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Dies sind die Wachstums-Champions der Schwellenländer
30.08.16 11:46
Danske Invest
Kopenhagen (www.fondscheck.de) - Unter den Emerging Markets lassen sich explosiv steigende Wachstumsraten ebenso wie wirtschaftliche Krisensituationen finden. Antti Raappana, Chief Portfolio Manager für mehrere Schwellenländer-Fonds von Danske Invest, betrachtet im vorliegenden Marktkommentar drei Staaten, die dynamisches Wirtschaftswachstum aufweisen, deren Börsen diese Entwicklung jedoch nicht gleichermaßen widerspiegeln.
Indien: rasant steigender Binnenkonsum
Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge werde Indien in diesem Jahr nicht nur die am schnellsten wachsende Marktwirtschaft der größeren Schwellenländer sein. Mehr noch: Der asiatische Subkontinent sei sogar die am dynamischsten expandierende Wirtschaft weltweit. Der IWF rechne damit, dass das reale Bruttoinlandsprodukt sowohl in diesem Jahr als auch 2017 um 7,5 Prozent zulegen werde. Vor allem strukturelle Faktoren wie eine kräftig steigende inländische Nachfrage, ein stark wachsender Arbeitsmarkt und sehr viele und zudem junge Arbeitskräfte würden das Wachstum vorantreiben.
Wenn man nach Indien komme, sehe man sofort, dass es praktisch nach allem eine rege Nachfrage gebe. Es bestehe ein erheblicher Nachholbedarf an Investitionen in die Infrastruktur, und besonders die von der Verbrauchernachfrage abhängigen Bereiche sowie der Dienstleistungssektor könnten kräftige Zuwächse verzeichnen. Und künftig würden auch im Agrarsegment größere Ausweitungen erwartet. Aufgrund des Wirtschaftswachstums gelange ein bedeutender Teil der ärmeren Bevölkerungsschichten nun auf den Arbeitsmarkt und erhalte dadurch Geld - dies treibe den Verbrauch an.
Seit 2013 habe sich die indische Handelsbilanz deutlich verbessert, heute sei sie bereits nahezu ausgeglichen. Für die nächste Zukunft sei damit zu rechnen, dass diese Entwicklung weiterlaufe. Die indische Regierung unternehme große Anstrengungen, um restriktive Vorschriften und Bürokratie zu beseitigen, die die Tätigkeit der Unternehmen in Indien behindern würden. Es sei sehr wichtig, solche Handelshindernisse auszuräumen. Dies werde zwar kurzfristig noch keine großen Ergebnisse bringen, aber längerfristig seien die Experten von den äußerst positiven Auswirkungen dieser Maßnahmen überzeugt.
Während die indische Wirtschaft boome, hinke der wichtigste Aktienindex des Landes, der MSCI India, der Entwicklung des MSCI Emerging Markets jedoch noch hinterher. Der MSCI Emerging Markets sei seit Anfang dieses Jahres um 11 Prozent gestiegen, der MSCI India hingegen nur um 6 Prozent.
China: kein nachhaltiges Wachstum durch Anreize
Dem Reich der Mitte sei es gelungen, die Wachstumsdynamik von Antrieb durch Investitionen auf Antrieb durch Konsum umzustellen. Der IWF erwarte in diesem Jahr für China ein Wirtschaftswachstum von etwa 6,5 Prozent, das 2017 auf etwa 6,2 Prozent zurückgehe.
Die Entwicklung werde in letzter Zeit, wie in Indien, durch eine kräftige Steigerung des Konsums vorangetrieben. Aber der grundlegende Unterschied bestehe darin, dass das hohe Wirtschaftswachstum in China weiterhin maßgeblich von Investitionen abhänge, die aufgrund finanzpolitischer Anreize der Regierung geschaffen würden. Die chinesische Regierung habe Initiativen gestartet, die insbesondere den Immobilienmarkt und öffentliche Investitionen in die Infrastruktur anregen sollten. Diese kreditpolitischen Maßnahmen seien den Banken des Landes, die dem Staat selbst gehören würden, zugutegekommen.
Aber diese Zuwachsraten seien nicht nachhaltig und würden sinken. Die große Frage sei, wie schnell und wann.
Während das chinesische Wirtschaftswachstum nach wie vor stark sei, zeige der Aktienmarkt ein anderes Bild: Der MSCI China sei seit Anfang dieses Jahres um 0,1 Prozent gefallen, während der MSCI Emerging Markets um 11 Prozent zugelegt habe.
Vietnam: Profiteur von ausländischen Investitionen
Vietnam habe ein kräftiges Wirtschaftswachstum verzeichnet - wenn auch von einem niedrigeren Ausgangspunkt als Indien.
In der letzten Zeit sei es Vietnam gelungen, viele Direktinvestitionen aus dem Ausland zu erhalten. Sie würden vor allem aus Korea, China, Japan und Indonesien stammen. Die Wirtschaft profitiere von diesen ausländischen Mittelzuflüssen, die vor allem bei der Industrieproduktion, dem Arbeitsmarkt und dem Privatverbrauch für Zuwächse gesorgt hätten.
Der IWF rechne damit, dass die Wirtschaft des Landes sowohl in diesem Jahr als auch 2017 um 6,3 Prozent zulege. Andererseits sei der tonangebende Aktienindex des Landes, der MSCI Vietnam, seit Beginn des Jahres um 4 Prozent gefallen und somit deutlich schwächer als der Gesamtindex für die Emerging Markets.
