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Banken können Verluste verkraften
12.02.16 11:22
Danske Invest
Kopenhagen (www.fondscheck.de) - Sorgen sind berechtigt, aber die Panik ist übertrieben, so Bo Bejstrup Christensen, Chefanalytiker bei Danske Invest.
Nach den heftigen Kursstürzen im Januar seien die globalen Aktienmärkte Anfang Februar weiter eingebrochen. Gleichzeitig seien auch Unternehmensanleihen in Mitleidenschaft gezogen worden. Kurz gesagt: Es sei ein schlechter Jahresstart für riskante Vermögenswerte gewesen, während die Zinsen im Gleichschritt mit den Sorgen um trübere Wachstumsaussichten und eine niedrige Inflation gesunken seien, was die Kurse von sicheren Staatsanleihen in die Höhe getrieben habe.
Christensen gehe davon aus, dass die Finanzmärkte eine neue weltweite Rezession befürchten würden, die von einer neuen Bankenkrise angeführt werde. Mit den niedrigen Rohstoffpreisen, insbesondere für Öl, rolle eine große Verlustwelle heran.
Die großen Energieunternehmen hätten bereits gewaltige Abschreibungen vorgenommen, was ihre Gewinne deutlich belastet habe. Gleichzeitig würden im Energiesektor immer mehr kleinere Unternehmen Konkurs anmelden, die seit der Krise 2008/2009 die meisten Unternehmensanleihen emittiert hätten. Darüber hinaus sei eine Reihe von Banken selbstverständlich auch an der Finanzierung des amerikanischen Ölabenteuers beteiligt gewesen. Zu guter Letzt seien viele Schwellenländer stark von den Rohstoffpreisen abhängig, weshalb der Markt auch in dieser Region eventuelle Verluste befürchte.
Die aktuellen Turbulenzen hätten unter anderem dazu geführt, dass Banken im Euroraum momentan wieder mit einem Kurs/Buchwert-Verhältnis von 0,6 gehandelt würden - ein Niveau, das man zuletzt während der Schuldenkrise 2013 erlebt habe und ein Rückgang von einem Wert von knapp 1 Anfang 2015. Das sei ein klares Zeichen für die große Nervosität in Bezug auf das Gewinnpotenzial und mögliche künftige Verluste im Bankensektor.
Generell seien die aktuellen Sorgen der Anleger berechtigt. Christensen gehe weiterhin davon aus, dass die Rohstoffpreise noch lange sehr niedrig bleiben würden, und in Kombination mit seiner Skepsis im Hinblick auf China sei er auch der Ansicht, dass damit verbundene Kredite massive Verluste einfahren würden. Leider werde es eine Weile dauern, bevor man sich einen realistischen Überblick über den Umfang der Verluste verschafft habe - und auch über die Folgen für die Weltwirtschaft, wenn man mit generell niedrigeren Rohstoffpreisen leben müsse.
Trotzdem sei die aktuelle Panik nach Erachten der Experten übertrieben. Die Jahre nach der Krise 2008 habe man in erster Linie damit verbracht, ein stabileres globales Bankensystem aufzubauen. Die Banken könnten Verluste heute besser verkraften, da sie ihre Kernkapitalquote deutlich hätten erhöhen müssen, mehr liquide Vermögenswerte besitzen würden und die Transparenz besser sei. Deshalb könnten die Banken die bevorstehenden Verluste wegstecken, ohne die Kreditvergabe in anderen Sektoren ernsthaft zurückzufahren. Daher sollte sich der Aufschwung nach Meinung der Experten sowohl in den USA als auch in Europa fortsetzen.
Gleichzeitig seien die Ursachen für die Sorgen - darunter insbesondere die niedrigen Ölpreise - gute Nachrichten für die meisten Verbraucher und Unternehmen in Europa und den USA. Und auch wenn man glaube, dass China mit den Nachwirkungen des großen Baubooms zu kämpfen habe, werde das Bankensystem durch die ausreichende Liquidität der Zentralbanken und ein gesperrtes Kapitalkonto abgesichert. Letzteres bedeute, dass Unternehmen und Verbrauchern der Kapitaltransfer ins Ausland und damit die Destabilisierung des Bankensystems erschwert würden.
