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Die besten europäischen Fondsboutiquen auf einen Blick


30.05.16 08:55
FundResearch

München (www.fondscheck.de) - In Deutschland sind Namen wie Fundsmith, Troy Asset Management oder Findlay Park kaum bekannt. In ihren Heimatmärkten sind diese Fondshäuser Lokalmatadore, so die Experten von "FundResearch".

Kleinere europäische Fonds-Anbieter hätten Einiges zu bieten. Das enthülle eine aktuelle Morningstar-Studie. In ihrer Analyse habe die Ratingagentur alle europäischen Fondsanbieter mit einem verwalteten Vermögen ab fünf Milliarden Euro oder mindestens zehn Fonds im Angebot untersucht.

Herausgekommen sei eine Auswahl an Namen, die in weiten Teilen deutschen Anlegern und Beratern völlig unbekannt sein dürfte. Da etliche Häuser zunehmend auch außerhalb ihrer Heimatländer tätig werden möchten, müsse das aber nicht so bleiben. Neben so bekannten Fondshäusern wie Comgest, Wellington, Orbis oder First State, die seit Längerem jenseits ihrer Heimatmärkte aktiv seien, könnten sich also demnächst hierzulande auch weitere Namen etablieren. Denn Einige der Anbieter könnten laut Studie durchaus mit Qualität glänzen und überzeugen.

Ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen lokalen Player sei Fundsmith. Die Spezialität des britischen Asset Managers seien globale Aktienmandate. Das Haus richte sich vor allem an Wealth Manager, Privatbanken und wohlhabende Familien als Kunden. Das bewertete Vermögen sei mit rund 7,4 Milliarden Euro im Vergleich zu anderen kleineren Gesellschaften der Morningstar-Auswertung vergleichsweise klein. Doch Fundsmith habe bereits den Weltmarkt im Blick. Das zeige ein kleines Detail: Für seinen Fundsmith Equity, das Flaggschiff des britischen Hauses, habe Fundsmith in Luxemburg auf CHF, EUR und US-Dollar lautende Feeder-Konstruktionen aufgelegt, die den britischen Master-Fonds speisen würden. Hintergrund dieser Konstruktion: Mindestens 85 Prozent der Feeder-Fonds würden im Master-Fonds gepoolt. Für international agierende Fonds würden sich Steuervorteile bei einer Auflage der Feeder-Fonds in Luxemburg ergeben.

Auch Troy Asset Management aus London setze für seine Flaggschiff-Aktien- und Mischfonds auf eine (irische) Feeder-Konstruktion, die EUR-, US- sowie Singapur-Dollar-Fondstranchen umfasse.

Findlay Park, ein britischer Asset Manager, dessen Gründer unter anderem von der einstigen HVB-Tochter Foreign and Colonial (F&C) und Framlington kämen, habe mit Blick auf seine Investmentstrategien ebenfalls einen recht engen Fokus und beschränke sich bei Publikumsfonds auf USA- und Lateinamerikafonds, die vorwiegend am Heimatmarkt, aber auch in der Schweiz vertrieben würden.

Der im Ranking Zweitplatzierte, das schwedische Fondshaus Didner & Gerge Fonder aus Uppsala, fokussiere sich dagegen sowohl mit seiner Anlagepolitik als auch mit seinen Vertriebsaktivitäten auf Skandinavien. Der Löwenanteil der Assets stecke in schwedischen und nordischen Aktien. Die Fonds seien nur in Schweden und Finnland zum Vertrieb zugelassen.

Flossbach von Storch aus Köln sei das einzige deutsche Haus im Morningstar-Ranking der erfolgreichsten kleinen Anbieter. Der Spezialist für Mischfonds sei derzeit weitgehend auf die deutschsprachige Region Deutschland, Österreich und Schweiz konzentriert. Im Laufe des vergangenen Jahres seien etliche Strategien in Fonds für den spanischen, italienischen und französischen Markt aufgelegt worden. Doch in diesen Fondstranchen würden noch keine nennenswerten Assets stecken.

Die von einheimischen Banken dominierten Vertriebsstrukturen in den drei Ländern würden es ausländischen Wettbewerbern allerdings auch nicht leicht machen. Morningstar kommentiere das so: "Was für klein- und mittelständische europäische Unternehmen aus anderen Wirtschaftsbranchen schön längst eine Selbstverständlichkeit ist, findet in der Vermögensverwaltungsbranche noch nicht so viele Nachahmer." (News vom 27.05.2016) (30.05.2016/fc/n/s)