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Bankenstresstest nur ein Bluff?
26.07.10 09:16
Rohstoff-Trader
Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Am Freitag wurden die Ergebnisse des Bankenstresstests veröffentlicht, die seitens des Committee of European Banking Supervisors (CEBS) durchgeführt wurden, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".
Von 91 getesteten Banken hätten 84 den Test bestanden und nur sieben seien durchgefallen. Unter diesen sieben Banken habe sich die Hypo Real Estate (ISIN DE0008027707/ WKN 802770) sowie eine griechische Bank und fünf spanische Cajas (eine Art Sparkasse) befunden. Die Medien hätten dies meist positiv aufgenommen und von einer Erleichterung im Markt gesprochen. Die französische Finanzministerin Christine Lagarde habe sogar gesagt, dass der Stresstest der letzte Baustein für eine vollkommene Erholung nach der Krise sei.
Wenn man sich einmal in die Prämissen und Vorgaben des Tests näher einarbeite, dann erkenne man schnell ein anderes Bild. Der durchgeführte Test habe einige Szenarien gehabt, die viel zu konservativ gewählt worden seien. Beispielsweise habe man in einem Szenario damit gerechnet, dass die Wirtschaft um bis zu drei Prozent in 2010 und 2011 zurückgehen könnte. Zudem habe man ebenfalls damit gerechnet, dass die kurzfristigen Zinsen um 1,25 Prozent ansteigen würden und die langfristigen um 0,75 Prozent. Allerdings habe man nur mit einer Wahrscheinlichkeit von fünf Prozent gerechnet, dass so etwas überhaupt passieren könnte. Der letzte Stresstest in den USA habe diesem Szenario eine Wahrscheinlichkeit von 15 Prozent gegeben und womöglich sei sie sogar noch höher.
Zudem sei nicht getestet worden, wie sich die Banken im Falle eines kompletten Zahlungsausfalles verhalten würden. Das CEBS sei davon ausgegangen, dass eine Landespleite wie beispielsweise von Griechenland ausgeschlossen sei und im Schlimmsten Fall die Gläubiger nur 23 Prozent verlieren könnten. Bei Spanien und Portugal habe man mit Maximalverlusten von 12,3 und 14,00 Prozent gerechnet - nach Meinung der Experten eine komplette Unterschätzung der Lage.
Wenn man die Hürde niedrig lege, könne jeder den Test bestehen. Die Frage sei nur, wie die Finanzmärkte hierauf reagieren würden. Ein Einbruch des Euro könnte eine Folge sein und damit auch Aktien und Rohstoffe belasten. (26.07.2010/ac/a/m)
Von 91 getesteten Banken hätten 84 den Test bestanden und nur sieben seien durchgefallen. Unter diesen sieben Banken habe sich die Hypo Real Estate (ISIN DE0008027707/ WKN 802770) sowie eine griechische Bank und fünf spanische Cajas (eine Art Sparkasse) befunden. Die Medien hätten dies meist positiv aufgenommen und von einer Erleichterung im Markt gesprochen. Die französische Finanzministerin Christine Lagarde habe sogar gesagt, dass der Stresstest der letzte Baustein für eine vollkommene Erholung nach der Krise sei.
Zudem sei nicht getestet worden, wie sich die Banken im Falle eines kompletten Zahlungsausfalles verhalten würden. Das CEBS sei davon ausgegangen, dass eine Landespleite wie beispielsweise von Griechenland ausgeschlossen sei und im Schlimmsten Fall die Gläubiger nur 23 Prozent verlieren könnten. Bei Spanien und Portugal habe man mit Maximalverlusten von 12,3 und 14,00 Prozent gerechnet - nach Meinung der Experten eine komplette Unterschätzung der Lage.
Wenn man die Hürde niedrig lege, könne jeder den Test bestehen. Die Frage sei nur, wie die Finanzmärkte hierauf reagieren würden. Ein Einbruch des Euro könnte eine Folge sein und damit auch Aktien und Rohstoffe belasten. (26.07.2010/ac/a/m)


