Comgest Growth Japan Fonds: Unternehmenssteuerreform als Treiber für japanischen Aktienmarkt - Fondsanalyse


22.05.14 13:41
Comgest

Paris (www.fondscheck.de) - Nach einem starken Jahr 2013 verzeichnet Japan weiter beeindruckende Wachstumsraten, so die Experten von Comgest im Kommentar zum Comgest Growth Japan Fonds (ISIN IE0004767087 / WKN 631026).

Hohes Gewinnwachstum und eine positive Revisionsdynamik dürften sich auch in diesem Jahr als die wichtigsten Performancetreiber erweisen. Seit dem Beginn der "Abenomics" vor fünf Quartalen hätten japanische Unternehmen die Konsensschätzungen für den Nettogewinn jedes Quartal um durchschnittlich 9% übertroffen. Die kurzfristige Gewinnwachstumsdynamik sei weiterhin solide, was zu Beginn des Jahres 2014 ein vielversprechendes Zeichen sei.

Eine Unternehmenssteuerreform, wie sie Japans Premier Shinzo Abe im Rahmen seines "dritten Pfeils" plane, könnte sich für den japanischen Aktienmarkt zu einem handfesten langfristigen Treiber entwickeln. Planungen zufolge solle der Steuersatz bis 2017 auf 25% sinken. Aktuell würden Unternehmen noch in keinem anderen Land so hoch besteuert wie in Japan. In den vergangenen sieben Jahren habe sich die Steuerbelastung für japanische Firmen auf durchschnittlich 39% belaufen, verglichen mit 20% in Europa, 26% in den Schwellenländern und 22% in den USA.

Allein aus Steuergründen habe Japan dadurch in puncto Eigenkapitalrendite einen Nachteil gegenüber den drei anderen Regionen, der in der Größenordnung von 24% (Europa), 17,5% (Schwellenländer) beziehungsweise 22% (USA) nicht unerheblich sei. Der dritte Pfeil von Premier Abe habe somit das Potenzial, die Rentabilität japanischer Unternehmen international wettbewerbsfähiger zu machen und so die Aktien auf ein ähnliches Kursniveau wie in Europa oder den USA zu katapultieren. Obendrein könnte er dabei eine weitere Flut an positiven Gewinnrevisionen auslösen.

Der Anstieg der Mehrwertsteuer von 5% auf 8% im vergangenen Monat könnte im zweiten Quartal 2014 zu einer gedämpften Nachfrage seitens der privaten Haushalte und Unternehmen führen. In den letzten Quartalen hätten die Verbraucherausgaben und Unternehmensinvestitionen allerdings stark nach oben tendiert - teilweise als Vorzieheffekt vor der Steuererhöhung. Die Einzelhandelsumsätze hätten im Januar 2014 beispielsweise um 4,4% gegenüber dem Vorjahr angezogen, während sich die Ausgaben für Investitionen von Oktober bis Dezember 2013 im Jahresvergleich um 4,0% erhöht hätten.

Insgesamt mache die japanische Wirtschaft den Eindruck, als könnte sie die Mehrwertsteuererhöhung - diese sei notwendig gewesen, um einerseits die Staatsfinanzen zu konsolidieren und andererseits die Unternehmenssteuersenkung zu finanzieren - gut verdauen. So habe sich der japanische Konsum bereits in der zweiten Aprilwoche deutlich erholt, nachdem die Steuererhöhung zum 1. April zunächst dämpfend gewirkt habe.

Vor Japan hätten das auch schon andere Länder geschafft. Deutschland etwa habe 2007 die Mehrwertsteuer ebenfalls um 3 Prozentpunkte angehoben und im gleichen Jahr trotzdem ein Wirtschaftswachstum von 3,3% geschafft. Gleichzeitig habe Deutschland die Steuerlast der Unternehmen (einschließlich Kommunalsteuern) in den vergangenen zwölf Jahren sukzessive von 50% auf 29,8% gesenkt. Diese Steuerreformen hätten in den anderen Ländern zudem den positiven Nebeneffekt gehabt, dass die Unternehmenskultur aktionärsfreundlicher geworden sei.

Einige Anleger mögen vielleicht vom Reformtempo etwas enttäuscht sein, doch darf nicht vergessen werden, dass in Japan die effektive Umsetzung von Reformen konsensabhängig ist, so die Experten von Comgest. So habe die Abe-Regierung ihr Versprechen von Strukturreformen keineswegs gebrochen. Die Implementierung werde nur eher schrittweise erfolgen, wenn die Zeit dafür reif sei.

Für den Comgest Growth Japan Fonds zähle allerdings bei weitem nicht nur der Optimismus bezüglich des Erfolgs der Abenomics. Der Fonds investiere in Qualitätswachstumstitel und konzentriere sich daher auf das autonome Wachstum von Unternehmen, die weniger sensibel auf den Konjunkturzyklus oder Wechselkursschwankungen reagieren würden. Autonomes Wachstum könne sich auf erfolgreiche Innovationen wie bei Yahoo! Japan gründen, aber auch auf regionale Expansion (z.B. Suzuki) sowie eine dominante Marktstellung in Bereichen wie industrielle Prozessautomatisierung (z.B. Fanuc) oder Medizintechnik (z.B. Hamamatsu).

Der Fonds notiere aktuell mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis 2014 von maximal 20, verglichen mit 13,5 für den Topix, der das erste Handelssegment der Tokioter Börse abbilde. Für den Comgest Growth Japan rechnen die Experten von Comgest mit einem Gewinnwachstum je Aktie von bis zu 19%, während die Unternehmen im Topix auf durchschnittlich 17% kommen dürften. Der Fonds sei im ersten Quartil seiner Morningstar Vergleichsgruppe über ein/drei/fünf Jahre und mit 4 Sternen ausgezeichnet. (22.05.2014/fc/a/f)





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