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Aktienmarkt: bei Kursschwäche aktiv werden
27.06.12 08:53
Nordea
Stockholm (www.aktiencheck.de) - Nach der relativ stabilen Entwicklung im März und April sank der MSCI World Index im Mai um 9% - nach historischen Maßstäben ein hoher Verlust für einen einzigen Monat, so die Analysten der Nordea Bank S.A.
Die vergleichsweise gute Berichtssaison habe nicht genügt, um die Aktienkurse angesichts der wachsenden wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit zu stützen. Da nach Erachten der Analysten eine aktive Vermögensallokation entscheidend für den Anlageerfolg im Jahr 2012 sein werde, würden sie das Aktienengagement in ihren Portfolios nun allmählich aufstocken. Insgesamt seien sie noch immer leicht untergewichtet, doch wenn sich die Stimmungsindikatoren weiter verschlechtern würden, würden sie das wahrscheinlich als Gelegenheit nutzen, um das Aktienengagement wieder auf "neutral" zu erhöhen.
Was die einzelnen Sektoren betreffe, hätten die Analysten ihre zuvor positive Einschätzung zum Energie- und Grundstoffsektor revidiert und daher beide Sektoren auf "neutral" herabgestuft. Zu den Gründen hierfür hätten der stärkere US-Dollar und das schwächere Wachstum in China gezählt. Stattdessen hätten die Analysten den Industriesektor auf "übergewichtet" und Nicht-Basiskonsumgüterwerte von "untergewichtet" auf "neutral" heraufgestuft.
Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen von Ländern, die als so genannte "sichere Häfen" gelten würden, seien in letzter Zeit von ihren bereits niedrigen Niveaus weiter gesunken. In einigen Ländern würden sich die Renditen dieser Anleihen nun nur noch im Bereich von 1% bewegen. Bei so niedrigen Renditen dürften Anleger ihren Blick auf alternative Anlagen mit besseren Renditeaussichten richten. Eine solche Alternative könnten Aktien darstellen. Einige Märkte wie Deutschland und Schweden würden aktuell eine Dividendenrendite von knapp über 4% aufweisen. Diese sei zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts damit mehr als drei Mal höher als die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen dieser Länder.
In den USA, dem größten Aktienmarkt der Welt, sei die Dividendenrendite mit aktuell 2,2% niedriger als zuvor, aber immer noch höher als die entsprechende Rendite von Staatsanleihen. Interessant am US-Markt sei, dass die Ausschüttungsquote für 2011 bei 27% gelegen habe. Das bedeute, dass Unternehmen nur 27% ihrer Gewinne in Form von Dividenden ausgeschüttet hätten. So niedrig sei die Ausschüttungsquote in den letzten 100 Jahren selten gewesen, denn in diesem Zeitraum habe die durchschnittliche jährliche Quote bei knapp über 50% gelegen. Aus historischer Sicht könnte daher beträchtlicher Spielraum für eine Erhöhung der Ausschüttungsquote in nächster Zeit bestehen. Ausgehend von künftig unveränderten Gewinnen, würde dies auf einen Anstieg der US-Dividendenrendite in den nächsten Jahren hindeuten.
Wie wahrscheinlich sei es, dass das tatsächlich geschehe? Angesichts der Tatsache, dass die Unternehmen im Allgemeinen in einer guten finanziellen Verfassung seien, solide Bilanzen und in vielen Fällen keine Schulden aufweisen würden, stünden die Chancen dafür gut. Das Fazit laute daher, dass für Anleger, welche die für Aktienanlagen typische höhere Volatilität in Kauf nehmen könnten, Aktien hochwertiger, Dividenden ausschüttender Unternehmen eine lohnende Anlagemöglichkeit für die nächsten zehn Jahre sein könnten. (Ausgabe 102 vom Juni 2012) (27.06.2012/ac/a/m)
Die vergleichsweise gute Berichtssaison habe nicht genügt, um die Aktienkurse angesichts der wachsenden wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit zu stützen. Da nach Erachten der Analysten eine aktive Vermögensallokation entscheidend für den Anlageerfolg im Jahr 2012 sein werde, würden sie das Aktienengagement in ihren Portfolios nun allmählich aufstocken. Insgesamt seien sie noch immer leicht untergewichtet, doch wenn sich die Stimmungsindikatoren weiter verschlechtern würden, würden sie das wahrscheinlich als Gelegenheit nutzen, um das Aktienengagement wieder auf "neutral" zu erhöhen.
Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen von Ländern, die als so genannte "sichere Häfen" gelten würden, seien in letzter Zeit von ihren bereits niedrigen Niveaus weiter gesunken. In einigen Ländern würden sich die Renditen dieser Anleihen nun nur noch im Bereich von 1% bewegen. Bei so niedrigen Renditen dürften Anleger ihren Blick auf alternative Anlagen mit besseren Renditeaussichten richten. Eine solche Alternative könnten Aktien darstellen. Einige Märkte wie Deutschland und Schweden würden aktuell eine Dividendenrendite von knapp über 4% aufweisen. Diese sei zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts damit mehr als drei Mal höher als die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen dieser Länder.
In den USA, dem größten Aktienmarkt der Welt, sei die Dividendenrendite mit aktuell 2,2% niedriger als zuvor, aber immer noch höher als die entsprechende Rendite von Staatsanleihen. Interessant am US-Markt sei, dass die Ausschüttungsquote für 2011 bei 27% gelegen habe. Das bedeute, dass Unternehmen nur 27% ihrer Gewinne in Form von Dividenden ausgeschüttet hätten. So niedrig sei die Ausschüttungsquote in den letzten 100 Jahren selten gewesen, denn in diesem Zeitraum habe die durchschnittliche jährliche Quote bei knapp über 50% gelegen. Aus historischer Sicht könnte daher beträchtlicher Spielraum für eine Erhöhung der Ausschüttungsquote in nächster Zeit bestehen. Ausgehend von künftig unveränderten Gewinnen, würde dies auf einen Anstieg der US-Dividendenrendite in den nächsten Jahren hindeuten.
Wie wahrscheinlich sei es, dass das tatsächlich geschehe? Angesichts der Tatsache, dass die Unternehmen im Allgemeinen in einer guten finanziellen Verfassung seien, solide Bilanzen und in vielen Fällen keine Schulden aufweisen würden, stünden die Chancen dafür gut. Das Fazit laute daher, dass für Anleger, welche die für Aktienanlagen typische höhere Volatilität in Kauf nehmen könnten, Aktien hochwertiger, Dividenden ausschüttender Unternehmen eine lohnende Anlagemöglichkeit für die nächsten zehn Jahre sein könnten. (Ausgabe 102 vom Juni 2012) (27.06.2012/ac/a/m)