Die Experten hätten somit die Turbulenzen genutzt, um ihr Engagement in Aktien auszubauen, da sie die hohen Kurse im Sommer 2015 dazu veranlasst hätten, ihre Aktienbestände zu reduzieren. Sie würden nicht erwarten, dass sich die Sorgen morgen in Luft aufgelöst hätten. Aber die aktuelle übertriebene Panik werde nachlassen, sobald die Wirtschaftsdaten ein anhaltendes Wachstum in den USA, Europa und China bestätigen würden. Weitere Lockerungsmaßnahmen der EZB im März würden ebenfalls helfen. Sollten sich ihre Ansichten bewahrheiten, würden die Märkte zur Ruhe kommen - und die Aktienkurse wieder steigen. (12.02.2016/fc/a/m)
Nach den heftigen Kursstürzen im Januar seien die globalen Aktienmärkte Anfang Februar weiter eingebrochen. Gleichzeitig seien auch Unternehmensanleihen in Mitleidenschaft gezogen worden. Kurz gesagt: Es sei ein schlechter Jahresstart für riskante Vermögenswerte gewesen, während die Zinsen im Gleichschritt mit den Sorgen um trübere Wachstumsaussichten und eine niedrige Inflation gesunken seien, was die Kurse von sicheren Staatsanleihen in die Höhe getrieben habe.
Christensen gehe davon aus, dass die Finanzmärkte eine neue weltweite Rezession befürchten würden, die von einer neuen Bankenkrise angeführt werde. Mit den niedrigen Rohstoffpreisen, insbesondere für Öl, rolle eine große Verlustwelle heran.
Die großen Energieunternehmen hätten bereits gewaltige Abschreibungen vorgenommen, was ihre Gewinne deutlich belastet habe. Gleichzeitig würden im Energiesektor immer mehr kleinere Unternehmen Konkurs anmelden, die seit der Krise 2008/2009 die meisten Unternehmensanleihen emittiert hätten. Darüber hinaus sei eine Reihe von Banken selbstverständlich auch an der Finanzierung des amerikanischen Ölabenteuers beteiligt gewesen. Zu guter Letzt seien viele Schwellenländer stark von den Rohstoffpreisen abhängig, weshalb der Markt auch in dieser Region eventuelle Verluste befürchte.
Generell seien die aktuellen Sorgen der Anleger berechtigt. Christensen gehe weiterhin davon aus, dass die Rohstoffpreise noch lange sehr niedrig bleiben würden, und in Kombination mit seiner Skepsis im Hinblick auf China sei er auch der Ansicht, dass damit verbundene Kredite massive Verluste einfahren würden. Leider werde es eine Weile dauern, bevor man sich einen realistischen Überblick über den Umfang der Verluste verschafft habe - und auch über die Folgen für die Weltwirtschaft, wenn man mit generell niedrigeren Rohstoffpreisen leben müsse.
Trotzdem sei die aktuelle Panik nach Erachten der Experten übertrieben. Die Jahre nach der Krise 2008 habe man in erster Linie damit verbracht, ein stabileres globales Bankensystem aufzubauen. Die Banken könnten Verluste heute besser verkraften, da sie ihre Kernkapitalquote deutlich hätten erhöhen müssen, mehr liquide Vermögenswerte besitzen würden und die Transparenz besser sei. Deshalb könnten die Banken die bevorstehenden Verluste wegstecken, ohne die Kreditvergabe in anderen Sektoren ernsthaft zurückzufahren. Daher sollte sich der Aufschwung nach Meinung der Experten sowohl in den USA als auch in Europa fortsetzen.
Gleichzeitig seien die Ursachen für die Sorgen - darunter insbesondere die niedrigen Ölpreise - gute Nachrichten für die meisten Verbraucher und Unternehmen in Europa und den USA. Und auch wenn man glaube, dass China mit den Nachwirkungen des großen Baubooms zu kämpfen habe, werde das Bankensystem durch die ausreichende Liquidität der Zentralbanken und ein gesperrtes Kapitalkonto abgesichert. Letzteres bedeute, dass Unternehmen und Verbrauchern der Kapitaltransfer ins Ausland und damit die Destabilisierung des Bankensystems erschwert würden.
Die Experten hätten somit die Turbulenzen genutzt, um ihr Engagement in Aktien auszubauen, da sie die hohen Kurse im Sommer 2015 dazu veranlasst hätten, ihre Aktienbestände zu reduzieren. Sie würden nicht erwarten, dass sich die Sorgen morgen in Luft aufgelöst hätten. Aber die aktuelle übertriebene Panik werde nachlassen, sobald die Wirtschaftsdaten ein anhaltendes Wachstum in den USA, Europa und China bestätigen würden. Weitere Lockerungsmaßnahmen der EZB im März würden ebenfalls helfen. Sollten sich ihre Ansichten bewahrheiten, würden die Märkte zur Ruhe kommen - und die Aktienkurse wieder steigen. (12.02.2016/fc/a/m)


