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ETF-Handel: Absicherung statt Panik
17.02.22 09:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nach einer weiteren volatilen Woche versuchen Investoren, sich mit ihren Engagements auf die neuen Rahmenbedingungen einzustellen, so die Deutsche Börse AG.
"Angesichts der Ungewissheit hinsichtlich der Ukraine, der Inflation und der Zinserhöhungen, die die Aussichten trüben, hat Sicherheit viele Befürworter", fasse Hubert Heuclin von der BNP Paribas die Lage zusammen. Deshalb würden mehr Unternehmen mit stabilen Erträgen und geringem Verschuldungsgrad von immer mehr Strategen bevorzugt.
Von einem geteilten Bild berichte Frank Mohr von der Société Générale. "Vor allem institutionelle Investoren trennen sich von Aktien und Anleihen." Derzeit werde nicht wie gewöhnlich die Zukunft gehandelt, sondern auch die Nachrichtenlage. "Die Frage wird sein, wie die Neueinsteiger in den Aktienmarkt mit einer solchen - für sie unbekannten - Marktphase umgehen." Die hohe Volatilität habe fast eine Umsatzverdopplung im Jahresvergleich mit sich gebracht.
Jan Duisberg von der ICF Bank habe trotz der Marktlage keinerlei enorme Verkäufe gesehen. "Viele Investoren haben sich abgesichert, doch die Reaktionen auf die Nachrichtenlage waren überraschend moderat." So bleibe er verhalten optimistisch: "Trotz des schlechtesten Jahresstarts seit langem, der durch den Ukraine-Konflikt noch verschärft wurde, bleibt der Vorteil auf der Oberseite, so lange die 15.000er Marke nicht nachhaltig nach unten durchbrochen wird." Bei seinen Kund*innen würden Aktien-ETFs gefragt bleiben.
Mohr berichte von Nachfrage nach breitgestreuten Portfolios, z.B. global mit dem iShares Core MSCI World und aus Schwellenländern etwa im Lyxor MSCI Emerging Markets (ISIN LU635178014/ WKN ETF127).
Bei europäischen Aktien-ETFs würden sich Käufe und Verkäufe die Waage halten. Herausstechen würden Produkte, die keine Rüstungstitel enthalten würden: BNP Paribas Easy MSCI Europe ex Controversial Weapons (ISIN LU1291099718 / WKN A2AL1V).
In den Orderbüchern von Mohr würden vor allem Verkäufe von US-Aktien-ETFs dominieren, anders hingegen die Lage bei der BNP Paribas. Hier füllten sich die Kaufseiten der Orderbücher nach US-Aktien-ETFs. Heuclins Top-Titel der Woche sei der iShares Edge MSCI USA Value Factor, gefolgt vom INVESCO S&P 500.
Fabian Wörndl von Lang & Schwarz habe den Trend der Vorwoche im Anlage-Verhalten seiner Kund*innen hin zu gehebelten Trackern von US-Indices bestätigt. Besonders hohe Umsätze registriere Wörndl in den dreifach gehebelten ETNs WisdomTree S&P 500 3x Daily Leveraged, WisdomTree NASDAQ 100 3X Daily Short und im WisdomTree NASDAQ 100 3x Daily Leveraged. "Hier handeln die Anleger in beide Richtungen."
Zugleich sei viel los in einem ETF mit russischen Aktien, dem iShares MSCI Russia ADR/GDR, wenngleich die anfängliche Kaufstimmung im Wochenverlauf in Verkäufe umgeschlagen hätte.
Technologie-Werte, die gefragtesten Titel der Vorwoche, stünden nun auf der Verkaufsseite. Mohr verzeichne weitreichende Abgaben von Technologietiteln, z.B. vom iShares S&P 500 Information Technology Sector. Ebenfalls auf der Verkaufsseite sei der Energie-Sektor, angeführt vom Xtrackers MSCI World Energy.
Bei Mohr wie auch bei Heuclin würden ETFs mit Unternehmen aus dem Finanzsektor am stärksten gekauft, in beiden Häusern dominiere der Lyxor STOXX Europe 600 Banks die Kauflisten.
Bei Lang & Schwarz seien Käufe bei Private-Equity-ETFs gängig, nur bei einem habe das Anlegerverhalten gedreht. Wörndl habe mehr Verkaufsaufträge in den Büchern vom iShares Listed Private Equity.
