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DNB Technology-Fonds: US-Technologie-Sektor bietet viele Chancen und Risiken - Fondsanalyse
02.06.16 10:21
DNB Asset Management
Luxemburg (www.fondscheck.de) - Die Technologie-Aktien sind die Popstars an der Wallstreet, so Anders Tandberg-Johansen, Technologie-Experte von DNB Asset Management, Manager des DNB Technology-Fonds und des DNB TMT Absolute Return-Fonds.
Bei der Präsentation der Quartalsberichte würden Apple, Amazon, Facebook, Netflix und Co. vor den Vorhang treten. Laut Tandberg-Johansen sei der Leistungsausweis gemischt ausgefallen. Investoren seien Lichtblicke und Enttäuschungen geboten worden. Apple habe ein nachhaltiges Innovations-Problem, bei Netflix seien die Marktanteile und Margen gefährdet. Während Microsoft wie gewöhnlich polarisiere, sei Googles Wachstumstory selbst von den Regulierungsbehörden nicht zu stoppen.
Die Berichtsaison in den USA sei zu Ende. Die Hürden, über die Unternehmen hätten springen müssen, seien ein gutes Stück tiefer gelegt worden. Weil die globale Konjunktur schwächele, hätten Analysten die Gewinnschätzungen für US-Unternehmen im Schnitt um 15 Prozent nach unten geschraubt - so stark wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Besonders genau würden Fondsmanager den Zahlenreigen beobachten.
"Im Großen und Ganzen waren die Ergebnisse im ersten Quartal auf der schwachen Seite, mit einigen Ausreißern nach oben", so Tandberg-Johansen. Zu diesen Ausreißern gehöre VMware. Die Aktie des auf Server-Virtualisierung spezialisierten Softwarekonzerns sei nach der Ergebnispräsentation um knapp 14 Prozent nach oben geschossen. "Die Erwartungen waren niedrig, die Zahlen solide", so Tandberg-Johansen. Der DNB Technology-Fonds habe die Position in VMware nach einer Recherchereise ins Sillicon Valley zuletzt erhöht. VMware befinde sich zu 80 Prozent im Besitz von EMC. EMC und Dell wiederum würden nach Abschluss ihrer Fusion unter dem Namen Dell Technologies firmieren.
"Insgesamt war das Bild, das die Software-Branche für das erste Quartal lieferte, gemischt", so Tandberg-Johansen. Die Ergebnisse von Microsoft seien schwach gewesen, da der Markt mit einem vorteilhafteren Mix der Umsätze gerechnet habe. Enttäuschend seien die Geschäfte im Server- und Cloud-Bereich gewesen. Auch der Ausblick auf das erste Quartal sei schlechter gewesen als erhofft. Die Aktie habe mehr als 7 Prozent verloren, soviel wie seit einem Jahr nicht. "Microsoft gehört zu den Unternehmen, die entweder sehr positiv oder sehr negativ eingeschätzt werden, so etwas gibt es selten", so Tandberg Johansen. DNB habe die Gewichtung von Microsoft im Fonds auf diesem Preisniveau zuletzt leicht erhöht, bleibe aber stark untergewichtet. Nicht zuletzt sollten Aktienrückkäufe und Dividenden die Nachfrage nach den Papieren erhöhen.
Im Softwarebereich zähle die Aktie SAP zu den etablierten Wetten des DNB Technology-Fonds. Die Zahlen von SAP hätten die niedrigen Erwartungen übertroffen und der Aktienkurs habe zugelegt. "Der Markt geht davon aus, dass das traditionelle Geschäft bei SAP über die Klippe geht, was aber nicht passieren wird. SAP ist weiterhin sehr profitabel. Das nächste Quartal wird ein starkes werden", wisse Tandberg-Johansen.
Für großes Medien-Echo habe wie immer Apple gesorgt. Mit schwachen Quartalszahlen habe der iPhone-Hersteller einmal mehr negativ überrascht. "Der Mangel an durchschlagenden Innovationen ist Apples größtes Problem. Das könnte aber der neue Normalzustand werden. Sie müssen schon etwas aus dem Hut zaubern, wenn Sie besser als zuletzt performen wollen", kommentiere Tandberg-Johansen. Sein Fonds bleibe stark untergewichtet.
Deutlich bessere Zahlen habe Apples Erzrivale Samsung geliefert. Das neue Galaxy 7 verkaufe sich besser als prognostiziert. Der Ausblick auf das laufende Quartal habe überzeugt. "Wir sind mit der Position in Samsung zufrieden", so Tandberg-Johansen.
