DNB Fund Technology: Google könnte Führung bei KI übernehmen - Fondsanalyse


21.02.23 11:28
DNB Asset Management

Luxemburg (www.fondscheck.de) - Die schlechten Zahlen der letzten Quartalsberichte von Tech-Größen wie Alphabet (Google) oder Apple entsprachen ziemlich genau den Erwartungen der Marktteilnehmer, so Anders Tandberg-Johansen, Portfolio Manager des DNB Fund Technology bei DNB Asset Management.

Im Kerngeschäft seien sie jedoch etwas besser ausgefallen, was zu einigen Prozentpunkten positivem Wachstum geführt habe. Diese Entwicklung sei derzeit eher zyklischer als struktureller Natur. Allerdings sei zu bedenken, dass auch die FAANG-Unternehmen nicht dauerhaft um 30% bis 40% wachsen könnten. Aber ein Wachstum auf dem aktuellen Niveau würde aus Sicht der Experten von DNB Asset Management eine gute Perspektive bedeuten.

Die Experten von DNB Asset Management würden davon ausgehen, dass beispielsweise die Ergebnisse von Google im ersten Quartal ähnlich ausfallen würden wie die Ergebnisse in Q4/22. Die Umsetzung der Kostensenkungsstrategie dürfte etwas länger dauern als bei Meta, sodass sich dies erst später in den Finanzergebnissen niederschlagen werde. Was Apple betreffe, so habe das Unternehmen am 22. Dezember in China aufgrund von Covid-19-Produktionsproblemen, die sich auf Q4/22 ausgewirkt hätten, die Schätzungen entsprechend nach unten korrigiert. So seien die iPhone-Verkäufe, die 50% des Geschäfts ausmachen würden, im Dezember um 8% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Der Rückgang der iPhone-Verkäufe in Verbindung mit dem schwächeren iPad- und Mac-Absatz habe zu einer Senkung der Schätzungen für das Gesamtjahr um 5% geführt. Apple sei die teuerste Aktie unter den FAANG-Unternehmen und weise das geringste Wachstum auf.

Die großen Technologieunternehmen wie Google, Meta, Amazon & Co. hätten zu den großen Gewinnern der Corona-Krise gehört, aber im Zuge der Rotation von Growth zu Value deutlich an Boden verloren. Jetzt normalisiere sich die Lage wieder und einige dieser Aktien seien geradezu spottbillig. Wir befinden uns in einer sehr interessanten Situation, weil diese Unternehmen massiv in das Metaverse, aber auch in die künstliche Intelligenz investieren, so die Experten von DNB Asset Management. Meta zum Beispiel, das ehemalige Facebook, könnte sich vor diesem Hintergrund zu einer erstklassigen Aktie entwickeln. Meta habe 30 Milliarden Dollar in diese Technologie investiert.

KI bringe generell einen Mehrwert für die gesamte Technologie- und IT-Branche, da Arbeitsschritte effizienter durchgeführt werden könnten. Diese Art des technologischen Wandels finde in jeder Generation statt, was erkläre, warum der Technologiesektor langfristig am besten abschneide. Diese Entwicklung sei insbesondere für Microsoft positiv, da es die offene KI oder Chat-GPT in seinen anderen Produkten nutzen könne, was einen Wendepunkt in der Codierungsumgebung für die Microsoft Office-Anwendungen (Word, PowerPoint, Excel usw.) darstellen werde. Diese könnten dadurch wettbewerbsfähiger werden oder sogar Preiserhöhungen durchsetzen. Google könnte auf diesem Markt die Führung übernehmen, da das Unternehmen im Bereich der offenen KI weit voraus sei und seit langem unter Druck stehe, diese Technologie weiterzuentwickeln. Kürzlich sei ihr Neuzugang namens "BARD" angekündigt worden. Während Microsoft seine Produktpalette mit ChatGPT erweitere, müsse Google seine Geschäftsstrategie überdenken, da "BARD" eine Bedrohung für Googles eigene Suchmaschine werden könnte, deren Haupteinnahmequelle Werbung sei.

Das derzeit am schnellsten wachsende Unternehmen sei Microsoft. Das Wachstum liege bei ca. 7% und die Experten von DNB Asset Management würden ein ähnliches Wachstum im nächsten Quartal erwarten. Die Aktie sei mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23 etwas teuer, habe aber eine zyklische Komponente in ihrem Geschäft, die vor allem von der Verbraucherseite geprägt sei.

Generell würden Technologieunternehmen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit als relativ widerstandsfähig gelten, da Technologie und Innovation unabhängig von der allgemeinen Wirtschaftslage gefragt seien. Darüber hinaus würden viele Technologieunternehmen über starke Bilanzen und solide Liquiditätsreserven verfügen, die ihnen helfen könnten, wirtschaftliche Herausforderungen zu meistern. Einige Technologieunternehmen seien jedoch anfälliger für höhere Zinsen und eine schwächere wirtschaftliche Nachfrage, insbesondere solche, die sich stark verschuldet hätten oder deren Geschäftsmodell eng mit den Verbraucherausgaben verknüpft sei. Es sollte auch nicht vergessen werden, dass Technologieunternehmen in einer sich schnell verändernden und hart umkämpften Branche tätig seien und ihr Erfolg von Faktoren wie sich ändernden Verbraucherpräferenzen, intensivem Wettbewerb und Änderungen in der staatlichen Regulierung beeinflusst werden könne. Eine Rezession, die für die Technologiegiganten wahrscheinlich schmerzhaft sein werde, dürfte jedoch nichts an ihren guten langfristigen Aussichten ändern. Sie könnten sich danach sogar noch stärker präsentieren. (21.02.2023/fc/a/f)





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