BlackPoint Evolution Fund: Warum Anleihen wieder attraktiv sind


12.10.22 10:30
BlackPoint Asset Management

München (www.fondscheck.de) - In den vergangenen Monaten sind sowohl Aktien als auch Anleihen massiv unter Druck geraten, so die Experten von BlackPoint Asset Management.

Würden festverzinsliche Wertpapiere noch der Diversifikation dienen? Ja, sage Marcel Huber, Portfoliomanager des BlackPoint Evolution Fund (ISIN LU2369268425 / WKN A3CVWB, A EUR DIS; ISIN LU2369268698 / WKN A3CVVZ, B EUR DIS) bei BlackPoint Asset Management. Sogar aus Renditesicht seien sie für ihn aktuell interessanter als Unternehmensbeteiligungen.

Die Diversifikation des Kapitals über verschiedene Anlageklassen sei keine Option - es sei aus Sicht der Experten die Pflicht eines umsichtigen langfristigen Investors. Historisch habe sich die gleichzeitige Allokation in Aktien sowie in Staats- und Unternehmensanleihen bewährt. Die langfristige Robustheit eines gemischten Portfolios basiere dabei auf den unterschiedlichen Korrelationen der Anlageklassen. Das heiße: Würden in einer die Kurse fallen, sollten sie in einer anderen im Gegenzug idealerweise steigen.

Aktuell werde die Bedeutung dieses Konzepts wieder einmal lebhaft diskutiert. Kritik flamme häufig dann auf, wenn unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen sich in einer Krise nicht gegenseitig diversifizieren, sondern über einen bestimmten Zeitraum hinweg gleichzeitig Kursrückgänge erleiden würden - wie es zuletzt der Fall gewesen sei. Aber sollten Anleger aufgrund des längeren Zinsanhebungszyklus die Anlageklasse Anleihen komplett aufgeben? Aus Sicht der Experten keinesfalls. Ganz im Gegenteil: Anleihen seien in den vergangenen Monaten deutlich attraktiver geworden und könnten künftig nicht nur zur Diversifizierung beitragen, sondern positive Renditen liefern.

Aktuell belaste die geldpolitische Straffung aufgrund der weltweit hohen Inflation sowohl die Anleihe- als auch die Aktienmärkte. Der Paradigmenwechsel bei Inflation und Zentralbankpolitik bedeute aber nicht, dass das Konzept Mischfonds überholt sei und seine besten Tage hinter sich habe. Im Gegenteil!

Einige Anleihesegmente seien aktuell sogar historisch günstig bewertet, da sie übertrieben hart von der Krise getroffen worden seien. Druck sei zuletzt nicht nur von der Zinsseite gekommen, auch die Risikoprämien seien sprunghaft angestiegen. Das sei der Teil der Rendite, der über den "risikofreien Zins", also die Rendite einer US-Staatsanleihe oder einer deutschen Bundesanleihe mit vergleichbarer Laufzeit, hinausgehe. Außerordentlich hohe Risikoprämien würden allen voran europäische Unternehmensanleihen sowie in US-Dollar denominierte Staatsanleihen aus den Schwellenländern bieten - und seien daher besonders günstig.

Viele Marktbeobachter würden dazu neigen, auch andere Anlageklassen wie Aktien aufgrund der jüngsten Korrektur als günstig einzuschätzen. Im Vergleich zu Unternehmensanleihen sei das aber nicht der Fall, da die Kompensation für das höhere Risiko einer Unternehmensbeteiligung in Form von Aktien deutlich höher ausfallen sollte als die Rendite eines vergebenen Darlehens an ein Unternehmen in Form einer Anleihe. Daher würden die Experten aktuell die relative Attraktivität von Anleihen als erhöht bewerten, während die Attraktivität von Aktien etwas geschwächt sei. In der Konsequenz seien die Experten deshalb untergewichtet in Aktien und würden schrittweise Chancen am Anleihemarkt ergreifen. (12.10.2022/fc/a/f)