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ETF-Anlegern wird abwechselnd heiß und kalt
17.05.11 09:07
Deutsche Börse AG
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Spekulationen um ein neues Hilfspaket für Griechenland hinterlassen auch im ETF-Handel ihre Spuren, so die Deutsche Börse AG.
"Das Gespenst Eurokrise geht wieder um", bemerke Andreas Bartels von der Commerzbank. Ihm zufolge habe sich der Fokus im ETF-Handel daher zuletzt in Richtung Festverzinsliches verschoben. "Normalerweise machen die Renten-ETFs nur 20 bis 30 Prozent der Umsätze aus, in der vergangenen Woche war es zum Teil die Hälfte", berichte der Händler. Zurück in die Sicherheit - das sei das Motto. Besonders gesucht seien ETFs mit deutschen Staatsanleihen (ISIN DE000ETFL177 / WKN ETFL17, ISIN DE0006289499 / WKN 628949, ISIN DE0006289465 / WKN 628946, ISIN LU0444606965 / WKN ETF522), die gesamteuropäischen Staatsanleihen-Indexfonds hätten hingegen auf den Verkaufslisten gestanden.
Den ganz klaren Trend hin zu Renten-ETFs könne Bernardus Roelofs von Flow Traders zwar nicht ausmachen, er melde aber Umsätze über dem üblichen Niveau. "Insgesamt fehlt das eindeutige Bild, bei den Aktien-ETFs verkaufen manche, andere kaufen zu." Die Verschuldung - nicht nur in Europa, aber auch in den USA - beschäftige die Anleger. "Außerdem gibt es Zweifel an der weiteren konjunkturellen Erholung." Unter dem Strich hätten laut Flow Traders bei DAX-, EURO STOXX 50-, STOXX 600- und MSCI North America-ETFs allerdings die Käufe überwogen.
Andreas Bartels spreche von einem "leichten Käuferüberhang" - bei einer Konzentration auf den deutschen Markt. Bei DAX-Trackern hätten sich Zu- und Abflüsse allerdings mehr oder weniger die Waage gehalten, während bei MDAX-Indexfonds die Zuflüsse überwogen hätten. "Die zweite Reihe ist wieder gesucht."
Für die dritte Reihe sehe das aber offenbar schon wieder anders aus. Beim iSharesStoxx Small 200, der Zugang zu europäischen Smallcaps biete, sei Bastian Ohta von der UniCredit Group zufolge nämlich Kasse gemacht worden. "Die Verluste waren hier geringer als bei den Bluechips, daher wird jetzt umgeschichtet", erkläre Bartels. Starke Umsätze habe es laut Ohta im Übrigen beim Griechenland-Tracker Lyxor MSCI Greece gegeben. "Hier geht es je nach Nachrichtenlagen mal rein, mal raus." Der Indexfonds habe nach einer positiven Entwicklung zu Jahresanfang zuletzt wieder deutlich Federn lassen müssen und verzeichne auf Sicht von drei Monaten Verluste von über 20 Prozent.
Der vor rund zwei Wochen einsetzende Ausverkauf bei den Rohstoffen sorge auch weiterhin für Abgaben bei Rohstoff-ETFs. Die Commerzbank melde Verkäufe beim ComStage Commerzbank Commodity EW (ISIN LU0419741177 / WKN ETF090) und beim iShares Dow Jones-UBS Commodity Swap, beides breite Rohstoffpreis-Tracker. Laut UniCredit Group hätten sich Anleger auch vom LyxorStoxx 600 Oil and Gas getrennt. Der Ölpreis sei Anfang des Monats auf Talfahrt gegangen und notiere nach einer kleinen Erholung mittlerweile wieder schwächer: Ein Barrel Rohöl der Sorte Brent koste heute weniger als 110 US-Dollar, Ende April seien es noch über 125 gewesen.
Daneben würden die Händler einhellig von Positionierungen bei Health Care-ETFs (ISIN IE00B5MJYY16 / WKN A0RPR7, ISIN FR0000001737 / WKN 550884) berichten. Dazu passe der Trend hin zu nicht-zyklischen Branchen, den Gregor Hamme von der UniCredit Group derzeit sehe. Abgestoßen werde etwa Unternehmen aus dem Automobilsektor (ISIN IE00B5NLX835 / WKN A0RPR0). "Die Anleger sind nervöser geworden und schalten einen Gang herunter."
Dass Immobilien-ETFs wie der iShares FTSE/EPRA European Property Index Fund wieder gesucht würden, passe zwar nicht ganz ins Bild, wie Hamme einräumt: "Die Immobilienbranche scheint aber wieder gut zu laufen, wenn man sich etwa die Preisentwicklung in Berlin oder London ansieht." Rege gehandelt würden darüber hinaus Banken-ETFs, allerdings in beide Richtungen (ISIN DE0006289341 / WKN 628934). Die Commerzbank melde einzelne größere Verkäufe von Financial Services-ETFs sowie Käufe bei Basic Resources-Indexfonds. "Sonst war nicht viel los", erkläre Bartels.
