Aktienfonds Italien: La Dolce Vita


13.04.15 08:48
FundResearch

München (www.fondscheck.de) - Italienische Aktienfonds haben ein starkes erstes Quartal hinter sich. FundResearch gibt einen Überblick über eine sehr kleine Peergroup.

Positive Nachrichten aus dem in den letzten Jahren wirtschaftlich arg gebeutelten Italien: Der Aktienindex STOXX Italy Total Market habe in den ersten drei Monaten 2015 um 22,7 Prozent zugelegt. Aktienfonds des Mittelmeerlandes hätten das erste Quartal mit einem Plus von 22,9 Prozent sogar noch ein bisschen besser beendet. Zugegeben: Die Peergroup "Aktienfonds Italien" des FINANZEN FundAnalyzer (FVBS) sei mit lediglich acht Produkten nicht wirklich groß. Aber keines dieser acht Produkte habe 2015 bisher mit weniger als 20 Prozent rentiert. Grund genug, diese Kategorie näher zu betrachten.

Wer in italienische Aktienfonds investieren wolle, der komme nicht umher, sich mit dem AXA WF Framlington Italy von AXA Investment Managers zu beschäftigen. Er gehöre zu den absoluten Top-Performern der Peergroup: Im laufenden Jahr liege er mit 28,6 Prozent ganz vorne, im Dreijahreszeitraum hätten nur zwei andere Fonds eine bessere Wertentwicklung als seine 72,9 Prozent geschafft und über die vergangenen vier Jahre könne ihm mit einer Wertsteigerung von 48,0 Prozent kein anderer Fonds folgen.

Der 332 Millionen Euro große Fonds trage die €uro-FondsNote 2 und investiere 44 Prozent seines Volumens in Finanztitel. Industriewerte würden 22,1 Prozent ausmachen, Konsumgüter 16,5 Prozent. Die größten Einzeltitel seien die beiden Finanzinstitute Intesa Sanpaolo (10,3 Prozent) und Unicredit Spa Azioni (8,4 Prozent) sowie der Industriekonzern CNH Industrial (8,8 Prozent).

Platz zwei belege der Oyster Italian Opportunities mit einem Quartalsergebnis von 26,1 Prozent. 2014 sei es noch um 2,5 Prozent nach unten gegangen und auch über drei (66,8 Prozent) sowie über vier Jahre (32,3 Prozent) gebe es deutlich stärkere Fonds. Insgesamt reiche es noch für die FondsNote 3.

Derzeit habe der Fonds ein Volumen von rund 127 Millionen Euro, das das Fondsmanagement-Team zu etwa einem Drittel in Finanzaktien investiere. Konsumgüter würden 21,5 Prozent ausmachen, Industriewerte 18,7 Prozent. Top-Holding sei der Automobilkonzern Fiat Chrysler mit einem Portfolioanteil von 5,9 Prozent. Dahinter würden die Fineco Bank (4,9 Prozent) und der Versicherer Generali (4,1 Prozent) folgen.

Der drittstärkste Performer komme von Fidelity: Der Fidelity Italy habe im ersten Quartal 2015 ein Plus von 25,7 Prozent geschafft und sei mit einem Volumen von gut einer Milliarde Euro der größte Fonds der Peergroup. Auf Sicht der vergangenen drei Jahre könne ihm mit einer Wertentwicklung von 79,4 Prozent kein Mitbewerber folgen und auch über vier Jahre sei er mit einem Plus von 47,1 Prozent weit vorne dabei.

Fondsmanager Alberto Chiandetti könne sich über FondsNote 1 freuen. Die Finanzbranche mache mit glatt 34 Prozent auch hier den größten Sektor aus. Verbrauchsgüter würden mit 17,4 Prozent vor Versorgern mit 15,2 Prozent folgen. Größte Einzeltitel seien Intesa Sanpaolo (9,7 Prozent), der Stromversorger Enel (9,6 Prozent) und der Energiekonzern Eni (6,7 Prozent).

Ebenfalls die beste Bewertung mit der FondsNote 1 habe der CS Italy Equity von der Credit Suisse. In den ersten drei Monaten dieses Jahres habe er um 24,2 Prozent zugelegt. 2015 habe Fondsmanager Stefano Andreani erstaunlich starke 6,2 Prozent geschafft - der absolute Top-Wert. Die Performance über drei Jahre von 76,8 Prozent werde nur vom Fidelity-Produkt geschlagen und über vier Jahre stehe ein Plus von 42,0 Prozent.

