China-ETF: Die Chance auf eine Trendwende


30.12.14 09:09
Lyxor Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Die Experten von Lyxor Asset Management stellen in einer aktuellen Ausgabe ihres Magazins "Die Welt der ETFs" den Lyxor FORTUNE SG UCITS ETF MSCI China A, den Lyxor UCITS ETF China Enterprise (HSCEI) (ISIN FR0010204081 / WKN A0F5BW) und den Lyxor UCITS ETF CSI 300 A-SHARE vor.

Im ersten Halbjahr 2014 habe der chinesische Aktienmarkt, gemessen an seinem Leitindex SSE Composite, noch nicht überzeugen können: Mit einem Minus von etwa drei Prozent habe er weltweit zu den schwächeren Aktienmärkten gehört.

In den letzten Monaten habe man jedoch erste Zeichen einer Trendwende beobachten können; während die Börsen in den USA und Europa unter großen Schwankungen nahezu unverändert tendiert hätten, hätten chinesische Aktien deutlich zulegen können.

Nichtsdestotrotz habe China zumindest aus Börsensicht seinen Ruf als Lokomotive der Weltwirtschaft nicht gerecht werden können. Dabei habe die Zurückhaltung der Anleger einen fundamentalen Grund gehabt: Die goldenen Zeiten zweistelliger Wachstumsraten seien vorbei. 2013 sei das chinesische Bruttoinlandsprodukt um 7,7 Prozent gewachsen, für dieses Jahr peile China offiziell weiterhin eine Steigerung von 7,5 Prozent an. Im Vergleich zu den minimalen Wachstumsraten in Europa und den USA würden Wachstumszahlen wie in China bemerkenswert erscheinen, doch seien sie für ein Schwellenland mit einem entsprechenden Nachholbedarf nicht hoch. Experten würden sechs oder sieben Prozent Wachstum als Untergrenze sehen, um ausreichend Arbeitsplätze zu schaffen und Entwicklungsprobleme zu lösen.

Ein wesentlicher Faktor, der einer groß angelegten Erholung der chinesischen Börse lange entgegenstanden habe, sei die Politik der chinesischen Notenbank - diese halte sich mit einer weiteren Zinssenkung zurück, um die Verschuldung des Landes nicht weiter hochzutreiben und so womöglich für eine Blase am Immobilienmarkt zu sorgen.

Zudem könnte eine umfangreiche Lockerung der Geldpolitik als Zeichen für ein Zurückrudern gesehen werden, da sich die Regierung auf die Fahnen geschrieben habe, die Wirtschaftsstruktur des Landes fundamental zu verändern und dafür auch kurzfristige Rückschläge in Kauf zu nehmen; insbesondere solle der Konsum gestärkt werden, um unabhängiger von ausländischen Investitionen und den eigenen Exporten zu werden. Bis solche grundlegenden Veränderungen umgesetzt würden, brauche es Zeit, und vor diesem Hintergrund habe sich die Wirtschaftsleistung des Landes in den ersten neun Monaten überraschend robust entwickelt.

Berücksichtige man die aktuellen Entwicklungen in China, erscheine es als umso bemerkenswerter, dass neuen Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge China an den USA auf Basis des Bruttoinlandsproduktes (BIP) als größte Volkswirtschaft der Welt vorbeigezogen sei. Während China auf ein BIP 17,6 Billionen USD kommen dürfte, rechne der IWF für die USA "nur" mit 17,4 Billionen USD.

Während Chinas Wirtschaftsleistung vor 14 Jahren noch bei einem Drittel des US-Volumens gelegen habe, seien die beiden Länder nun für einen fast gleich großen Anteil der Weltwirtschaft verantwortlich: China stelle 16,5 Prozent, die USA 16,3 Prozent. Beim Handel habe China die USA bereits im vergangenen Jahr abgehängt. Auch wenn die Rechnung des IWF auf der Kaufkraftparität beruhe - d.h. identische Waren seien mit demselben Wert in die Berechnung eingegangen, egal ob sie in New York oder in Peking verkauft worden seien -, belege sie die eindrucksvolle Entwicklung im Reich der Mitte.

