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Brent-Ölpreis hoch
04.02.11 11:03
Rohstoff-Trader
Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die globalen Nachrichten behandelten diese Woche überwiegend nur ein Thema: Ägypten, so die Experten vom "Rohstoff-Trader" im Kommentar zu Öl.
Es scheine, als taumle ein arabisches Regime nach dem anderen. Das tunesische Staatsoberhaupt habe dem Druck nicht mehr standhalten können und sei ins Exil geflohen. Nun rebelliere das ägyptische Volk. Das Ziel sei, wie auch in Tunesien, der Staatschef solle sich zurückziehen und die Macht abgeben.
Es herrsche die Sorge, dass dies zu einem Trend werden könnte und somit zu weiteren Unruhen in den anderen arabischen Ländern. Die Unzufriedenheit in den meisten Staaten im nahen Osten sei hoch. Es herrsche eine hohe Arbeits- und Perspektivlosigkeit in der Gesellschaft. Deshalb könne es durchaus vorkommen, dass wir in den nächsten Wochen von Unruhen in Jemen hören könnten, jedoch seien da die möglichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft belanglos.
Der Sues-Kanal gehöre zu den wichtigsten Transportrouten weltweit. Konflikte in dieser Region könnten zu einer Blockade oder einer Schließung des Kanals führen und hätten enorme Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Schließung des Sues-Kanals kommen könnte, sei im Moment aber sehr gering. Die Stabilität Ägyptens würde dadurch nur noch mehr gefährdet werden.
Der Sues-Kanal sei 192 Kilometer lang und ermögliche den Import von Rohöl und Waren nach Europa. Der Kanal werde pro Jahr ungefähr 20.000 Mal durchfahren und sichere Ägypten eine Einnahme von knapp 5 Milliarden Dollar. Eine Fahrt könne bis zu 500.000 USD kosten. Ausgerechnet in dieser Region würden die aktuellen Unruhen stattfinden.
Eine Schließung des Kanals würde zu enormen Umwegen in den Schifffahrtsrouten führen. Schiffe müssten in solch einem Fall um Afrika (Kap der guten Hoffnung) fahren, was eine Extrastrecke von 9.600 Kilometer entspreche und zwei Wochen länger dauern würde. Die zusätzlich anfallenden Kosten würden zwangsweise den Preis der importierten Waren und des Rohöls um ein Vielfaches nach oben treiben.
Die Sorgen über einen möglichen schlechten Ausgang der Unruhen könne man aktuell am hohen Preis des Rohöls Sorte Brent feststellen. Der März-Kontrakt für ICE Brent habe diese Woche zeitweise knapp über 103 USD notiert. Der steigende Preis lasse sich somit unter anderem auf eine steigende Unsicherheit zurückführen. Eine Stabilisierung der Lage in Ägypten würde höchstwahrscheinlich auch den starken Preisanstieg in Öl beruhigen. (04.02.2011/ac/a/m)
Es scheine, als taumle ein arabisches Regime nach dem anderen. Das tunesische Staatsoberhaupt habe dem Druck nicht mehr standhalten können und sei ins Exil geflohen. Nun rebelliere das ägyptische Volk. Das Ziel sei, wie auch in Tunesien, der Staatschef solle sich zurückziehen und die Macht abgeben.
Es herrsche die Sorge, dass dies zu einem Trend werden könnte und somit zu weiteren Unruhen in den anderen arabischen Ländern. Die Unzufriedenheit in den meisten Staaten im nahen Osten sei hoch. Es herrsche eine hohe Arbeits- und Perspektivlosigkeit in der Gesellschaft. Deshalb könne es durchaus vorkommen, dass wir in den nächsten Wochen von Unruhen in Jemen hören könnten, jedoch seien da die möglichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft belanglos.
Der Sues-Kanal sei 192 Kilometer lang und ermögliche den Import von Rohöl und Waren nach Europa. Der Kanal werde pro Jahr ungefähr 20.000 Mal durchfahren und sichere Ägypten eine Einnahme von knapp 5 Milliarden Dollar. Eine Fahrt könne bis zu 500.000 USD kosten. Ausgerechnet in dieser Region würden die aktuellen Unruhen stattfinden.
Eine Schließung des Kanals würde zu enormen Umwegen in den Schifffahrtsrouten führen. Schiffe müssten in solch einem Fall um Afrika (Kap der guten Hoffnung) fahren, was eine Extrastrecke von 9.600 Kilometer entspreche und zwei Wochen länger dauern würde. Die zusätzlich anfallenden Kosten würden zwangsweise den Preis der importierten Waren und des Rohöls um ein Vielfaches nach oben treiben.
Die Sorgen über einen möglichen schlechten Ausgang der Unruhen könne man aktuell am hohen Preis des Rohöls Sorte Brent feststellen. Der März-Kontrakt für ICE Brent habe diese Woche zeitweise knapp über 103 USD notiert. Der steigende Preis lasse sich somit unter anderem auf eine steigende Unsicherheit zurückführen. Eine Stabilisierung der Lage in Ägypten würde höchstwahrscheinlich auch den starken Preisanstieg in Öl beruhigen. (04.02.2011/ac/a/m)


