DWS Invest Global Infrastructure LC-Fonds: 08/2022-Bericht, globale Infrastrukturwerte zurückgegangen - Fondsanalyse


21.09.22 12:35
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der DWS Invest Global Infrastructure investiert vordergründig in Aktien von Emittenten aus dem globalen Infrastruktursektor, so die Experten von DWS.

Dazu würden folgende Segmente gehören: Transport (Straßen, Flug- und Seehäfen sowie Schienenverkehr), Energie (Gas- und Stromübertragung, -vertrieb und -erzeugung), Wasser (Bewässerung, Trinkwasser und Abwasser) und Kommunikation (Rundfunk- und Mobilfunkmasten, Satelliten, Glasfaser- und Kupferkabel).

Globale Infrastrukturwerte seien im August zurückgegangen, hätten aber etwas besser abgeschnitten als die breiteren Aktienmärkte. Diese hätten ihre Juli-Rally in der ersten Monatshälfte fortgesetzt, doch diese Aufwärtsdynamik habe nach der Veröffentlichung des Protokolls des Offenmarktausschusses der US-Notenbank für Juli, das die Hoffnungen auf eine baldige Umkehr in der Zinserhöhungsagenda gedämpft habe, geendet. In der zweiten Monatshälfte seien die breiteren Aktienmärkte zurückgegangen und hätten den Monat im Minus beendet. Die Inflationszahlen seien hoch geblieben und während es einige Anzeichen dafür gebe, dass die Inflation in den USA ihren Höhepunkt erreicht haben könnte, seien im Vereinigten Königreich und in der Eurozone neue Rekordhöhen erreicht worden.

Globale Infrastrukturwerte seien im Laufe des Monats einem ähnlichen Muster wie die breiteren Aktienmärkte gefolgt und hätten den Monat auf einem niedrigeren Stand beendet. Dies gelte für alle Regionen, wobei sich Nord- und Südamerika am besten gehalten hätten - gefolgt von der APAC-Region -, während Europa die größten Verluste verzeichnet habe. In Nord- und Südamerika hätten lateinamerikanische Flughäfen mit positiven Renditen die beste Wertentwicklung erzielt. Versorger seien hier leicht zurückgegangen, während Midstream-Energie etwas stärker eingebrochen sei und es für Kommunikation in der Region am schlechtesten gelaufen sei.

Im asiatisch-pazifischen Raum seien die japanischen Infrastrukturtitel am wenigsten zurückgegangen, während australische Infrastrukturtitel deutlichere Verluste hätten hinnehmen müssen. In Asien ohne Japan seien die Verluste sogar noch größer gewesen, da China weiterhin mit Lockdowns für einzelne Städte zu kämpfen habe.

In Europa schließlich hätten alle Sektoren negative Renditen verzeichnet, wobei Transportwerte am wenigsten gefallen seien, gefolgt von Versorgern. Britische Infrastrukturtitel seien schneller eingebrochen, die größten Verluste im gesamten Sektor der globalen Infrastrukturwerte seien jedoch bei Kommunikation in Europa zu verzeichnen gewesen, da einige Sendemastenbetreiber drastische Rückgänge erlitten hätten.

Fundamentaldaten auf Titelebene und relative Bewertungen bei einer defensiven Ausrichtung bestimmen nach wie vor unsere Engagements, so die Experten von DWS. Im August hätten nord- und südamerikanische Versorger die größte bewusste Erhöhung des Engagements dargestellt, da sie einen defensiven Charakter hätten und attraktive Bewertungen aufweisen würden. Die zweitgrößte aktive Erhöhung des Engagements sei aus ähnlichen Gründen in europäischen Versorgungsunternehmen erfolgt, aber in etwas geringerem Umfang.

Das Engagement in britischen Infrastrukturwerten sei ebenfalls aktiv erhöht worden, vor allem in Versorgern. Das Engagement im Bereich europäischer Transport sei angesichts der hohen Treibstoffkosten und der gestiegenen Rezessionsrisiken bewusst reduziert worden. Das Engagement in nord- und südamerikanischer Midstream-Energie sei angesichts der hohen Bewertungen, der sinkenden Ölpreise und des möglichen Rückgangs der Erdgaspreise weiter auf ein normaleres Niveau verringert worden. Das Engagement in Infrastrukturaktien aus Asien ohne Japan sei aufgrund der neuen und andauernden Corona-Lockdowns in China ebenfalls aktiv reduziert worden.

