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Deutschland: Arbeitsmarkt stagniert im Mai


31.05.12 12:00
BayernLB

München (www.aktiencheck.de) - Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute vermeldete, blieb die Arbeitslosigkeit in Deutschland im Mai saisonbereinigt unverändert, so die Analysten der BayernLB.

Die von Bloomberg befragten Volkswirte hätten mit einem leichten Rückgang gerechnet (Konsens: -10.000 Personen; BayernLB: -5.000). Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote sei damit leicht um 0,1% auf 6,7% (Konsens und BayernLB: 6,8%) gesunken und liege 0,3 Prozentpunkte unterhalb des Vorjahreswertes. Grund für die gesunkene Arbeitslosenquote sei, bei unveränderter Arbeitslosenzahl, eine Anpassung der Anzahl aller zivilen Erwerbstätigen, welche als Bezugsgröße in die Berechnung einfließe. Diese jährliche Anpassung erfolge üblicherweise im Mai.

Die Erwerbstätigkeit sei im April saisonbereinigt erneut angestiegen (+29.000 Personen). Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung habe im März um 50.000 Personen zugenommen. Beide Indikatoren würden (anhaltend) über ihren Vorjahresniveaus liegen.

Der im April zuletzt um 5 Punkte gesunkene Stellenindex der Bundesagentur (BA-X), welcher die Arbeitskräftenachfrage abbilde, habe im Mai um 2 auf 173 Punkte zugelegt. Im Vorjahresvergleich bedeute dies ein Plus von 8 Punkten. Somit liege der Index weiterhin auf hohem Niveau. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen habe im Mai bei insgesamt 499.217 Stellen und damit 29.125 Stellen oberhalb des Vorjahreswertes gelegen. Insgesamt zeige sich die deutsche Arbeitsmarktentwicklung solide, verliere jedoch etwas an Dynamik.

Für die weitere Entwicklung der Arbeitslosenquote in Deutschland würden die Beschäftigungskomponenten der Unternehmensbefragungen im Mai (ifo-Geschäftsklima und Einkaufsmanagerindex PMI) ein leicht eingetrübtes Bild für die Beschäftigungsentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe zeichnen, würden jedoch eine optimistische Einschätzung der Beschäftigungsentwicklung im Dienstleistungssektor liefern. Üblicherweise vollziehe der Arbeitsmarkt die Entwicklungen der Konjunktur mit einiger Verzögerung nach.

Die zuletzt stagnierende Arbeitslosigkeit am Anfang des Jahres könne daher auch durch das konjunkturell schwache Winterhalbjahr erklärt werden. Nach einer stark positiven konjunkturellen Entwicklung in Deutschland im ersten Quartal 2012, sei für das zweite Halbjahr 2012 mit einer positiven Arbeitsmarktentwicklung zu rechnen. Diese werde jedoch vermutlich etwas schwächer ausfallen als noch 2011. Insgesamt dürfte die positive Lohn- und Beschäftigungsentwicklung weiterhin Impulse für den inländischen Konsum liefern. (31.05.2012/ac/a/m)