Der Vergleich zwischen Konjunkturentwicklung und Börse beweise: Das Wirtschaftswachstum sei nur eine Seite der Medaille - der Aktienmarkt sei etwas ganz Anderes. Im nächsten Teil seiner Analyse analysiere Antti Raappana daher drei Staaten, die zuletzt starke Zuwächse auf dem Börsenparkett verzeichnet hätten. (30.08.2016/fc/a/m)
Indien: rasant steigender Binnenkonsum
Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge werde Indien in diesem Jahr nicht nur die am schnellsten wachsende Marktwirtschaft der größeren Schwellenländer sein. Mehr noch: Der asiatische Subkontinent sei sogar die am dynamischsten expandierende Wirtschaft weltweit. Der IWF rechne damit, dass das reale Bruttoinlandsprodukt sowohl in diesem Jahr als auch 2017 um 7,5 Prozent zulegen werde. Vor allem strukturelle Faktoren wie eine kräftig steigende inländische Nachfrage, ein stark wachsender Arbeitsmarkt und sehr viele und zudem junge Arbeitskräfte würden das Wachstum vorantreiben.
Wenn man nach Indien komme, sehe man sofort, dass es praktisch nach allem eine rege Nachfrage gebe. Es bestehe ein erheblicher Nachholbedarf an Investitionen in die Infrastruktur, und besonders die von der Verbrauchernachfrage abhängigen Bereiche sowie der Dienstleistungssektor könnten kräftige Zuwächse verzeichnen. Und künftig würden auch im Agrarsegment größere Ausweitungen erwartet. Aufgrund des Wirtschaftswachstums gelange ein bedeutender Teil der ärmeren Bevölkerungsschichten nun auf den Arbeitsmarkt und erhalte dadurch Geld - dies treibe den Verbrauch an.
Seit 2013 habe sich die indische Handelsbilanz deutlich verbessert, heute sei sie bereits nahezu ausgeglichen. Für die nächste Zukunft sei damit zu rechnen, dass diese Entwicklung weiterlaufe. Die indische Regierung unternehme große Anstrengungen, um restriktive Vorschriften und Bürokratie zu beseitigen, die die Tätigkeit der Unternehmen in Indien behindern würden. Es sei sehr wichtig, solche Handelshindernisse auszuräumen. Dies werde zwar kurzfristig noch keine großen Ergebnisse bringen, aber längerfristig seien die Experten von den äußerst positiven Auswirkungen dieser Maßnahmen überzeugt.
Während die indische Wirtschaft boome, hinke der wichtigste Aktienindex des Landes, der MSCI India, der Entwicklung des MSCI Emerging Markets jedoch noch hinterher. Der MSCI Emerging Markets sei seit Anfang dieses Jahres um 11 Prozent gestiegen, der MSCI India hingegen nur um 6 Prozent.
China: kein nachhaltiges Wachstum durch Anreize
Die Entwicklung werde in letzter Zeit, wie in Indien, durch eine kräftige Steigerung des Konsums vorangetrieben. Aber der grundlegende Unterschied bestehe darin, dass das hohe Wirtschaftswachstum in China weiterhin maßgeblich von Investitionen abhänge, die aufgrund finanzpolitischer Anreize der Regierung geschaffen würden. Die chinesische Regierung habe Initiativen gestartet, die insbesondere den Immobilienmarkt und öffentliche Investitionen in die Infrastruktur anregen sollten. Diese kreditpolitischen Maßnahmen seien den Banken des Landes, die dem Staat selbst gehören würden, zugutegekommen.
Aber diese Zuwachsraten seien nicht nachhaltig und würden sinken. Die große Frage sei, wie schnell und wann.
Während das chinesische Wirtschaftswachstum nach wie vor stark sei, zeige der Aktienmarkt ein anderes Bild: Der MSCI China sei seit Anfang dieses Jahres um 0,1 Prozent gefallen, während der MSCI Emerging Markets um 11 Prozent zugelegt habe.
Vietnam: Profiteur von ausländischen Investitionen
Vietnam habe ein kräftiges Wirtschaftswachstum verzeichnet - wenn auch von einem niedrigeren Ausgangspunkt als Indien.
In der letzten Zeit sei es Vietnam gelungen, viele Direktinvestitionen aus dem Ausland zu erhalten. Sie würden vor allem aus Korea, China, Japan und Indonesien stammen. Die Wirtschaft profitiere von diesen ausländischen Mittelzuflüssen, die vor allem bei der Industrieproduktion, dem Arbeitsmarkt und dem Privatverbrauch für Zuwächse gesorgt hätten.
Der IWF rechne damit, dass die Wirtschaft des Landes sowohl in diesem Jahr als auch 2017 um 6,3 Prozent zulege. Andererseits sei der tonangebende Aktienindex des Landes, der MSCI Vietnam, seit Beginn des Jahres um 4 Prozent gefallen und somit deutlich schwächer als der Gesamtindex für die Emerging Markets.
Der Vergleich zwischen Konjunkturentwicklung und Börse beweise: Das Wirtschaftswachstum sei nur eine Seite der Medaille - der Aktienmarkt sei etwas ganz Anderes. Im nächsten Teil seiner Analyse analysiere Antti Raappana daher drei Staaten, die zuletzt starke Zuwächse auf dem Börsenparkett verzeichnet hätten. (30.08.2016/fc/a/m)