Zu den positiven Überraschungen habe auch Facebook gezählt. Der Gewinn habe um 10 Prozent über der höchsten Analystenschätzung gelegen. "Die Ergebnisse waren sehr stark. Die Bedenken über die Nachhaltigkeit in der Online-Werbung verfliegen zunehmend", so Tandberg-Johansen. Die Aktie habe zweistellig zugelegt.
Mit einem Mix aus guten Zahlen für das Erstquartal und einer zurückhaltenden Prognose sei Amazon in den Markt gegangen. "Da Amazon die Ausgaben mehr oder weniger per Knopfdruck an- oder ausschalten kann, ist es schwierig, Prognosen für die Zukunft zu stellen", so Tandberg-Johansen. Hoch seien die Margen im Web-Service-Geschäft. Amazon sei ein führender Anbieter im Cloud-Geschäft. Noch gebe es in diesem Feld hohe Gewinnspannen. Doch laut den DNB-Experten bestehe die Gefahr, dass es zu einer so genannten "Commoditization" komme, die Dienstleistung also zu einer Art Massenware degeneriert werde und sich die Gewinnmargen auflösen würden.
Zu einem von Amazons Rivalen im Cloud-Geschäft entwickle sich Google. Der in Alphabet umbenannte Suchmaschinengigant habe für das Erstquartal Zahlen geliefert, die trotz imposanter Wachstumsraten einen Tick unter den Erwartungen gelegen hätten. "Das bedeutet nicht viel. Die Wachstumsstory ist auf hohem Niveau durchaus intakt, die Aktie vernünftig bewertet", so Tandberg-Johansen. Selbst die Bedrohung durch Regulierungsbehörden sei laut DNB für den Tech-Giganten nicht hoch. "Das Unternehmen bewegt sich sehr schnell. Kommt ein Gericht zu einer Entscheidung, hat sich das Geschäft schon weiter entwickelt. Google ist schwer zu fassen", so Tandberg-Johansen. Zudem seien die meisten Dienstleistungen gratis, was eine Regulierung ohnehin schwer mache.
Gerade noch Börsenstar, scheine der Ruhm von Netflix in Gefahr. Der Online-Filmverleih habe mit seinem Ausblick. Tandberg-Johansen enttäuscht: "Man sieht wie sich die Wachstumsraten verlangsamen, das ist Besorgnis erregend." Rivalisierende Angebote wie Amazon Prime oder YouTube Red würden Netflix Marktanteile streitig machen. Laut Einschätzung von Experten werde das Unternehmen zusätzlich durch steigende Kosten für die Produktion und den Einkauf des Film- und Serienangebotes getroffen.
Der Technologiesektor bleibe also wie gewohnt in Bewegung. Mit dem marktneutralen DNB TMT Absolute Return-Fonds nutze das DNB-Team die Möglichkeit, auch auf fallende Kurse zu setzen, um beispielsweise den Übergang von Offline- zu Online-Medien auch auf der Short-Seite spielen zu können. Der Fonds strebe langfristig eine positive absolute Rendite unabhängig von den Marktbedingungen an, indem er nicht nur Long- sondern auch Short-Positionen eingehe.
Wenig optimistisch sei DNB nämlich für den konventionellen Medienbereich. "Bei Bezahlsendern sollte man steigende Umsätze wenigstens auf der Basis von steigenden Abonnements-Preisen erwarten, aber diese scheinen nicht zu kommen", so Tandberg-Johansen. Im US-amerikanischen Telekom-Sektor erwarte DNB ebenfalls fallende Kurse. "Die Quartalszahlen von AT&T und Verizon waren wie erwartet, aber der tiefer gehende Trend ist negativ, man verliert Marktanteile", so Tandberg-Johansen.
Für teuer halte DNB auch Palo Alto Networks, einen Hersteller von Firewalls und einen der Marktführer im Bereich der IT-Security, der sich damit in guter Gesellschaft anderer Titel des angesagten Sektors befinde.
Wohler fühle sich Tandberg-Johansen bei Online-Reisebüros. Der Fonds sei in Priceline, der Nummer eins in der westlichen Welt, und Ctrip, dem Marktführer in China, investiert. Die Aktienkurse würden zwar auf Nachrichten über Konjunktur und Terrorismus reagieren. Weil das langfristige Bild jedoch intakt sei, nutze DNB Rückschläge, um die Positionen auszubauen. "Langfristig sind wir für beide Werte sehr optimistisch", so der Fondsmanager.
