Biotech- u. Pharma-Fonds beimischen


09.05.03 17:16
Wertpapier

Eine Beimischung von Biotech- und Pharmafonds bietet nach Meinung der Fondsexperten vom Anlegermagazin "Wertpapier" langfristig gute Chancen.

Anfang April habe der führende Entwickler von DNA-Chips, Affymetrix, die Wall Street-Börsianer mit einer drastischen Umsatzwarnung geschockt. Folge: Die Aktie sei um 35 Prozent in die Tiefe gerauscht. Was dem Affymetrix-Wert an einem einzigen Tag widerfahren sei, habe der gesamte Gesundheitssektor in den ersten sieben Monaten 2002 erfahren. Der MSCI Biotech-Index habe 46 Prozent eingebüßt. Wenig besser sei es dem Pharma-Index gegangen: minus 31 Prozent. Bilanzmanipulationen bei ehemaligen Branchenstars wie Elan und Imclone, schärfere Zulassungsverfahren in den USA und wenig neue Produkte hätten der gesamten Branche arg zugesetzt.

Doch seit den Tiefstständen seien die Patienten Biotech und Pharma wieder auf dem Wege der Genesung. Die Kurse hätten um 60 bzw. 19 Prozent aufgeholt. Die meisten Unternehmen hätten bessere Zahlen berichtet, es habe kaum Enttäuschungen gegeben, so Christian Werner, Fondsmanager des dit Pharma & Biotech (ISIN DE0006337835 / WKN 633783). Allerdings würden die europäischen Unternehmen unter der negativen US-Dollar-Entwicklung leiden. Positiv stimme ihn auch die Aussicht auf mehr Neuzulassungen und vielversprechende Produkte, die in diesem Jahr auf dem Markt erscheinen würden.

Insgesamt müsse die Pharmabranche jedoch kleinere Brötchen backen. Die Zeiten großer Innovationen, die Anfang der 90er Jahre Wachstumsraten von jährlich 15 Prozent möglich gemacht hätten, seien vorbei. Mehr Innovationen und Wachstum seien hingegen im Biotechsektor angesagt. Rund 300 Arzneimittel würden zurzeit die letzte Testphase durchlaufen. Deshalb rechne Michael Sjöström, Manager des Pictet Biotech-Fonds, mit zahlreichen Firmenübernahmen.