Brexit: Österreichs Immobilienfonds geben Entwarnung


08.07.16 14:02
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - London ist Europas wichtigster Immobilienstandort, so die Experten von "FONDS professionell".

FONDS professionell ONLINE habe sich bei den Anbietern österreichischer Immobilienfonds umgehört, was der Brexit für ihre Portfolios bedeute.

Immobilien-Investmentfonds seien in Österreich nach wie vor ein Verkaufsschlager. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres hätten inländische Anbieter zusammen per saldo knapp 550 Millionen Euro eingesammelt. 2013 hätten die Nettomittelzuflüsse bei rund 660 Millionen Euro gelegen, ein Jahr später bei 570 Millionen Euro - jeweils nach zwölf Monaten, wohlgemerkt. Die 750 Millionen Euro aus dem Vorjahr hätten einen neuen Absatzrekord markiert.

Vor diesem Hintergrund stelle sich für viele Anleger die Frage, wie stark ihre Fonds durch das Brexit-Votum der Briten betroffen seien. Eine Auswertung von FONDS professionell ONLINE in Deutschland habe ergeben, dass einige Fonds rund ein Fünftel der Anlegergelder im Vereinigten Königreich investiert hätten. In Österreich verfüge hingegen keiner der sechs zum Vertrieb zugelassenen Portfolios über ein Exposure in London oder anderen Teilen des Landes.

Bei der Erste Immobilien KAG werde ausschließlich in Österreich und Deutschland investiert. "Der Erste Immobilienfonds (ISIN AT0000A08SH5 / WKN 32025) investiert in Städte und städtische Ballungszentren mit einer positiven demografischen Entwicklung und einer entsprechenden Nachfrage nach Wohnraum. Aus unserer Sicht sind daher die Standorte, in denen wir investiert sind, aktuell nicht von der derzeitigen Entwicklung betroffen", sage ein Unternehmenssprecher auf Anfrage.

Ähnlich verhalte es sich bei Fonds der Semper Constantia Immo Invest (Semper Real Estate (ISIN AT0000615158 / WKN 61515) und Immo Kapitalanlage (Immofonds 1. Auch der Raiffeisen-Immobilienfonds (ISIN AT0000633417 / WKN 63341) sei nicht in Großbritannien investiert. Ende Mai sei er zu rund einem Viertel des Fondsvolumens in Deutschland, einem Drittel in Frankreich und mehr als 40 Prozent in den Niederlanden engagiert gewesen. Der Fonds werde jedoch aktuell restrukturiert, sage Geschäftsführer Günther Burtscher. Der Prozess habe in einer ersten Phase einen "möglichst weitgehenden Rückzug aus dem Publikumsbereich" vorgesehen und werde voraussichtlich zwei bis drei Jahre dauern.

Kein UK-Exposure würden auch die beiden Fonds der Bank Austria Real Invest aufweisen. Der 2007 aufgelegte Real Invest Europe verfolge gemäß Fondsdokumenten eine paneuropäische Investmentpolitik und sei Ende Juni zu 55 Prozent in Kroatien und mehr als 40 Prozent in Tschechien engagiert gewesen. Der Real Invest Austria (ISIN AT0000634365 / WKN 63436) - mit rund drei Milliarden Euro Österreichs größter offener Immobilienfonds - investiere ausschließlich in inländische Objekte. (08.07.2016/fc/a/f)





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