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Barings wartet noch auf Aktieneinstieg
30.09.11 15:11
Baring Asset Management
Boston (aktiencheck.de AG) - Trotz anhaltender Besorgnis über die schwache Entwicklung an den europäischen Märkten und die kürzlich nach unten korrigierten Wachstumsaussichten für die USA und Großbritannien vertritt das Multi-Asset-Team von Baring Asset Management (Barings) weiterhin eine positive Haltung im Hinblick auf einen Wiedereinstieg in die Aktienmärkte, sobald die Politik das erwartete auslösende Moment liefert.
Percival Stanion, Head of Asset Allocation bei Barings erläutere: "Obwohl wir bei unseren Multi-Asset-Portfolios unsere untergewichtete Positionierung in Aktien beibehalten haben, bereiten wir uns für den Fall einer deutlich richtungsweisenden Änderung in der europäischen Politik auf eine rasche Ausweitung unseres Aktienanteils vor. Angesichts der schlechteren Wirtschaftsprognosen sehen wir jedoch keinen Grund, der Entwicklung vorzugreifen. Aktien werden auf niedrigem Niveau gehandelt, und unsere Analyse der Risikoprämien für Aktien ergibt, dass sich sogar bei einem moderaten Rückgang des Gewinns je Aktie sowohl in Großbritannien als auch in den USA ordentliche Werte finden lassen. Dennoch befinden sich die Aktienkurse noch nicht auf absolutem Ausverkaufsniveau, und wir können im Moment noch keine Ausbildung einer Talsohle erkennen."
Im Hinblick auf die Aussichten für Großbritannien und die USA spreche Stanion über die Neigung beider Märkte, ihre QE-Programme wieder aufzunehmen. Stanion weiter: "Die Wachstumsprognosen wurden erneut nach unten korrigiert, und obgleich eine Rezession noch in keinem dieser Länder im Vordergrund steht, steigt bei beiden der Druck, weitere Konjunkturmaßnahmen einzuleiten. Präsident Obamas 450-Milliarden-Dollar-Paket, das auf Steuererleichterungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Infrastrukturmaßnahmen und einer Senkung von Sozialabgaben beruht, löste anfänglich eine positive Reaktion aus und konnte sogar Republikaner für sich gewinnen. Seine jüngsten Reden, die wiederholt die Forderung nach einer gerechteren Besteuerung der Superreichen ansprachen, sorgten jedoch leider dafür, dass ihm diese Unterstützung der Republikaner wieder abhanden kam. Da die vorgeschlagenen Lösungen aufgrund der zunehmenden parteipolitischen Spannungen vermutlich nicht umgesetzt werden können, fällt die Aufgabe, die Wirtschaft anzukurbeln, an die FED. Der starke Ausverkauf an den Märkten nach den letzten Konjunkturprogrammen zeigt jedoch die schwachen Nerven der Investoren, die ihre Aufmerksamkeit auf die deprimierende Beurteilung der Fed hinsichtlich der pessimistischen Wirtschaftsaussichten richten."
"Ein ähnliches Szenario beobachten wir in Großbritannien, wo die Entscheidungsträger der Bank of England grünes Licht für eine weitere Runde der quantitativen Lockerung gegeben haben; doch auch hier steht der prognostizierte Aufschwung auf sehr wackeligen Beinen."
In Europa seien die Aussichten weiterhin äußerst deprimierend. Stanion weiter: "Die nordeuropäischen Staaten hüten sich derzeit davor, zu viele Zugeständnisse zu machen; denn die inländische Bevölkerung vertritt gegenüber jeglichen Rettungsaktionen eine zunehmend ablehnende Haltung. Angesichts des betrügerischen Verhaltens in der Vergangenheit und des Scheiterns, irgendeine der Bedingungen in Verbindung mit der Rettungsaktion vom letzten Jahr zu erfüllen, herrscht gegenüber Griechenland ein sehr großes Misstrauen. Demzufolge sieht es so aus, als würden Griechenland weitere schmerzhafte Bedingungen in Form von Stellenstreichungen und einnahmenerhöhenden Maßnahmen auferlegt, bevor diesem Staat eine weitere Finanzhilfe gewährt wird. Mit Sicherheit ist das Thema Griechenland hiermit noch nicht abgeschlossen. Wir rechnen fest damit, dass Griechenland bei Fälligkeit der zweiten Tranche im Dezember auch gegen die Bedingungen für diese zweite Rettungsaktion wieder verstoßen haben wird. Ab einem gewissen Punkt wird das Land seinen immensen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Wir hoffen sehr, dass die europäischen Behörden für diesen Fall Vorkehrungen getroffen haben."
Barings betone, dass sich die Skepsis gegenüber den nächsten schwachen Kandidaten erhöhe, je länger dieser Prozess dauere. Spanien und Italien würden sich in einer heiklen Lage befinden und obgleich sich das Anwerfen der Notenpresse als eine Option anbiete, hätte dies einen deutlich schwächeren Euro und eine höhere Inflation zur Folge.
