Bellevue Medtech & Services Fonds: Digitales Diabetesmanagement - eine Erfolgsgeschichte für Patienten und Investoren


06.10.22 10:30
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Die Zahlen sprechen für sich: 530 Millionen Menschen und damit jede zehnte erwachsene Person waren 2021 nach Erhebungen der International Diabetes Federation (IDF) weltweit an Diabetes erkrankt, so Marcel Fritsch, Portfoliomanager des Bellevue Medtech & Services Fonds (ISIN LU0415391431 / WKN A0RP23, EUR B) und des Bellevue Digital Health Fonds (ISIN LU1811048138 / WKN A2JJBD, B EUR) von der Bellevue Asset Management AG.

Gegenüber dem Jahr 2000 hätten sich die Patientenzahlen damit verdreifacht. Bis 2045 solle sich dieser Wert auf mehr als 780 Millionen Diabetespatienten erhöhen, was gegenüber der Jahrtausendwende einer Verfünffachung entsprechen würde. Bei 10% aller Fälle handle es sich um Diabetes Typ 1, also einen meist im Kindes- und Jugendalter diagnostizierten Insulinmangel. Dieser entstehe, wenn die Betazellen zur Regulierung des Blutzuckers in der Bauchspeicheldrüse vom eigenen Immunsystem zerstört würden. Der meist im höheren Alter diagnostizierte Diabetes Typ 2 werde durch Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel ausgelöst. Dabei produziere die Bauchspeicheldrüse zwar Insulin, jedoch nicht genügend, oder der Körper könne es nicht wirksam verwenden (Insulinwirkverlust).

Für die Gesundheitssysteme werde Diabetes zu einer finanziellen Belastung, die kaum zu bewältigen sei. Der IDF zufolge habe die Stoffwechselerkrankung zuletzt jährliche Gesundheitsausgaben in Höhe von rund USD 970 Mrd. verursacht, davon USD 420 Mrd. in Nordamerika. Dass sich die Behandlungskosten in den letzten 15 Jahren mehr als vervierfacht hätten, liege wohl zu einem großen Teil an den Folgeerkrankungen von Diabetes wie Hirnschlag, Herzinfarkt, Erblindung oder Nierenversagen. Um Diabetes und seine Auswirkungen besser zu managen, müssten sich die Glukosewerte der Patienten so lange wie möglich in einem Zielkorridor zwischen 70 und 180 Milligramm Zucker pro Deziliter Blut bewegen. Der Blutzuckerwert eines gesunden Menschen befinde sich während etwa 90% der Zeit in diesem Zielkorridor.

Dank neuer digitaler Technologien könne sich dieser Wert je nach Diabetespatient auf 70% bis 80% verbessern. Möglich mache es das Zusammenspiel von "Realtime"-CGM-Systemen und AID-Insulinpumpen-Systemen. Bei den CGM-Systemen werde der Glukosegewebespiegel regelmäßig, also in Intervallen von Minuten, im Unterhautgewebe gemessen. Diese Glukose-Messwerte würden gleichzeitig per Bluetooth an die AID-Insulinpumpe und das Smartphone des Diabetespatienten gesendet.

Algorithmen der AID-Insulinpumpe würden den Glukoseverlauf und entscheiden automatisch analysieren, ob und wie viel Insulin verabreicht werden solle. Das Smartphone visualisiere die Glukosewerte und warne den Patienten vor zu hohen oder zu tiefen Zuckerwerten. Mit dem Smartphone könne vor den Mahlzeiten ein Insulinbolus ausgelöst werden. Sämtliche Patientendaten würden in die Cloud hochgeladen, auf die das medizinische Fachpersonal Zugriff habe, um die Wirksamkeit der Insulintherapie zu analysieren und gegebenenfalls anzupassen. Neben dem Patienten selbst könnten auch Drittpersonen wie Familienangehörige per App die Daten einsehen.