Eher wenig Beachtung würden im Moment die Schwellenländer-Indexfonds finden. "Es ist ziemlich ruhig, seit der zweiten April-Hälfte warten Anleger ab", beschreibe Stefano Valenti von der UniCredit Group die Lage. Es gebe weder große Zu- noch Abflüsse. "Wenn man überhaupt eine Richtung ausmachen will, dann sind es Abgaben bei ETFs mit koreanischen und russischen Aktien", ergänze der Händler (ISIN FR0010361691 / WKN LYX0A8, ISIN FR0010326140 / WKN LYX0AF). Der Korea-ETF sei zuletzt gut gelaufen, jetzt würden Gewinne glattgestellt. Flow Traders sehe hingegen Abgaben bei Trackern auf chinesische Indices (ISIN LU0292109856 / WKN DBX1FX) sowie Positionierungen bei den breiten Schwellenländer-ETFs (ISIN LU0254097446 / WKN A0JMLL, ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM).(17.05.2011/fc/a/f)
"Das Gespenst Eurokrise geht wieder um", bemerke Andreas Bartels von der Commerzbank. Ihm zufolge habe sich der Fokus im ETF-Handel daher zuletzt in Richtung Festverzinsliches verschoben. "Normalerweise machen die Renten-ETFs nur 20 bis 30 Prozent der Umsätze aus, in der vergangenen Woche war es zum Teil die Hälfte", berichte der Händler. Zurück in die Sicherheit - das sei das Motto. Besonders gesucht seien ETFs mit deutschen Staatsanleihen (ISIN DE000ETFL177 / WKN ETFL17, ISIN DE0006289499 / WKN 628949, ISIN DE0006289465 / WKN 628946, ISIN LU0444606965 / WKN ETF522), die gesamteuropäischen Staatsanleihen-Indexfonds hätten hingegen auf den Verkaufslisten gestanden.
Den ganz klaren Trend hin zu Renten-ETFs könne Bernardus Roelofs von Flow Traders zwar nicht ausmachen, er melde aber Umsätze über dem üblichen Niveau. "Insgesamt fehlt das eindeutige Bild, bei den Aktien-ETFs verkaufen manche, andere kaufen zu." Die Verschuldung - nicht nur in Europa, aber auch in den USA - beschäftige die Anleger. "Außerdem gibt es Zweifel an der weiteren konjunkturellen Erholung." Unter dem Strich hätten laut Flow Traders bei DAX-, EURO STOXX 50-, STOXX 600- und MSCI North America-ETFs allerdings die Käufe überwogen.
Andreas Bartels spreche von einem "leichten Käuferüberhang" - bei einer Konzentration auf den deutschen Markt. Bei DAX-Trackern hätten sich Zu- und Abflüsse allerdings mehr oder weniger die Waage gehalten, während bei MDAX-Indexfonds die Zuflüsse überwogen hätten. "Die zweite Reihe ist wieder gesucht."
Der vor rund zwei Wochen einsetzende Ausverkauf bei den Rohstoffen sorge auch weiterhin für Abgaben bei Rohstoff-ETFs. Die Commerzbank melde Verkäufe beim ComStage Commerzbank Commodity EW (ISIN LU0419741177 / WKN ETF090) und beim iShares Dow Jones-UBS Commodity Swap, beides breite Rohstoffpreis-Tracker. Laut UniCredit Group hätten sich Anleger auch vom LyxorStoxx 600 Oil and Gas getrennt. Der Ölpreis sei Anfang des Monats auf Talfahrt gegangen und notiere nach einer kleinen Erholung mittlerweile wieder schwächer: Ein Barrel Rohöl der Sorte Brent koste heute weniger als 110 US-Dollar, Ende April seien es noch über 125 gewesen.
Daneben würden die Händler einhellig von Positionierungen bei Health Care-ETFs (ISIN IE00B5MJYY16 / WKN A0RPR7, ISIN FR0000001737 / WKN 550884) berichten. Dazu passe der Trend hin zu nicht-zyklischen Branchen, den Gregor Hamme von der UniCredit Group derzeit sehe. Abgestoßen werde etwa Unternehmen aus dem Automobilsektor (ISIN IE00B5NLX835 / WKN A0RPR0). "Die Anleger sind nervöser geworden und schalten einen Gang herunter."
Dass Immobilien-ETFs wie der iShares FTSE/EPRA European Property Index Fund wieder gesucht würden, passe zwar nicht ganz ins Bild, wie Hamme einräumt: "Die Immobilienbranche scheint aber wieder gut zu laufen, wenn man sich etwa die Preisentwicklung in Berlin oder London ansieht." Rege gehandelt würden darüber hinaus Banken-ETFs, allerdings in beide Richtungen (ISIN DE0006289341 / WKN 628934). Die Commerzbank melde einzelne größere Verkäufe von Financial Services-ETFs sowie Käufe bei Basic Resources-Indexfonds. "Sonst war nicht viel los", erkläre Bartels.
Eher wenig Beachtung würden im Moment die Schwellenländer-Indexfonds finden. "Es ist ziemlich ruhig, seit der zweiten April-Hälfte warten Anleger ab", beschreibe Stefano Valenti von der UniCredit Group die Lage. Es gebe weder große Zu- noch Abflüsse. "Wenn man überhaupt eine Richtung ausmachen will, dann sind es Abgaben bei ETFs mit koreanischen und russischen Aktien", ergänze der Händler (ISIN FR0010361691 / WKN LYX0A8, ISIN FR0010326140 / WKN LYX0AF). Der Korea-ETF sei zuletzt gut gelaufen, jetzt würden Gewinne glattgestellt. Flow Traders sehe hingegen Abgaben bei Trackern auf chinesische Indices (ISIN LU0292109856 / WKN DBX1FX) sowie Positionierungen bei den breiten Schwellenländer-ETFs (ISIN LU0254097446 / WKN A0JMLL, ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM).(17.05.2011/fc/a/f)
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