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China kann harte Landung abwenden


23.04.14 14:26
HSBC Global Asset Management (Deutschlan

Düsseldorf (www.fondscheck.de) - Die in Hongkong notierten chinesischen Aktien verzeichneten im März eine hohe Volatilität, so die Experten von HSBC Global Asset Management (Deutschland).

Die schwachen volkswirtschaftlichen Daten von Januar und Februar hätten die Sorgen über das Wachstum in China verstärkt, da der Abschwung weite Teile der Wirtschaft umgefasst habe: Exporte, Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze, Anlageinvestitionen. Die Stimmung am Markt sei dabei außerdem durch Ausfälle von Unternehmensanleihen in China, die Abwertung des Chinesischen Yuan, die festere geldpolitische Haltung der US-Notenbank sowie durch die Krise in der Ukraine getrübt worden.

Das Kursbarometer sei im Berichtsmonat um mehr als 7 Prozent gefallen. Die Börsenaufsicht CSRC habe grünes Licht für die Ausgabe von Vorzugsaktien gegeben und die Refinanzierung von zwei Immobilienentwicklern gebilligt. Diese Nachrichten hätten zu einer Kurserholung geführt, da Investoren auf eine Lockerung der Geldpolitik spekuliert hätten. Zudem sei eine Sektorrotation von Wachstums- oder New-Economy-Aktien, wie Technologie, Medien und Telekommunikation sowie saubere Energie hin zu Werten der Old Economy, wie Baustoffe, Banken und Immobilien, die Folge gewesen.

Der MSCI China Index sei im März um 1,7 Prozent gefallen. Die Kurs/Gewinn-Verhältnisse (KGV) hätten zum Monatsende bei 8,7 für 2014 und 7,9 für 2015 gelegen. Aktien aus den Bereichen Grundstoffe (+3,9 Prozent), Finanzen (+1,9 Prozent) und Energie (-1,7 Prozent) seien am besten gelaufen. Die schlechteste Entwicklung hätten die Sektoren Informationstechnik (-10,4 rozent), Gesundheit (-5,7 Prozent) sowie Nichtbasiskonsum (-2,7 Prozent) verzeichnet.

Das volkswirtschaftliche Bild Chinas habe sich im März weiter verschlechtert. Wichtige Indikatoren wie der Einkaufsmanagerindex und die Stromerzeugung hätten den Markt enttäuscht. Die Renminbi-Abwertung sei international ebenfalls auf großes Interesse gestoßen. Es habe die Investoren an Währungsdebakel in vielen anderen Schwellenländern in der jüngsten Vergangenheit erinnert.

Nach Ansicht der Experten von HSBC Global Asset Management (Deutschland) sind die Sorgen überzogen. Denn China sei, seine Außenhandelsbilanz betreffend, fundamental in einer viel stärkeren Verfassung als viele andere Schwellenländer. So werde China zum Beispiel für 2014 ein Haushaltsdefizit von 2,1 Prozent und ein Überschuss in der Leistungsbilanz vorhergesagt - von den Devisenreserven der Regierung in Höhe von 3,8 Billionen US-Dollar ganz zu schweigen.

Auf der politischen Ebene würden die Experten eine gewisse Unterstützung durch Steuersenkungen, Ausgaben für den Eisenbahnsektor und ausgewählte Stützungsmaßnahmen für den Immobiliensektor sehen. Es sei noch zu früh, um eine geldpolitische Lockerung zu erwarten, allerdings zeige die Zentralregierung eindeutig eine ausgewogenere Haltung - einerseits um die Wirtschaft zu stützen und andererseits um Korruption und Umweltverschmutzung zu bekämpfen.

Daher bleiben die Experten von HSBC Global Asset Management (Deutschland) zuversichtlich, dass China eine harte Landung der Konjunktur abwenden kann. Bei der aktuell niedrigen Bewertung würden sie für den chinesischen Aktienmarkt positiv gestimmt bleiben. (Ausgabe April 2014) (23.04.2014/fc/a/m)