Die aus Patienten- und Investorensicht führenden CGM-Systeme seien der FreeStyle Libre 3 von Abbott und der Dexcom G6 von Dexcom. Das Abbott-Produkt habe die zurzeit größte Patientenbasis von mehr als 4 Millionen und die Preisführerschaft. Der größte Nachteil des FreeStyle Libre 3 sei, dass er in den USA noch nicht für die Interaktion mit AID-Insulinpumpen zugelassen sei. Im Gegensatz dazu habe der Dexcom G6 durch die Interaktion mit AID-Systemen die Qualitätsführerschaft und dazu mit dem Dexcom G7 ein technologisch weiterentwickeltes Nachfolgeprodukt, das bereits in Europa zugelassen sei. Bezüglich der Messgenauigkeit (8,2%) und der Kürze der Aufwärmphase des Glukosesensors (30 Minuten) sei der Dexcom G7 technologisch am weitesten fortgeschritten. Weniger weit entwickelt seien der bislang in Europa zugelassene Guardian 4 von Medtronic sowie der Eversense E3 von Senseonics.

Bei den Systemen für automatische Insulindosierung (AID) seien zwei Produkte marktführend und würden sich durch einzelne Qualitätsmerkmale auszeichnen. Die Insulinpumpe t:slim X2 mit Control-IQ-Technologie von Tandem Diabetes und der Omnipod 5 von Insulet seien beide in den USA zugelassen, würden mit dem Dexcom G6 interagieren und könnten neben Basalinsulin auch eine Bolusabgabe vor den Mahlzeiten per Smartphone auslösen. Die MiniMed 780G von Medtronic sei erst in Europe zugelassen und interagiere mit dem technologisch wenig weit entwickelten Glukosesensor Guardian 4. Wie die t:slim X2 gehöre die MiniMed 780G zu den Schlauchpumpen, die drei oder vier Jahre lang verwendet werden könnten. Der schlauchlose, direkt am Körper tragbare und wasserdichte Omnipod 5 sei eine Patchpumpe, die sehr kleinformatig, für Patienten ab zwei Jahren zugelassen sei und nach drei Tagen ausgewechselt werde. Der im Abonnement in den Apotheken beziehbare Omnipod 5 gelte als ideales Einstiegsprodukt.

Die Experten der Bellevue Asset Management AG würden davon ausgehen, dass sich der globale Erlös für CGM-Systeme im Zeitraum 2019 bis 2025 auf rund USD 12 Mrd. verdreifachen werde. Im selben Zeitraum würden sich die Umsätze mit AID-Insulinpumpen auf USD 5 Mrd. nahezu verdoppeln. Hier werde sich das Wachstum in den nächsten Jahren beschleunigen, wenn der FreeStyle Libre 3 für die Interaktion mit AID-Insulinpumpen zugelassen werde. Darüber hinaus werde bei Tandem Diabetes für 2024 die Zulassung der Mobi:Tubeless erwartet. Hierbei handle es sich um eine wiederverwendbare Patchpumpe, bei der das Infusionsset durch eine aufklebbare Halterungsplatte mit Nadel ersetzt werde.

Innerhalb der Medizintechnik zähle das digitale Diabetesmanagement auf Sicht der nächsten Jahre zu den disruptiven Technologien mit dem größten Wachstumspotenzial. In den beiden Fondsprodukten der Experten der Bellevue Asset Management AG, dem Bellevue Medtech & Services und dem Bellevue Digital Health, seien aktuell je 17% des Portfolios in Unternehmen investiert, die teilweise oder ausschließlich im Bereich Diabetes tätig seien. Die beiden Fonds hätten ein unterschiedliches Risikoprofil. Während das Portfolio des Bellevue Medtech & Services zu 92% aus Large Caps und zu 35% aus Firmen mit dem Fokus digitale Gesundheit bestehe, seien im Bellevue Digital Health die Small und Mid Caps mit 57% deutlich höher gewichtet. Darunter befänden sich mit Dexcom, Insulet und Tandem Diabetes Unternehmen, deren Wachstumstempo sich durch die jüngsten Produktneuheiten in Zukunft beschleunigen werde. (06.10.2022/fc/a/f)






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