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Aktien bleiben weiterhin übergewichtet


31.10.07 16:46
Swisscanto

Zürich (aktiencheck.de AG) - Die kräftige Zinssenkung der FED trug zur Beruhigung an den Geldmärkten bei - die Gefahr eines Credit Crunch ist damit vorerst gebannt, berichten die Experten von Swisscanto.

Die prognostizierte Aktienrally habe weniger lange gedauert als erwartet. Aktien würden übergewichtet bleiben, wobei die Small Caps zugunsten der Large Caps abgebaut würden.

Vor einem Monat sei mit der Anspannung an den Geldmärkten der Libor-FED-Fund-Spread auf eine Schwindel erregende Höhe geklettert, wie es nur selten der Fall gewesen sei. Der Stress im Bankensystem habe sich anhand dieser Entwicklung überdeutlich gezeigt. In einer solchen Stresssituation würden die Banken ihre Liquidität horten und sich gegenseitig kein Geld mehr ausleihen wollen.

Die Spreadausweitung sei inzwischen gestoppt, die Werte seien sogar wieder auf ein tiefes, schon fast normales Niveau zurückgekommen und würden darauf hindeuten, dass die Gefahr eines Credit Crunch vorerst gebannt sei. Der MSCI Welt habe zeitweise wieder Werte wie zu Beginn der Subprime- bzw. Liquiditätskrise erreicht. Die zweite Monatshälfte Oktober habe aber aufgedeckt, dass die (Vertrauens-)Krise noch nicht ausgestanden sei: Die Märkte hätten das gutgemachte Terrain wieder verloren und sich sehr volatil gezeigt.

Werde die Liquiditätskrise von den Zentralbanken zufrieden stellend kuriert, hätten die Aktienmärkte kurzfristig Potenzial. Dies sei die Einschätzung der Experten von Swisscanto im letzten "Investment Update" gewesen. Die amerikanische Notenbank habe Mitte September den kurzfristigen Leitzins um 50 Basispunkte auf 4,75 Prozent gesenkt.

Diese kräftige Zinssenkung habe ihre Wirkung nicht verfehlt, sie sei ein bedeutender Schritt gewesen, die Liquiditätskrise in den Griff zu bekommen, und habe wesentlich zur bis Mitte Oktober andauernden Erholung an den Finanzmärkten beigetragen. Die Zinssenkung und die Erfahrungen der letzten Monate, dass die Notenbanken bereit seien, die Märkte mit Liquidität zu versorgen, wenn die Stabilität des Finanzmarktsystems gefährdet sei, hätten eine zunehmende Entspannung an den Geldmärkten gebracht.

Die Experten von Swisscanto würden ihr zweiprozentiges Aktienübergewicht weiterhin aufrecht halten und die Gewichtung der Small Caps zugunsten der Large Caps reduzieren. Regional würden sie japanische Aktien, die ihnen wieder attraktiv erscheinen würden, zulasten von Aktien Emerging Markets und Asia Pacific aufbauen.

Ausländische Immobilien seien nach wie vor hoch bewertet. Das Bewertungsmodell der Experten von Swisscanto, das auf Trendgewinnen basiere, weise für den Weltimmobilienmarkt eine Überbewertung von 20 Prozent aus. Großbritannien und Spanien würden weiterhin mit einem überhitzten Immobilienmarkt kämpfen, weshalb das Risiko einer Korrektur dementsprechend hoch sei. Die Experten von Swisscanto würden das Untergewicht in ausländischen Immobilien um 100 Basispunkte zugunsten von CHF-Obligationen erhöhen. (31.10.2007/fc/a/m)