Das Jahr 2016 habe ruppig begonnen. Doch mit einer Performance von 0,89 Prozent habe der DNB Technology-Fonds nicht nur die Benchmark um 1,80 Prozent hinter sich gelassen, sondern auch in diesem Umfeld wieder den Platz unter den besten Technologiefonds eingenommen. (02.06.2016/fc/a/f)
Bei der Präsentation der Quartalsberichte würden Apple, Amazon, Facebook, Netflix und Co. vor den Vorhang treten. Laut Tandberg-Johansen sei der Leistungsausweis gemischt ausgefallen. Investoren seien Lichtblicke und Enttäuschungen geboten worden. Apple habe ein nachhaltiges Innovations-Problem, bei Netflix seien die Marktanteile und Margen gefährdet. Während Microsoft wie gewöhnlich polarisiere, sei Googles Wachstumstory selbst von den Regulierungsbehörden nicht zu stoppen.
Die Berichtsaison in den USA sei zu Ende. Die Hürden, über die Unternehmen hätten springen müssen, seien ein gutes Stück tiefer gelegt worden. Weil die globale Konjunktur schwächele, hätten Analysten die Gewinnschätzungen für US-Unternehmen im Schnitt um 15 Prozent nach unten geschraubt - so stark wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Besonders genau würden Fondsmanager den Zahlenreigen beobachten.
"Im Großen und Ganzen waren die Ergebnisse im ersten Quartal auf der schwachen Seite, mit einigen Ausreißern nach oben", so Tandberg-Johansen. Zu diesen Ausreißern gehöre VMware. Die Aktie des auf Server-Virtualisierung spezialisierten Softwarekonzerns sei nach der Ergebnispräsentation um knapp 14 Prozent nach oben geschossen. "Die Erwartungen waren niedrig, die Zahlen solide", so Tandberg-Johansen. Der DNB Technology-Fonds habe die Position in VMware nach einer Recherchereise ins Sillicon Valley zuletzt erhöht. VMware befinde sich zu 80 Prozent im Besitz von EMC. EMC und Dell wiederum würden nach Abschluss ihrer Fusion unter dem Namen Dell Technologies firmieren.
"Insgesamt war das Bild, das die Software-Branche für das erste Quartal lieferte, gemischt", so Tandberg-Johansen. Die Ergebnisse von Microsoft seien schwach gewesen, da der Markt mit einem vorteilhafteren Mix der Umsätze gerechnet habe. Enttäuschend seien die Geschäfte im Server- und Cloud-Bereich gewesen. Auch der Ausblick auf das erste Quartal sei schlechter gewesen als erhofft. Die Aktie habe mehr als 7 Prozent verloren, soviel wie seit einem Jahr nicht. "Microsoft gehört zu den Unternehmen, die entweder sehr positiv oder sehr negativ eingeschätzt werden, so etwas gibt es selten", so Tandberg Johansen. DNB habe die Gewichtung von Microsoft im Fonds auf diesem Preisniveau zuletzt leicht erhöht, bleibe aber stark untergewichtet. Nicht zuletzt sollten Aktienrückkäufe und Dividenden die Nachfrage nach den Papieren erhöhen.
Im Softwarebereich zähle die Aktie SAP zu den etablierten Wetten des DNB Technology-Fonds. Die Zahlen von SAP hätten die niedrigen Erwartungen übertroffen und der Aktienkurs habe zugelegt. "Der Markt geht davon aus, dass das traditionelle Geschäft bei SAP über die Klippe geht, was aber nicht passieren wird. SAP ist weiterhin sehr profitabel. Das nächste Quartal wird ein starkes werden", wisse Tandberg-Johansen.
Für großes Medien-Echo habe wie immer Apple gesorgt. Mit schwachen Quartalszahlen habe der iPhone-Hersteller einmal mehr negativ überrascht. "Der Mangel an durchschlagenden Innovationen ist Apples größtes Problem. Das könnte aber der neue Normalzustand werden. Sie müssen schon etwas aus dem Hut zaubern, wenn Sie besser als zuletzt performen wollen", kommentiere Tandberg-Johansen. Sein Fonds bleibe stark untergewichtet.
Deutlich bessere Zahlen habe Apples Erzrivale Samsung geliefert. Das neue Galaxy 7 verkaufe sich besser als prognostiziert. Der Ausblick auf das laufende Quartal habe überzeugt. "Wir sind mit der Position in Samsung zufrieden", so Tandberg-Johansen.