Zudem würden die jüngsten Konjunkturdaten erste Anzeichen einer Erholung zeigen, wie beispielsweise die deutliche Verbesserung der Handelsbilanz und die merklich anziehenden Exportorders in der monatlichen Umfrage bei den Einkaufsmanagern. Der Einkaufsmanagerindex des Nationalen Statistikamtes und Logistikverbandes sei mit 54 Punkten auf den höchsten Stand seit acht Monaten gestiegen - es sei der sechste monatliche Anstieg in Folge gewesen. Der Index habe im Mai noch bei 50,8 Punkten gelegen, wobei ein Wert über der kritischen Marke von 50 signalisiere, dass sich die Wirtschaft auf Expansionskurs befinde.

Auch der stetige Anstieg des offiziellen Einkaufsmanagerindexes deute auf ein stabiles wirtschaftliches Wachstum hin. Für eine allmähliche Befestigung der chinesischen Konjunktur würden aber auch die jüngsten wirtschaftspolitischen Aktivitäten sprechen: So wolle die Regierung bereits beschlossene Infrastrukturinvestitionen beschleunigen und die Finanzierungskonditionen für kleinere Betriebe verbessern. Diese politischen Maßnahmen zur Stabilisierung des Wachstums hätten also bereits erste positive Wirkungen entfalten können. Diese seien auch notwendig, denn um dauerhaft ausländische Investorengelder anzuziehen, brauche das Land gute Wirtschaftsdaten.

Zudem möchte sich das Land stärker für ausländische Investoren öffnen. Nachdem kürzlich in Frankfurt die Renminbi-Clearing Bank eröffnet habe, könnten Banken und Unternehmen nun Geschäfte in der chinesischen Währung Renminbi abwickeln. Dies komme einem Novum gleich, denn China sei ansonsten für Investoren nur sehr schwer zugänglich. Chinesische Staatsanleihen etwa könnten nicht von Ausländern erworben werden, für chinesische Aktien brauche man Lizenzen und könne sie als Privatanleger gar nicht erwerben.

Allerdings sei der chinesische Aktienmarkt für institutionelle wie private Investoren über ETFs zugänglich. Ein Beispiel für einen "klassischen" China-ETF sei der Lyxor ETF China Enterprise. Dieser ETF bilde die Entwicklung des Hang Seng China Enterprises-Indexes und damit so genannte H-Aktien ab. Das seien chinesische Aktien, die an der Börse in Hongkong gehandelt würden und allen Anlegern offen stünden.

Ein neuer Lyxor ETF, der Lyxor ETF MSCI China A, bilde dagegen die Entwicklung des MSCI China A-Indexes nach, dessen Aktien an den heimischen Märkten von Shanghai und Shenzhen in Renminbi gehandelt würden. Der Index umfasse rund 460 Unternehmen, wodurch er im Vergleich zu ähnlichen Indices eine breitere Abdeckung und Sektordiversifizierung ermögliche; insgesamt würden A-Aktien rund 75 Prozent von Chinas Gesamtaktienmarktkapitalisierung ausmachen. Da chinesische A-Aktien einen direkten Zugang zu einem breiten Spektrum an in lokaler Währung notierten chinesischen Aktien böten, seien sie bei Investoren sehr gefragt - dürften jedoch nur von chinesischen Staatsbürgern direkt gehandelt werden.

Europäischen Investoren, die an den verbesserten Aussichten der chinesischen A-Aktien teilhaben möchten, biete sich der Weg über einen ETF wie den Lyxor ETF MSCI China A an, was sich im Vergleich zu einem Direktinvestment aufgrund des großen Diversifikationsvorteils ohnehin empfehle. (Ausgabe Dezember 2014) (30.12.2014/fc/a/e)






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