BKC Treuhand Portfolio Fonds: Monetäre Maßlosigkeit ohne Exit-Plan?


29.04.21 11:30
Bank für Kirche und Caritas

Paderborn (www.fondscheck.de) - Die Überstimulierung vieler Volkswirtschaften mit Hilfs- und Rettungspaketen übersteigt inzwischen vielfach die direkten Schäden der Corona-Pandemie, so Bernhard Matthes, CFA, Bereichsleiter BKC Asset Management und Portfoliomanager des BKC Treuhand Portfolios (ISIN DE000A141VM3 / WKN A141VM, T).

Das fiskalische Füllhorn befeuere an den Kapitalmärkten die Risikofreude und werde zusätzlich durch eine historisch beispiellose geldpolitische Maßlosigkeit der großen Notenbanken angeheizt.

Aus der zunehmenden Missachtung der Abstandsregeln zwischen Geld- und Fiskalpolitik würden offensichtliche Risiken resultieren: Zum einen bestehe die Gefahr von Überbewertungsblasen, die - sollten sie platzen - enorme Verwerfungen an den Kapitalmärkten verursachen würden. Bereits eine geringfügige Normalisierung der Zinslandschaft würde inzwischen vermutlich zu deutlichen Bewertungskorrekturen in nahezu allen Anlageklassen, in öffentlichen, wie in privaten Märkten, führen.

Darüber hinaus drohe auch ein Überschießen nach oben. Eine solche vollständige Entankerung der Marktpreise von historisch gängigen Bewertungskorridoren werde allgemein als "Crack up Boom" bezeichnet. Die Marktpreise würden in diesem Szenario nicht mehr rationalen Überlegungen folgen, sondern würden in Antizipation der Geldmengenausweitungen oder kommender Inflationsraten handeln. Ein solcher "Boom" sei in der Vergangenheit niemals Zeichen einer florierenden Wirtschaft oder steigender Prosperität gewesen. Vielmehr sei er stets Folge der vorsätzlichen Kaufkraftentwertung einer Währung gewesen, die immer mit massiven Umverteilungswirkungen einhergegangen sei und wenige Gewinner zulasten vieler Verlierer gekannt habe. Die weit über der Verbraucherpreisinflation liegende Vermögenspreisinflation der letzten Jahre sei bereits eine direkte Folge der expansiven Notenbankpolitik "vor Corona". Diese "Schatteninflation" erzeuge heute entsprechende Verteilungseffekte und befeuere sozialen und politischen Populismus, wie gerade mit Blick auf die Immobilienmärkte deutlich werde.

Ein "Crack up Boom", in dem die Güter- und Vermögenspreise sehr stark ansteigen würden, sei historisch häufiger in Ländern zu beobachten gewesen, in denen entweder keine gewachsene Kultur der Geldwertstabilität vorgeherrscht habe, oder aber schwere politische Krisen die Preisbildung der Märkte übergelagert hätten. Heute liege das Risiko eines monetären Kontrollverlusts auch in großen Währungsräumen, in denen vormals eine stabilitätsorientierte Politik geschätzt worden sei, gewiss nicht mehr bei Null. Der genaue Punkt, an dem es die Notenbanken mit dem Gelddrucken möglicherweise übertreiben würden, sei allerdings nicht bekannt. Die Notenbanken selbst seien der festen Überzeugung, dass ein gewisser Grad des "Heißlaufenlassens" der Wirtschaft und Inflation wünschenswert sei. Ihrer Ansicht nach hätten sie alle Mittel in der Hand, um etwaige ungewünschte Effekte wieder einfangen zu können.

Dabei habe sich bereits vor der Corona-Pandemie gezeigt, dass ein geordneter Ausstieg der Notenbanken aus ihrer Notfallpolitik nach Beendigung der tatsächlichen oder deklarierten Notfälle nicht mehr möglich sei, ohne schwere Marktverwerfungen auszulösen. Die US-Notenbank FED habe 2018 ihren Versuch der Normalisierung der Geldpolitik abbrechen müssen. Das seit März 2020 betriebene Ausmaß an Geldmengenausweitung werfe die Frage auf, wann die Märkte das Vorhandensein eines glaubwürdigen Exit-Plans der Zentralbanken auf die Probe stellen und testen würden, ob die Notenbanken noch Herr über das Geschehen seien. Ein Misstrauensvotum gegen die Allmacht der Notenbanken sei denkbar. In diesem Szenario wären neben extremen Zinssteigerungen auch entsprechende Bewertungskorrekturen in all jenen Vermögenswerten zu befürchten, bei denen künftig zu erwartende Cashflows derzeit in Erwartung dauerhaft nahe Null verbleibender Zinsen abdiskontiert seien.

Eine entsprechende Rückversicherung im Portfolio gegen die aus der Geldpolitik resultierenden Risiken sei daher als Selbstverteidigungsmechanismus unerlässlich. Nach wie vor bleibe Gold der dafür bestgeeignete Mechanismus im Portfolio. In unserem BKC Treuhandportfolio (ISIN DE000A0YFQ92 / WKN A0YFQ9, I) gewichten wir Edelmetalle infolge der Corona-Reaktionsfunktionen dementsprechend höher, auch wenn Gold und Silber zuletzt unter leicht steigenden Realzinsen gelitten haben, so Bernhard Matthes, CFA, Bereichsleiter BKC Asset Management. Aktuell halte der Fonds 12,8 Prozent physisches Gold und Silber. Gold schütze - wie eine mRNA-Immunisierung - ein Multi-Asset Portfolio gegen ungeordnete Marktverwerfungen, sollten die Märkte die Notenbanken irgendwann dazu zwingen, ihre Notstandspolitik rückabzuwickeln. Darüber hinaus gewähre es weitere sinnvolle Portfolioeigenschaften, wie die über Jahrhunderte hinweg dokumentierte Fähigkeit des zuverlässigen Kaufkrafterhalts, des Inflationsausgleichs und der niedrigen Korrelation zu traditionellen Anlageklassen. (29.04.2021/fc/a/f)





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