Mit einem Mix aus guten Zahlen für das Erstquartal und einer zurückhaltenden Prognose sei Amazon in den Markt gegangen. "Da Amazon die Ausgaben mehr oder weniger per Knopfdruck an- oder ausschalten kann, ist es schwierig, Prognosen für die Zukunft zu stellen", so Tandberg-Johansen. Hoch seien die Margen im Web-Service-Geschäft. Amazon sei ein führender Anbieter im Cloud-Geschäft. Noch gebe es in diesem Feld hohe Gewinnspannen. Doch laut den DNB-Experten bestehe die Gefahr, dass es zu einer so genannten "Commoditization" komme, die Dienstleistung also zu einer Art Massenware degeneriert werde und sich die Gewinnmargen auflösen würden.
Zu einem von Amazons Rivalen im Cloud-Geschäft entwickle sich Google. Der in Alphabet umbenannte Suchmaschinengigant habe für das Erstquartal Zahlen geliefert, die trotz imposanter Wachstumsraten einen Tick unter den Erwartungen gelegen hätten. "Das bedeutet nicht viel. Die Wachstumsstory ist auf hohem Niveau durchaus intakt, die Aktie vernünftig bewertet", so Tandberg-Johansen. Selbst die Bedrohung durch Regulierungsbehörden sei laut DNB für den Tech-Giganten nicht hoch. "Das Unternehmen bewegt sich sehr schnell. Kommt ein Gericht zu einer Entscheidung, hat sich das Geschäft schon weiter entwickelt. Google ist schwer zu fassen", so Tandberg-Johansen. Zudem seien die meisten Dienstleistungen gratis, was eine Regulierung ohnehin schwer mache.
Gerade noch Börsenstar, scheine der Ruhm von Netflix in Gefahr. Der Online-Filmverleih habe mit seinem Ausblick. Tandberg-Johansen enttäuscht: "Man sieht wie sich die Wachstumsraten verlangsamen, das ist Besorgnis erregend." Rivalisierende Angebote wie Amazon Prime oder YouTube Red würden Netflix Marktanteile streitig machen. Laut Einschätzung von Experten werde das Unternehmen zusätzlich durch steigende Kosten für die Produktion und den Einkauf des Film- und Serienangebotes getroffen.
Der Technologiesektor bleibe also wie gewohnt in Bewegung. Mit dem marktneutralen DNB TMT Absolute Return-Fonds nutze das DNB-Team die Möglichkeit, auch auf fallende Kurse zu setzen, um beispielsweise den Übergang von Offline- zu Online-Medien auch auf der Short-Seite spielen zu können. Der Fonds strebe langfristig eine positive absolute Rendite unabhängig von den Marktbedingungen an, indem er nicht nur Long- sondern auch Short-Positionen eingehe.
Wenig optimistisch sei DNB nämlich für den konventionellen Medienbereich. "Bei Bezahlsendern sollte man steigende Umsätze wenigstens auf der Basis von steigenden Abonnements-Preisen erwarten, aber diese scheinen nicht zu kommen", so Tandberg-Johansen. Im US-amerikanischen Telekom-Sektor erwarte DNB ebenfalls fallende Kurse. "Die Quartalszahlen von AT&T und Verizon waren wie erwartet, aber der tiefer gehende Trend ist negativ, man verliert Marktanteile", so Tandberg-Johansen.
Für teuer halte DNB auch Palo Alto Networks, einen Hersteller von Firewalls und einen der Marktführer im Bereich der IT-Security, der sich damit in guter Gesellschaft anderer Titel des angesagten Sektors befinde.
Wohler fühle sich Tandberg-Johansen bei Online-Reisebüros. Der Fonds sei in Priceline, der Nummer eins in der westlichen Welt, und Ctrip, dem Marktführer in China, investiert. Die Aktienkurse würden zwar auf Nachrichten über Konjunktur und Terrorismus reagieren. Weil das langfristige Bild jedoch intakt sei, nutze DNB Rückschläge, um die Positionen auszubauen. "Langfristig sind wir für beide Werte sehr optimistisch", so der Fondsmanager.
Das Jahr 2016 habe ruppig begonnen. Doch mit einer Performance von 0,89 Prozent habe der DNB Technology-Fonds nicht nur die Benchmark um 1,80 Prozent hinter sich gelassen, sondern auch in diesem Umfeld wieder den Platz unter den besten Technologiefonds eingenommen. (02.06.2016/fc/a/f)
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