Dynamik der chinesischen Kupfer- und Aluminiumimporte hat im Juni weiter nachgelassen


10.07.12 12:03
Commerzbank Corp. & Markets

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - China hat im Juni gemäß Daten der Zollbehörde gut 346 Tsd. Tonnen Kupfer importiert, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Dies seien 17,5% weniger als im Mai gewesen und habe zugleich den tiefsten Wert seit zehn Monaten dargestellt. Der Rückgang der Einfuhren trotz niedrigerer Kupferpreise im Juni sei zum einen darauf zurückzuführen, dass es keine attraktiven Arbitragemöglichkeiten zwischen den Börsen in London und Shanghai gegeben habe. Zum anderen habe sich im vergangenen Monat allerdings auch die Nachfrage in China relativ verhalten gezeigt, was sich z.B. in steigenden Lagerbeständen an der SHFE widergespiegelt habe. Mit 2,5 Mio. Tonnen hätten die Kupfereinfuhren im ersten Halbjahr aber immer noch 47% über dem Vorjahresniveau gelegen.

Bei Aluminium zeige sich ein ähnliches Bild: Zwar seien die Importe im Juni den vierten Monat in Folge rückläufig gewesen, im ersten Halbjahr hätten sie jedoch mit 612 Tsd. Tonnen trotz rekordhoher inländischer Produktion 33% über Vorjahr gelegen. Die Marktteilnehmer würden sich heute Morgen aber eher auf die Entwicklung der letzten Monate konzentrieren, was sich in fallenden Metallpreisen widerspiegle. China stehe bei allen Metallen für mehr als 40% der weltweiten Nachfrage.

Die spekulativen Finanzanleger hätten in der Woche zum 3. Juli ihre Netto-Short-Positionen bei Kupfer fast komplett aufgelöst, was in erster Linie auf eine Eindeckung von Short-Positionen zurückzuführen gewesen sei. Damit hätten die Spekulanten maßgeblich zum gut 6%-igen Preisanstieg in der Beobachtungsperiode beigetragen. Da der Kupferpreis anschließend jedoch wieder gefallen sei, dürften die Short-Eindeckungen nur kurzfristiger Natur gewesen sein. (10.07.2012/ac/a/m)