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China rollt den Goldmarkt auf


03.08.09 10:45
Rohstoff-Trader

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Goldinvestoren wissen, dass einer der größten Einflussfaktoren bei Gold Indien ist, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".

Das Land gehöre beziehungsweise habe gehört bisher zum größten Goldverbraucher der Welt. Es habe aufgrund der enormen Nachfrage der Inder sogar ein saisonaler Zyklus errechnet werden können, der sich auf den Hauptnachfragezeiten stütze. Beispielsweise sei es über viele Jahre hinweg üblich gewesen, dass Gold im Herbst habe zulegen können. Dies sei vorwiegend auf die indische Hochzeitssaison zurückzuführen gewesen. Während dieser Zeit würden viele Paare in Indien heiraten und dabei reichlich mit Gold von Bekannten und Verwandten beschenkt. Wenn die Hochzeitssaison dann gegen Frühjahr ausklinge, habe ein Rückgang des Goldpreises beobachtet werden können.

Aber nicht nur die Hochzeitssaison sondern auch die mangelnden Einrichtungen für Sparguthaben, hätten Gold in Indien beliebt gemacht. Beispielsweise würden in diesem Land sehr viele Bauern leben, die keine Möglichkeit besitzen würden Konten bei den Banken in den großen Städten zu eröffnen. Daher sei Gold ein beliebter Weg um sein Erspartes sicher anzulegen.

Indien habe jedoch inzwischen seine Vorreiterrolle in punkto Goldkonsum verloren. Die Nachfrage sei im ersten Quartal dieses Jahres um 83 Prozent gefallen, da der Goldpreis zu teuer für viele Leute sei. Des Weiteren würden sich laut den Informationen der Experten immer mehr Inder umorientieren und lieber billiges Silber kaufen, um ihr Erspartes zu verwahren. Dies könne ganz nebenbei zu einem weiteren Anstieg bei Silber führen.

Glücklicherweise habe jedoch die gefallene Goldnachfrage aus Indien durch zwei andere Parteien aufgefangen werden können. Zum einen gebe es die Investmentnachfrage seitens der Anleger, die in physisches Gold investieren würden und deren Nachfrage sich im vierten Quartal 2008 vervierfacht habe gegenüber dem Vorjahr. Zum anderen spiele das Riesenreich China eine bedeutende Rolle.

China habe innerhalb des Zeitraums von 2002 bis 2008 seine Goldreserven um 76 Prozent aufgestockt und auch verlautbaren lassen, dass man an dem Gold des IWFs interessiert sei, sofern dieses zum Verkauf stehe. China habe dabei betont, dass man so gut wie alles abnehmen würde. Für die Chinesen sei dies ein lukratives Geschäft, da man dadurch an tausende Tonnen an Gold kommen könnte, ohne den Preis groß zu bewegen.

Aber nicht nur bei der Nachfrage sondern auch bei der Produktion sei China mittlerweile an der Spitze. Während in anderen Ländern die Goldproduktion beständig falle, habe diese in China gesteigert werden können und stehe nun weltweit auf Platz eins. Damit sei China die neue dominierende Größe im globalen Goldgeschäft und dürfe von jedem Goldinvestor nicht mehr unterschätzt werden. Man gehe davon aus, dass es zukünftig zwischen China und Indien auch zu einem Bieterwettkampf um die Goldreserven auf der Erde sowie von Zentralbanken und anderen Einrichtungen kommen werde. (03.08.2009/ac/a/m)