten abkoppeln können."

Wie bei allen anderen ARIQON-Dachfondsstrategien, bilde auch beim ARIQON Alternative Strategies ein umfangreiches quantitatives Screening mit Scoringmodell das "Herzstück" des Investmentprozesses. Den Fokus lege das Team hierbei auf eine strikte Beta- und Korrelationsanalyse. Anschließend würden qualitative Analysen erfolgen, die den Investmentprozess des potenziellen Subfondsmanagers hinsichtlich Plausibilität und weiterer Eignung überprüfen würden.

Knapp 500 Subfonds würden sich derzeit auf der erweiterten Watchlist befinden - im Zielportfolio sollten sich aufgrund von Ertragsüberlegungen aber stets maximal 17 bis 22 Manager befinden. Sowohl Watchlist als auch Investmentportfolio würden von ARIQON laufend hinsichtlich Performance-, Korrelations- und Beta-Veränderungen überwacht.

Fondsmanager Stefan Ferstl sei es wichtig zu betonen, dass die Liquid-Alternatives-Dachfondsstrategie keinesfalls mit traditionellen Hedgefonds - die immer noch unter einem großen Imageschaden leiden würden - verwechselt werden dürfe: "Bei "Liquid Alternatives" handelt es sich um eine transparente und EU-weit geregelte Form alternativer Fondsveranlagungen", so der Experte gegenüber "e-fundresearch.com". Subfonds mit exotischen Offshore Domizilen à la Cayman Islands suche man im ARIQON Alternative Strategies also vergebens.

Auch mit Blick auf die angestrebten Ertragsziele, sei die Dachfondsstrategie eher als verlässlicher Core-Baustein, denn als aggressives Satelliten-Investment zu verstehen - der Fokus liege hier vor allem auf der Maximierung der risikoadjustierten Rendite: "Wir streben konservative Erträge von 3 bis 6 Prozent per annum, bei einer niedrigen Volatilität von 3 bis 5 Prozent per annum an", erkläre Ferstl.

ARIQON beschäftige sich übrigens nicht erst seit Lancierung der dezidierten Strategie mit dem Thema Liquid-Alternatives. Auch in den Flaggschiffstrategien ARIQON Wachstum und ARIQON Konservativ würden marktneutralere Strategien bereits seit einiger Zeit verstärkt zum Einsatz kommen: "Aufgrund der erfreulichen Bullenmärkte der letzten Jahre haben wir unser Beta-Exposure auch hier konsequent reduziert und im Rahmen unseres Mandats immer öfter durch alternativere, unkorreliertere Konzepte ersetzt", so Ferstl abschließend.

Übrigens: Ganz bürokratisch gesehen handele es sich beim neuen ARIQON Alternative Strategies übrigens um keine neue Fondslancierung, sondern um eine Strategieumstellung und Umbenennung des ehemaligen ARIQON Terra. Bei Fondsanalysen sollte aber ausschließlich der Track-Record ab 12. Juni beachten werden, da der Vorgängerfonds über einen nicht vergleichbaren, deutlich aggressiveren Ansatz verfügt habe. (28.11.2017/fc/n/n)





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