DAX erreicht die 10.000 Punkte-Marke


05.06.14 16:00
Weberbank

Berlin (www.fondscheck.de) - Es ist geschafft! 26 Jahre nach seiner offiziellen Einführung erreicht der Deutsche Aktienindex die 10.000 Punkte-Marke und damit eine Verzehnfachung seines ursprünglichen Wertes, so die Analysten der Weberbank.

Die perfekte Geldanlage könnte man meinen, schließlich hätte ein Investor der ersten Stunde im Schnitt 9,25 Prozent im Jahr verdient. Doch würden nur wenige Anleger ihren Investitionen so viel Zeit geben. Immer wieder würden sie durch Krisen verunsichert und ihr langfristig aussichtsreiches Investment verkaufen.

So habe der DAX in seiner 26-jährigen Geschichte über zehn Mal einen Rückgang um mehr als 15 Prozent verkraften müssen. In der Spitze habe der Anleger zwischenzeitlich über 72 Prozent seines Kapitals verloren. Die 9-prozentige Jahresrendite sei demnach mit deutlichen Risiken erkauft worden. Am schlimmsten habe es Investoren des Jahres 2000 getroffen. Im ungünstigsten Fall hätten sie sieben Jahre warten müssen, bis sie ihr ursprünglich investiertes Kapital wieder erreicht hätten. Und als wenn ihre Nerven damit noch nicht genug gestresst worden wären, hätten sie mit ansehen müssen, wie sich ihr Kapital in den folgenden zwei Jahren schon wieder halbiert habe. Bis heute hätten diese "unglücklichen" Investoren aber immerhin eine magere Rendite von knapp 3 Prozent p.a. erreicht.

Aus der bewegten Geschichte des DAX würden sich deshalb folgende grundlegende Aussagen ableiten lassen: Erstens könne der Anleger langfristig mit einem Aktieninvestment sehr attraktive Renditen erzielen. Zweitens könne "langfristig" länger sein, als der Anleger ursprünglich annehme. Drittens müssten Aktieninvestoren leidensfähig sein und/oder andere schwankungsärmere Finanzanlagen beimischen. Und viertens komme dem Zeitpunkt der Investition entgegen der landläufigen Meinung auch bei einer langfristigen Investition eine entscheidende Bedeutung zu.

Doch man stelle sich die Fragen, was das Erreichen der 10.000er Marke für die zukünftigen Perspektiven der deutschen Aktien bedeute, ob das Ende der Fahnenstange womöglich erneut erreicht sei und welche fundamentalen Faktoren abseits der Psychologie der 10.000 Punkte die zukünftige Entwicklung beeinflussen könnten.

Die wichtigsten Notenbanken würden immer noch sehr expansiv, d.h. wirtschaftsunterstützend agieren. Zwar habe die US-Notenbank begonnen, ihre Maßnahmen zu reduzieren, insgesamt bleibe sie aber weiterhin expansiv ausgerichtet. Die Europäische Zentralbank werde ihre unterstützenden Maßnahmen sehr wahrscheinlich sogar ausweiten und die japanische Notenbank agiere ohnehin mit einer geplanten Verdoppelung der Geldbasis sehr offensiv. Solch ein Umfeld wirke in der Regel unterstützend für Aktienmärkte.

Der DAX werde als so genannter Performance-Index veröffentlicht. Das bedeute, dass er sämtliche jemals ausgeschüttete Dividenden berücksichtige und mit einrechne. Die meisten weltweiten Vergleichsindices würden hingegen als so genannte Kursindices veröffentlicht und diese Dividenden nicht beinhalten. Und trotzdem habe zum Beispiel der amerikanische S&P 500-Index bereits neue Allzeithochs erreicht. Blicke man auf den DAX, so notiere dieser immer noch knapp 20 Prozent unter seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2000 und sei somit weit von extremen Kursniveaus entfernt.

Eine recht einfache Möglichkeit, das Preisniveau eines Aktienindex zu beurteilen, sei die Betrachtung des Kurs/Gewinn-Verhältnisses (KGV). Bei diesem intuitiven Vorgehen werde der Preis der enthaltenen Aktien ins Verhältnis zu deren Geschäftsgewinn gesetzt. Im historischen Schnitt liege dieses KGV für den DAX bei ungefähr 15. Aktuell liege es auf Basis der für 2014 erwarteten Gewinne nur bei knapp 14. Die Bewertung des DAX liege also auf Basis dieser einfachen Bewertungsmethodik sogar unter dem langfristigen Durchschnitt.

Darüber hinaus sollte man nicht außer Acht lassen, dass Investoren im aktuellen Niedrigzinsumfeld bereit sein könnten, höhere KGVs zu akzeptieren und mithin höhere Kurse für Aktien zu bezahlen. Noch im Jahr 2000 hätten 10-jährige deutsche Bundesanleihen bei 5,5 Prozent p.a. rentiert, heute nur noch bei 1,4 Prozent. Für Aktieninvestoren habe ein durchschnittliches KGV von 15 bedeutet, dass ihr eingesetztes Kapital im Schnitt eine Gewinnrendite von 6,6 Prozent erwirtschaftet habe (z.B. 15 Euro eingesetztes Aktienkapital würden 1 Euro bzw. 6,6 Prozent Gewinn erwirtschaften).

Da die Rendite einer alternativen Anlage in Bundesanleihen heute so viel tiefer liege als noch vor 14 Jahren, sei es nicht abwegig zu vermuten, dass Aktieninvestoren heute mit weniger als 6,6 Prozent Rendite zufrieden wären. Schon bei 5 Prozent ergäbe sich ein KGV von 20 und das entspräche einem DAX-Stand von über 14.000 Punkten. 10.000 Punkte scheinen also mehr eine psychologische, denn fundamental untermauerte Grenze für den DAX zu sein, so die Analysten der Weberbank. (05.06.2014/fc/a/m)






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