In absoluten Zahlen, die sowohl das aktive Management als auch die Marktbewegungen berücksichtigen würden, seien die größten Erhöhungen der Gewichtungen im Portfolio in den Bereichen nord- und südamerikanische Versorger, europäische Versorger und lateinamerikanische Flughäfen erfolgt, während die größten Reduzierungen in den Bereichen europäischer Transport, Infrastruktur in Asien ohne Japan und nord- und südamerikanischer Schienenverkehr zu verzeichnen gewesen seien. Unsere größten Sektorgewichtungen auf absoluter Basis bleiben in Versorgern, Midstream-Energie und Kommunikation, jeweils in der Region Nord- und Südamerika; unsere Kasseposition wurde im Laufe des Monats August leicht reduziert und machte zum Monatsende etwa 0,9% des Portfolios aus, so die Experten von DWS.

Der Fonds habe im August negative Nominalerträge geliefert, wobei Nord- und Südamerika die geringsten negativen Effekte gehabt hätten. Der asiatisch-pazifische Raum habe einen etwas höheren Negativbeitrag geliefert, während der Beitrag Europas die Wertentwicklung am stärksten belastet habe. In Nord- und Südamerika sei lateinamerikanische Flughäfen der einzige Sektor gewesen, der einen positiven Beitrag zur Rendite gebracht habe, während der Bereich Kommunikation in Nord- und Südamerika die Wertentwicklung am meisten belastet habe. Midstream-Energie in Nord- und Südamerika habe ebenfalls deutlich negativ zur Wertentwicklung beigetragen, während es in dieser Region für Versorger weniger schlecht gelaufen sei und der Eisenbahnbereich die Wertentwicklung nur leicht belastet habe.

Im asiatisch-pazifischen Raum hätten alle Bereiche negative Beiträge aufgewiesen, wobei Japan die Wertentwicklung am wenigsten belastet habe. Asien ohne Japan habe bezüglich des größten negativen Beitrags innerhalb der Region knapp vor Australien gelegen. In Europa schließlich hätten ebenfalls alle Sektoren einen negativen Beitrag zur Rendite gebracht: Für Transport sei es hier noch am besten gelaufen, gefolgt von Versorgern und Kommunikation. Der größte Negativbeitrag in der Region sei von britischen Infrastrukturwerten gekommen.

Die durch den Ukraine-Krieg und die straffere Geldpolitik verschärfte Volatilität dürfte weiter andauern. Infrastrukturwerte sollten davon profitieren, da sie Inflation ausgleichen und bedarfsorientierte Vermögenswerte darstellen würden. Auf Sektorebene würden sich die Fundamentaldaten der regulierten Versorgungsunternehmen in den USA verbessern und die Stabilität der Cashflows des Sektors dürfte sich positiv auf die Bewertungen auswirken, da Wachstum und Inflation wahrscheinlich nachlassen würden.

In Europa differenzieren wir und bevorzugen aufgrund der Unsicherheit bezüglich Preis und Beschaffung von Erdgas Stromnetzbetreiber gegenüber Gasunternehmen, so die Experten von DWS. Im Transportsektor würden die Fundamentaldaten in den einzelnen Regionen und Teilsektoren uneinheitlich bleiben. Während die begrenzten Kapazitäten in einigen Bereichen derzeit die Preise stützen würden, würden sich das nachlassende Wirtschaftswachstum und die zunehmenden Rezessionsrisiken zukünftig wahrscheinlich negativ auf die Mengen und Preise auswirken. Die Aussichten in Europa würden durch den anhaltenden Ukraine/Russland-Konflikt weiter getrübt, da die Unternehmen in der Region direkter von der Inflation bei den Kraftstoffpreisen betroffen seien.

Die Experten von DWS würden davon ausgehen, dass das amerikanische Midstream-Energiesegment aufgrund der anhaltenden Ungewissheit über die russischen Energieexporte volatil bleiben werde. Langfristig sollte dieser Bereich davon jedoch profitieren, da die hohen Preise Anreize für höhere Produktions-/Exportmengen aus Nordamerika bieten sollten. Kommunikationstitel könnten kurzfristig profitieren, wenn sich die Anleiherenditen stabilisieren würden. Sendemasten würden global mittelfristig weiter von robusten Fundamentaldaten und Chancen für anorganisches Wachstum profitieren. Die Experten von DWS würden weiterhin die besten risikobereinigten Renditen anstreben und "Pure-Play"-Unternehmen mit starken Bilanzen, agilen Managementteams, stabiler Nachfrage und Geschäftsmodellen guter Qualität bevorzugen, die eine gewisse Immunität gegenüber externen Faktoren bieten könnten. (Stand vom 31.08.2021) (21.09.2022/fc/a/f)





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