Durch die Ukraine-Krise und die niedrigen Lagerbestände würden die Ölpreise weiter steigen: 100 US-Dollar je Fass wären auch ohne die Ukraine-Krise leicht möglich, urteile Michael Ott von der Commerzbank: "Durch dieses Risiko könnte der Ölpreis aber deutlich über 100 US-Dollar steigen." Der Anstieg der Ölpreise auf das höchste Niveau seit sieben Jahren, nah an die Marke von 100 US-Dollar für die Nordsee-Sorte Brent führe zu starken Umsätzen mit den entsprechenden ETFs und ETCs, wie Duisberg berichte. "Hier hat die Nachfrage keineswegs nachgelassen."
Bei Wörndl laufe das Geschäft in beide Richtungen - Käufen und Verkäufen - statt. Besonders hohe Umsätze verzeichne er in einem gehebelten Produkt aus dem Hause WisdomTree: WisdomTree WTI Crude Oil 2x Daily Leveraged.
Gekauft würden Minen-Werte mit Blick auf steigende Gold- bzw. Edelmetall-Preise: VanEck Vectors Gold Miners und VanEck Vectors Global Mining, wie Dusberg beobachte.
Duisberg sehe eine steigende Nachfrage bei Krypto-Produkten, seine Kund*innen würden hierbei einen Ethereum-ETN von 21shares wie auch Solana mit dem 21Shares Solana ETP favorisieren. "Wir erleben hier seit zwei bis drei Wochen eine kleine Renaissance."
Bei den Anleihe-Trackern würden Verkäufe von Staats- wie Unternehmenstiteln dominieren.
Wie Mohr registriere, würden vor allem Produkte europäischer Herkunft verkauft, darunter der iShares Core Euro Corporate Bond und der auf Unternehmen mit niedrigerer Kreditwürdigkeit fokussierte Amundi Government Bond Lowest Rated EuroMTS Investment Grade (ISIN LU1681046774 / WKN A2H58E). Zugleich steige bei einigen Anleger*innen der Risikoappetit, was sich in Käufen hochrentierlicher Unternehmensanleihen im iShares Euro High Yield Corporate Bond manifestiere.
Auch bei Heuclin seien europäische Unternehmenstitel auf der Abgabeseite: iShares Core EUR Corp Bond, während US-Unternehmensanleihen mit ESG-Schwerpunkt durchaus Kaufinteresse generiert hätten: SPDR Bloomberg SASB US Corporate ESG. Hingegen habe ihn der Verkaufsdruck chinesischer Unternehmenstitel überrascht. Anleger*innen würden sich vom Goldman Sachs Access China Government Bond und vom iShares China CNY Bond trennen. (Ausgabe vom 16.02.2022) (17.02.2022/fc/a/e)
"Angesichts der Ungewissheit hinsichtlich der Ukraine, der Inflation und der Zinserhöhungen, die die Aussichten trüben, hat Sicherheit viele Befürworter", fasse Hubert Heuclin von der BNP Paribas die Lage zusammen. Deshalb würden mehr Unternehmen mit stabilen Erträgen und geringem Verschuldungsgrad von immer mehr Strategen bevorzugt.
Von einem geteilten Bild berichte Frank Mohr von der Société Générale. "Vor allem institutionelle Investoren trennen sich von Aktien und Anleihen." Derzeit werde nicht wie gewöhnlich die Zukunft gehandelt, sondern auch die Nachrichtenlage. "Die Frage wird sein, wie die Neueinsteiger in den Aktienmarkt mit einer solchen - für sie unbekannten - Marktphase umgehen." Die hohe Volatilität habe fast eine Umsatzverdopplung im Jahresvergleich mit sich gebracht.
Jan Duisberg von der ICF Bank habe trotz der Marktlage keinerlei enorme Verkäufe gesehen. "Viele Investoren haben sich abgesichert, doch die Reaktionen auf die Nachrichtenlage waren überraschend moderat." So bleibe er verhalten optimistisch: "Trotz des schlechtesten Jahresstarts seit langem, der durch den Ukraine-Konflikt noch verschärft wurde, bleibt der Vorteil auf der Oberseite, so lange die 15.000er Marke nicht nachhaltig nach unten durchbrochen wird." Bei seinen Kund*innen würden Aktien-ETFs gefragt bleiben.
Mohr berichte von Nachfrage nach breitgestreuten Portfolios, z.B. global mit dem iShares Core MSCI World und aus Schwellenländern etwa im Lyxor MSCI Emerging Markets (ISIN LU635178014/ WKN ETF127).
Bei europäischen Aktien-ETFs würden sich Käufe und Verkäufe die Waage halten. Herausstechen würden Produkte, die keine Rüstungstitel enthalten würden: BNP Paribas Easy MSCI Europe ex Controversial Weapons (ISIN LU1291099718 / WKN A2AL1V).
