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Devisenmärkte: totale Entspannung vorerst verflogen


07.12.12 09:59
UniCredit Research

München (www.aktiencheck.de) - Ganz so glatt und reibungslos, wie wir es uns vorgestellt hatten, ging der gestrige EZB-Event doch nicht über die Bühne, so die Analysten von UniCredit Research.

EUR/USD habe einige Federn lassen müssen, nachdem Draghi von einer breiten Leitzinsdiskussion innerhalb des EZB-Rates berichtet und er zudem reichlich reduzierte Wachstums- und Inflationsprognosen seiner Volkswirte präsentiert habe. Da hätten auch die zuvor deutlich verbesserten Auftragseingänge in Deutschland nicht viel geholfen. Außerdem habe es einige politische Irritationen in Italien gegeben, die angeblich einen Rücktritt Montis zur Folge haben könnten.

Die Stimmung an den Währungsmärkten sei also gegenwärtig nicht mehr ganz so entspannt. Andererseits müsse man konstatieren, dass auf dem Niveau der letzten Tage immer wieder mit Gewinnmitnahmen zu rechnen sei, wobei man nach wie vor als wichtigsten potenziellen Auslöser die ins Stocken geratenen Verhandlungen zur Überwindung der Fiskalklippe in den USA betrachte. Heute stünden die US-Arbeitsmarktzahlen im Mittelpunkt. Sofern die Erwartungshaltung der Analysten für die Schaffung Neu geschaffener Stellen von 110k zur Geltung komme, dürfte sich davon EUR/USD wenig beeindruckt zeigen.

Bislang habe der sehr starke Widerstand bei 108 EUR/JPY gehalten, und es scheine gegenwärtig, als sollte diese Marke in den kommenden Tagen auch nicht so schnell zu erreichen sein. In Anbetracht der übernächstes Wochenende stattfindenden japanischen Unterhauswahlen dürften richtungweisende JPY-Positionierungen ohnehin kaum mehr stattfinden.

Ähnlich wie beim JPY verhalte es sich für den CHF. Mit Näherrücken der geldpolitischen Lagebeurteilung durch die SNB kommenden Donnerstag erwarte man eine nachlassende Neigung zu weiteren Longpositionen in EUR/CHF.

Die Bank of England habe ihre Leitzinsen und den Zielwert für Wertpapierankäufe gestern unverändert gelassen. Auf das Kursgeschehen habe diese Entscheidung keinen Einfluss gehabt. Wohl aber habe der insgesamt schwächere Euro EUR/GBP mit nach unten gezogen. Ob sich das Währungspaar heute näher an 0,8050 oder wieder Richtung 0,81 bewege, würden die britischen Produktionsdaten entscheiden. (07.12.2012/ac/a/m)