Für seine Multi-Asset-Portfolios behalte Barings das sehr niedrige Risikoprofil bei. Trotz der lächerlich geringen Zinsen halte man die Bareinlagen auf einem historisch hohen Niveau. Darüber hinaus vertrete Barings weiterhin sein starkes Engagement in sicheren Staatsanleihen. Zwar seien vor kurzem bei den Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten Gewinnmitnahmen eingestrichen worden, doch anschließend sei eine Umschichtung auf Anleihen mit kürzeren Laufzeiten erfolgt. Obwohl Anleihen aus Schwellenländern kürzlich unter Druck geraten seien, da die Anleger aus sämtlichen Risikoanlagen geflüchtet seien und Zuflucht in auf den US-Dollar lautende Papiere gesucht hätten, sei Barings aufgrund der jüngsten Maßnahmen in Indonesien, mit denen das Land begonnen habe, seine Auslandsreserven einzusetzen, um sowohl seine Währung als auch seinen Anleihemarkt zu stabilisieren, optimistisch. Barings rechne damit, dass diese Assetklasse aufgrund der besseren Schuldendynamik der Schwellenländer letztendlich dominiere. (30.09.2011/fc/a/m)
Percival Stanion, Head of Asset Allocation bei Barings erläutere: "Obwohl wir bei unseren Multi-Asset-Portfolios unsere untergewichtete Positionierung in Aktien beibehalten haben, bereiten wir uns für den Fall einer deutlich richtungsweisenden Änderung in der europäischen Politik auf eine rasche Ausweitung unseres Aktienanteils vor. Angesichts der schlechteren Wirtschaftsprognosen sehen wir jedoch keinen Grund, der Entwicklung vorzugreifen. Aktien werden auf niedrigem Niveau gehandelt, und unsere Analyse der Risikoprämien für Aktien ergibt, dass sich sogar bei einem moderaten Rückgang des Gewinns je Aktie sowohl in Großbritannien als auch in den USA ordentliche Werte finden lassen. Dennoch befinden sich die Aktienkurse noch nicht auf absolutem Ausverkaufsniveau, und wir können im Moment noch keine Ausbildung einer Talsohle erkennen."
Im Hinblick auf die Aussichten für Großbritannien und die USA spreche Stanion über die Neigung beider Märkte, ihre QE-Programme wieder aufzunehmen. Stanion weiter: "Die Wachstumsprognosen wurden erneut nach unten korrigiert, und obgleich eine Rezession noch in keinem dieser Länder im Vordergrund steht, steigt bei beiden der Druck, weitere Konjunkturmaßnahmen einzuleiten. Präsident Obamas 450-Milliarden-Dollar-Paket, das auf Steuererleichterungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Infrastrukturmaßnahmen und einer Senkung von Sozialabgaben beruht, löste anfänglich eine positive Reaktion aus und konnte sogar Republikaner für sich gewinnen. Seine jüngsten Reden, die wiederholt die Forderung nach einer gerechteren Besteuerung der Superreichen ansprachen, sorgten jedoch leider dafür, dass ihm diese Unterstützung der Republikaner wieder abhanden kam. Da die vorgeschlagenen Lösungen aufgrund der zunehmenden parteipolitischen Spannungen vermutlich nicht umgesetzt werden können, fällt die Aufgabe, die Wirtschaft anzukurbeln, an die FED. Der starke Ausverkauf an den Märkten nach den letzten Konjunkturprogrammen zeigt jedoch die schwachen Nerven der Investoren, die ihre Aufmerksamkeit auf die deprimierende Beurteilung der Fed hinsichtlich der pessimistischen Wirtschaftsaussichten richten."
In Europa seien die Aussichten weiterhin äußerst deprimierend. Stanion weiter: "Die nordeuropäischen Staaten hüten sich derzeit davor, zu viele Zugeständnisse zu machen; denn die inländische Bevölkerung vertritt gegenüber jeglichen Rettungsaktionen eine zunehmend ablehnende Haltung. Angesichts des betrügerischen Verhaltens in der Vergangenheit und des Scheiterns, irgendeine der Bedingungen in Verbindung mit der Rettungsaktion vom letzten Jahr zu erfüllen, herrscht gegenüber Griechenland ein sehr großes Misstrauen. Demzufolge sieht es so aus, als würden Griechenland weitere schmerzhafte Bedingungen in Form von Stellenstreichungen und einnahmenerhöhenden Maßnahmen auferlegt, bevor diesem Staat eine weitere Finanzhilfe gewährt wird. Mit Sicherheit ist das Thema Griechenland hiermit noch nicht abgeschlossen. Wir rechnen fest damit, dass Griechenland bei Fälligkeit der zweiten Tranche im Dezember auch gegen die Bedingungen für diese zweite Rettungsaktion wieder verstoßen haben wird. Ab einem gewissen Punkt wird das Land seinen immensen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Wir hoffen sehr, dass die europäischen Behörden für diesen Fall Vorkehrungen getroffen haben."
Barings betone, dass sich die Skepsis gegenüber den nächsten schwachen Kandidaten erhöhe, je länger dieser Prozess dauere. Spanien und Italien würden sich in einer heiklen Lage befinden und obgleich sich das Anwerfen der Notenpresse als eine Option anbiete, hätte dies einen deutlich schwächeren Euro und eine höhere Inflation zur Folge.
Für seine Multi-Asset-Portfolios behalte Barings das sehr niedrige Risikoprofil bei. Trotz der lächerlich geringen Zinsen halte man die Bareinlagen auf einem historisch hohen Niveau. Darüber hinaus vertrete Barings weiterhin sein starkes Engagement in sicheren Staatsanleihen. Zwar seien vor kurzem bei den Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten Gewinnmitnahmen eingestrichen worden, doch anschließend sei eine Umschichtung auf Anleihen mit kürzeren Laufzeiten erfolgt. Obwohl Anleihen aus Schwellenländern kürzlich unter Druck geraten seien, da die Anleger aus sämtlichen Risikoanlagen geflüchtet seien und Zuflucht in auf den US-Dollar lautende Papiere gesucht hätten, sei Barings aufgrund der jüngsten Maßnahmen in Indonesien, mit denen das Land begonnen habe, seine Auslandsreserven einzusetzen, um sowohl seine Währung als auch seinen Anleihemarkt zu stabilisieren, optimistisch. Barings rechne damit, dass diese Assetklasse aufgrund der besseren Schuldendynamik der Schwellenländer letztendlich dominiere. (30.09.2011/fc/a/m)