In den Orderbüchern von Mohr würden vor allem Verkäufe von US-Aktien-ETFs dominieren, anders hingegen die Lage bei der BNP Paribas. Hier füllten sich die Kaufseiten der Orderbücher nach US-Aktien-ETFs. Heuclins Top-Titel der Woche sei der iShares Edge MSCI USA Value Factor, gefolgt vom INVESCO S&P 500.
Fabian Wörndl von Lang & Schwarz habe den Trend der Vorwoche im Anlage-Verhalten seiner Kund*innen hin zu gehebelten Trackern von US-Indices bestätigt. Besonders hohe Umsätze registriere Wörndl in den dreifach gehebelten ETNs WisdomTree S&P 500 3x Daily Leveraged, WisdomTree NASDAQ 100 3X Daily Short und im WisdomTree NASDAQ 100 3x Daily Leveraged. "Hier handeln die Anleger in beide Richtungen."
Zugleich sei viel los in einem ETF mit russischen Aktien, dem iShares MSCI Russia ADR/GDR, wenngleich die anfängliche Kaufstimmung im Wochenverlauf in Verkäufe umgeschlagen hätte.
Bei Mohr wie auch bei Heuclin würden ETFs mit Unternehmen aus dem Finanzsektor am stärksten gekauft, in beiden Häusern dominiere der Lyxor STOXX Europe 600 Banks die Kauflisten.
Bei Lang & Schwarz seien Käufe bei Private-Equity-ETFs gängig, nur bei einem habe das Anlegerverhalten gedreht. Wörndl habe mehr Verkaufsaufträge in den Büchern vom iShares Listed Private Equity.
Durch die Ukraine-Krise und die niedrigen Lagerbestände würden die Ölpreise weiter steigen: 100 US-Dollar je Fass wären auch ohne die Ukraine-Krise leicht möglich, urteile Michael Ott von der Commerzbank: "Durch dieses Risiko könnte der Ölpreis aber deutlich über 100 US-Dollar steigen." Der Anstieg der Ölpreise auf das höchste Niveau seit sieben Jahren, nah an die Marke von 100 US-Dollar für die Nordsee-Sorte Brent führe zu starken Umsätzen mit den entsprechenden ETFs und ETCs, wie Duisberg berichte. "Hier hat die Nachfrage keineswegs nachgelassen."
Bei Wörndl laufe das Geschäft in beide Richtungen - Käufen und Verkäufen - statt. Besonders hohe Umsätze verzeichne er in einem gehebelten Produkt aus dem Hause WisdomTree: WisdomTree WTI Crude Oil 2x Daily Leveraged.
Gekauft würden Minen-Werte mit Blick auf steigende Gold- bzw. Edelmetall-Preise: VanEck Vectors Gold Miners und VanEck Vectors Global Mining, wie Dusberg beobachte.
Duisberg sehe eine steigende Nachfrage bei Krypto-Produkten, seine Kund*innen würden hierbei einen Ethereum-ETN von 21shares wie auch Solana mit dem 21Shares Solana ETP favorisieren. "Wir erleben hier seit zwei bis drei Wochen eine kleine Renaissance."
Bei den Anleihe-Trackern würden Verkäufe von Staats- wie Unternehmenstiteln dominieren.
Wie Mohr registriere, würden vor allem Produkte europäischer Herkunft verkauft, darunter der iShares Core Euro Corporate Bond und der auf Unternehmen mit niedrigerer Kreditwürdigkeit fokussierte Amundi Government Bond Lowest Rated EuroMTS Investment Grade (ISIN LU1681046774 / WKN A2H58E). Zugleich steige bei einigen Anleger*innen der Risikoappetit, was sich in Käufen hochrentierlicher Unternehmensanleihen im iShares Euro High Yield Corporate Bond manifestiere.
Auch bei Heuclin seien europäische Unternehmenstitel auf der Abgabeseite: iShares Core EUR Corp Bond, während US-Unternehmensanleihen mit ESG-Schwerpunkt durchaus Kaufinteresse generiert hätten: SPDR Bloomberg SASB US Corporate ESG. Hingegen habe ihn der Verkaufsdruck chinesischer Unternehmenstitel überrascht. Anleger*innen würden sich vom Goldman Sachs Access China Government Bond und vom iShares China CNY Bond trennen. (Ausgabe vom 16.02.2022) (17.02.2022/fc/a/e)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 116,6351 € | 115,2845 € | 1,3506 € | +1,17% | 17.04./17:46 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
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