Das knapp 60 Millionen Euro große Portfolio investiere Andreani zu gut einem Drittel in Finanzwerte. Konsumgüter seien zu rund 17 Prozent allokiert und Industriewerte zu etwa 13 Prozent. Top-Holding sei Intesa Sanpaolo (7,9 Prozent) vor Unicredit (7,1 Prozent) und Enel (6,5 Prozent).

Zwei weitere Fonds der Peergroup würden mit der FondsNote 2 ebenfalls gute Bewertungen aufweisen: Der Schroder Italian Equity und der Oyster Italian Value. Das Schroders-Produkt komme auf ein 2015-Plus von 22,1 Prozent und Fondsmanagerin Nicholette MacDonald-Brown habe auch im vergangenen Jahr eine positive Wertentwicklung von 1,6 Prozent erreicht. In den vergangenen drei Jahren sei es um 66,8 Prozent nach oben gegangen, im Zeitraum von vier Jahren um 44,3 Prozent.

Finanztitel (37,4 Prozent), Konsumgüter (15 Prozent) und Versorger (14,2 Prozent) seien die am stärksten allokierten Sektoren des 325 Millionen Euro großen Portfolios. Die größten Einzeltitel seien Intesa Sanpaolo (10,0 Prozent), Eni (9,5 Prozent) und Enel (8,8 Prozent).

Der Oyster-Fonds habe im ersten Quartal dieses Jahres 20,4 Prozent geschafft - nach -1,2 Prozent 2014. Mit einem Plus von 69,2 Prozent habe er über drei Jahre die Marke von 70 Prozent nur knapp verfehlt. Im Vierjahreszeitraum sei es um 37,2 Prozent nach oben gegangen.

Das rund 65 Millionen Euro große Portfolio fließe zu 28,5 Prozent in Industriewerte. Finanztitel würden mit 19,2 Prozent nur den zweitstärksten Sektor ausmachen. Energieaktien seien mit 15,6 Prozent gewichtet. Top-Holding sei das Modeunternehmen Tenaris mit 9,1 Prozent. Der Finanzkonzern Dea Capital komme auf 8,5 Prozent und der Metallkonzern Danieli auf 5,4 Prozent.

Zwei Fonds der Peergroup hätten schlechte Bewertungen erhalten, Berater sollten hier genau hinschauen. Der Pioneer Italian Equity sei mit FondsNote 4 bewertet. Für 2015 stehe bisher ein ordentliches Plus von 22,2 Prozent. Im vergangenen Jahr habe Fondsmanager Roberto Campani knapp zwei Prozent verloren. Über drei Jahre habe der Fonds seinen Wert lediglich um 59,6 Prozent steigern können und auch über vier Jahre sei es nur um 24,9 Prozent nach oben gegangen.

Das Fondsvolumen von gut 90 Millionen Euro investiere Campani zu 38,8 Prozent in Finanzdienstleister, zu 19,7 Prozent in Konsumgüter und zu 13,1 Prozent in Versorgeraktien. Größte Einzeltitel seien Intesa Sanpaolo (9,3 Prozent), Eni (6,7 Prozent) und Unicredit (6,4 Prozent).

Noch schlechter habe der SSgA Italy Index Equity von State Street performt. 2015 habe Fondsmanager Frederic Jamet ein Plus von 20,1 Prozent geschafft. Mit einer Wertsteigerung von 2,9 Prozent im vergangenen Jahr habe der Fonds 2014 die beste Performance erreicht. Das reiche aber nicht, um die FondsNote 5 zu verbessern: Über drei Jahre habe das Plus bei unterdurchschnittlichen 47,0 Prozent und über vier Jahre bei noch schlechteren 15,7 Prozent gelegen.

Zudem habe Jamet nicht viel Geld zur Verfügung. Das Fondsvolumen belaufe sich auf lediglich 1,53 Millionen Euro und sei damit verschwindend gering. Daher Vorsicht vor den Gebühren. Finanzwerte seien mit 41,0 Prozent sehr hoch allokiert. Dahinter würden Energietitel (18,4 Prozent) und Versorger (16,6 Prozent) folgen. Top-Holdings seien Eni (15,3) Prozent, Intesa Sanpaolo (13,6 Prozent) und Enel (9,8 Prozent). (Ausgabe vom 10.04.2015) (13.04.2015/fc/a/f)





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