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Aktienübergewicht reduziert


03.05.12 16:11
Swisscanto

Zürich (www.aktiencheck.de) - Die europäische Schuldenkrise ist an den Märkten wieder in den Vordergrund gerückt, so die Experten von Swisscanto.

Dabei würden die Marktteilnehmer vor allem nach Spanien blicken, dessen Situation sich mit der jüngsten Rating-Herabstufung durch Standard & Poor's verschlechtert habe. Sorgen bereite dabei das als Folge der Immobilienkrise unterkapitalisierte spanische Bankensystem. Nach Einschätzung der Experten dürfte aber die EZB erst dann wieder mit Stützungskäufen beginnen, wenn der Zinssatz für zehnjährige spanische Staatsanleihen über sieben Prozent steige. Einen Einfluss auf die Märkte dürfte auch die Stichwahl des Staatspräsidenten in Frankreich haben. Sollte François Hollande gewinnen, seien Meinungsdifferenzen mit Deutschland bezüglich Sparmaßnahmen bei den Staatshaushalten vorprogrammiert, was schlecht für die Märkte wäre. Die Experten würden daher das Aktiengewicht von Europa reduzieren.

Im Segment der Unternehmensanleihen seien die Bewertungen auch im High-Yield-Bereich zwar weiterhin attraktiv, die Qualität der Emittenten habe sich insgesamt aber leicht verschlechtert. Zudem würden sich auch einige technische Faktoren wie etwa die Zahl der Neuemissionen oder die Liquidität im Markt weniger günstig präsentieren, sodass sich die Experten nun leicht defensiver positionieren und einen Teil der Gewinne mitnehmen würden. Bei den Staatsanleihen bleibe es bei der deutlichen Untergewichtung von Titeln aus Spanien und Italien. In den Anleihenportfolios der Währungen EUR, GBP, USD und CHF würden sie auf eine leicht kürzere Duration achten.

Was gegen eine noch stärkere Reduktion der Gesamtrisiken spreche, seien vor allem die günstigen Bewertungen der europäischen Aktienmärkte. Viele der zu erwartenden negativen Nachrichten dürften schon in den Kursen enthalten sein. Außerdem sei bei den Gewinnrevisionen wieder eine positive Tendenz festzustellen. Die Experten würden Substanz- gegenüber Wachstumstiteln bevorzugen. Auch wenn die Aktienquote für Euroland zurückgenommen werde, bleibe sie zusammen mit den USA und den Emerging Markets übergewichtet. Auf Sektorebene würden sie unter anderen die Bereiche Nahrungs- und Genussmittel, Gesundheitswesen, Banken, Software und Energie vorziehen, während sie bei Versicherungen, Telekom und Versorgern untergewichtet seien.

Keine großen Veränderungen seien bei der Währungsstrategie zu verzeichnen. So bleibe es beim Übergewicht des USD und der NOK (Norwegische Krone) gegenüber dem CHF. Die amerikanische Währung sei unterbewertet und profitiere von Fluchtbewegungen in sichere Häfen, solange die Schweizerische Nationalbank die Kursuntergrenze des EUR bei CHF 1,20 verteidige. Die NOK dürfte sich bei weiter steigenden Ölpreisen aufwerten. (03.05.2012/ac/a/m)