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Agrarrohstoffe weiter im Anstieg


11.02.11 10:18
Rohstoff-Trader

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Am Mittwoch dieser Woche hat die Abteilung für Landwirtschaft in den Vereinigten Staaten wieder einmal ihren monatlichen Report veröffentlicht, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".

Dieser so genannte USDA-Report habe im Bereich der Agrarrohstoffe für weiteren Aufwärtsschub gesorgt. Die veröffentlichten Zahlen hätten vor allem die Preise von Mais, Sojabohnen und Weizen nach oben getrieben. Das United States Department of Agriculture befasse sich in den monatlichen Veröffentlichungen mit dem Angebot und der Nachfrage im Landwirtschaftssektor.

Wie im Januar auch, würden die aktuellen Zahlen in diesem Monat wieder bullische Signale geben. Die erwartete Produktion in Mais und Sojabohnen sei weiter nach unten korrigiert worden. Des Weiteren hätten sich auch die amerikanischen Lagerstätten reduziert. Sowohl im Mais, als auch in den Sojabohnen sei ein starker Rückgang festgestellt worden. Zudem sei aufgrund des schlechten Wetters in Argentinien die erwartete Mais-Ernte nach unten korrigiert worden.

Allen voran aber würden die Zahlen des USDA-Berichts starke Aufwärtssignale in den Sojabohnen geben. Eine hohe Nachfrage, sinkenden Lagerstätten, schlechte Wetterbedingungen und das immer größer werdende Interesse an Rohstoffen (seitens Investoren und Spekulanten) würden die Preise weiter extrem ansteigen lassen. Des Weiteren bestehe auch die Gefahr, dass nun Rohstoffe gehortet würden, um diese bei höheren Preisen zu veräußern.

Nach Angaben der Vereinten Nationen könnten die steigenden Preise in einem Worst-Case-Szenario zu einer Lebensmittelkrise führen. Das Problem an den steigenden Preisen liege vor allem darin, dass die entwickelten Industrieländer weitaus weniger betroffen seien als die Entwicklungsländer. Die Lebensmittelpreise würden schon seit Monaten konstant ansteigen und in einigen Bereichen bereits auf Allzeithochs notieren. Die Preisanstiege würden überwiegend Entwicklungsländer treffen und dabei vor allem die innere Stabilität und das Wachstum dieser Länder gefährden.

Die Menschen, die ohnehin schon wenig hätten, könnten sich bei weiteren Preisanstiegen die Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten. Eine solche Entwicklung führe zu hoher Unzufriedenheit in einem Land und resultiere automatisch in Unruhen. Aktuell könne man am Beispiel Ägypten, Tunesien oder Jordanien ungefähr einschätzen, welche Ausmaße solche Unruhen annehmen könnten.

Die Inflationsrate in Deutschland sei zwar inzwischen auf 2 Prozent angestiegen, jedoch seien die Auswirkungen bei weitem nicht so dramatisch wie in den Entwicklungsländern. Es bleibe zu beobachten, wie sich die Preise weiter entwickeln würden und ob eine Leitzinserhöhung in naher Zukunft den Boom in den Rohstoffmärkten ein wenig dämpfen werde. (11.02.2011/ac/a/m)