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Aktienkorrektur zum Nachkaufen nutzen


29.11.07 11:52
Swisscanto

Zürich (aktiencheck.de AG) - Die Subprimekrise belastet den Gesamtmarkt weiterhin und führte zu hohen Abschreibungen - vorwiegend im Finanzsektor, so die Experten von Swisscanto.

Als Folge davon seien die Gewinnerwartungen deutlich gesenkt worden. Die Börsenkurse und die Bewertungen würden diese Entwicklung reflektieren und bereits weitere Hiobsbotschaften vorwegnehmen. Da auch der Risikoappetit sehr nahe beim Panikbereich liege, dürften die Aktienmärkte zumindest temporär nach oben tendieren. Swisscanto implementiere deshalb ein leichtes Aktienübergewicht in Höhe von einem Prozent.

Als weit überdurchschnittlich attraktiv erachte man großkapitalisierte Wachstumsaktien. Bei den wachstumssensitiven Sektoren sei eine Neubewertung im Gange. Im Falle von erneuten Marktturbulenzen würden diese Werte zudem einen sicheren Hafen bilden. Industrieaktien, Emerging Markets und Rohstoffe scheinen uns weit anfälliger für eine Korrektur, so die Experten von Swisscanto.

Die Gewinnerwartungen auf Gesamtmarktebene würden die Experten weiterhin für zu hoch halten. Besonders gefährdet würden derzeit die Gewinne im Finanzbereich erscheinen. Bei vielen strukturierten Kreditvehikeln sei das Korrelationsrisiko (Risiko, dass im Krisenfall alle Anlagen gleichzeitig an Wert verlören) von den Banken aber auch von den Aufsichtsbehörden massiv unterschätzt worden. Die Bewertung von strukturierten Kreditprodukten sollte deshalb in Zukunft deutlich konservativer erfolgen. Dies bedeute, dass die Banken ihre Geschäfte großzügiger mit Eigenmitteln hinterlegen würden und der Kreditmultiplikator sinken werde. Damit würden die Eigenkapitalrenditen, die in den letzten Jahren 15,5 Prozent für die Banken und 16,9 Prozent für die diversifizierten Finanzkonzerne betragen hätten, sinken.

Neben konjunkturell bedingt tieferen Gewinnen und weiteren Abschreibungen auf Problemkredite werde die Gewinnrechnung zudem durch das fast vollständige Austrocknen des strukturierten Kreditmarktes belastet, d.h., die Banken würden Forderungen wieder auf ihre Bilanzen zurücknehmen müssen. Damit sinke der Bargeldanteil in den Bilanzen und der Anteil an (schlechten) Forderungen steige. Die langfristigen durchschnittlichen Eigenkapitalrenditen lägen im Bankenbereich bei rund zwölf Prozent und bei den diversifizierten Finanzkonzernen bei zehn Prozent und damit deutlich unter den derzeit erzielten Werten. Sollte die Finanzaufsicht schärfer regulieren, dürfte die langfristige Gleichgewichtseigenkapitalverzinsung unter die Durchschnittswerte der letzten Jahre sinken. (29.11.2007/fc/a/m)