ETF-Handel: Anleger sind kauffreudig


13.05.14 17:08
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - ETF-Händler haben derzeit gut zu tun, so die Deutsche Börse AG.

"Mit den Kursgewinnen an der Börse sind Anleger kauffreudig", melde Jörg Sengfelder von Flow Traders. Viele unterschiedliche Kunden wären aktiv, seit neue Allzeithochs in Sichtweite gerückt seien. "Man hat das Gefühl, jeder will dabei sein."

"Der Konflikt in der Ukraine scheint für den Markt kein dominierendes Thema mehr zu sein", beobachte Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank. Stattdessen stünde die schärfere Tonart der Europäischen Zentralbank stärker im Fokus. "Die ETF-Umsätze sind solide, auch wenn die ganz großen Trends fehlen." Tendenziell hätten Investoren umgeschichtet weg von DAX-ETFs hin zu EURO STOXX 50-Tracker, vermutlich um sich breiter aufzustellen.

Von einer guten durchschnittlichen Woche mit rund 15.500 Trades spreche Frank Mohr von der Commerzbank. "Über alle Anlageklassen hinweg hatten wir 53 Prozent Käufe und 47 Prozent Verkäufe." Mit den jüngsten Bewegungen im DAX sei der Schwerpunkt auf Aktien mit einem Anteil von 80 Prozent am ETF-Gesamtaufkommen keine Überraschung. "Dabei gibt es eine eindeutige Vorliebe für ETFs, die an deutsche und europäische Blue Chip-Indices gekoppelt sind." Der Anleihenbereich mache 19 Prozent aus.

"Deutschland und Europa stehen ganz klar im Mittelpunkt", bestätige Sengfelder. Deutliche Kaufüberhänge gebe es in EURO STOXX 50-ETFs (ISIN IE0008471009/ WKN, ISIN IE0008471009 / WKN 935927, ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET) und DAX-ETFs, wobei der Händler bestätige, dass Anleger stärker auf den breiter gestreuten europäischen Index setzen würden. Beliebt seien auch Tracker (ISIN LU0274209740 / WKN DBX1MJ) des MSCI Japan. "Neue Höchststände an der Wall Street haben die Börsen in Asien am Dienstag beflügelt." Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index habe mit 14.425 Punkten 2 Prozent höher geschlossen.

Kunden der Deutschen Bank würden ebenfalls dem EURO STOXX 50 den Vorzug geben und sich laut Kleefeld in Summe von ihren Engagements in hiesigen Blue Chips verabschieden. In der Umsatzstatistik ganz vorn spiele der STOXX Europe 600 mit, der meist in den Anlegerdepots lande. Global aufgestellte Portfolios stünden ebenfalls hoch im Kurs. Zuflüsse verbuche Sengfelder in Tracker (ISIN DE0002635307 / WKN DBX1MW) des MSCI World.

US-Indices würden aktuell eine eher untergeordnete Rolle besetzen. ETFs mit den Small Caps des Russel 2000 würden zurückgegeben, wie Sengfelder mitteile. Auffallend deutlich sei die Abkehr von Portfolios mit asiatischen Werten. "Sowohl Portfolios einzelner Länder als auch marktbreite Indices sind betroffen." Mit dabei Tracker des MSCI EM Asia Index, (ISIN FR0010361683 / WKN LYX0BA) MSCI India, (ISIN DE000A0HG2K5 / WKN A0HG2K) MSCI Taiwan und (ISIN IE00B5W4TY14 / WKN A1C1H3) MSCI Korea. Zwar weniger deutlich, aber dennoch zurückgegeben würden Indexfonds auf den MSCI Brazil.

In der Beurteilung der Branchen würden die Meinungen derzeit offenbar auseinander gehen: Während die Commerzbank von Abflüssen aus Automobilaktien (ISIN LU0378435043 / WKN ETF061) berichte, spreche Kleefeld von überwiegenden Käufen (ISIN FR0010344630 / WKN LYX0AN) in diesem Bereich.

Sengfelder beobachte Abgaben von Anteilenen an Banken-ETFs (ISIN DE0006289309 / WKN 628930, ISIN DE000A0F5UJ7/ A0F5UJ), gleichzeitig lande der auf fallende Kurse setzende STOXX Europe 600 Banks Short Daily (ISIN LU0322249037 / WKN DBX1AH) von db x-trackers in Anlegerdepots.

Hinsichtlich der Aussichten von Unternehmen der Telekommunikationsbranche scheinen Investoren optimistischer, so die Deutsche Börse AG. In Summe verbuche Flow Traders Zuflüsse etwa im STOXX Europe 600 Telecommunications von Lyxor.

Eher ruhig gehe es derzeit im Handel mit Renten-ETFs. Tendenziell hätten sich Anleger von Kurzläufern wie null- bis einjährige (ISIN DE000A0RM462 / WKN A0RM46) und ein- bis dreijährige europäische Staatsanleihen (ISIN DE000A0J21A7 / WKN A0J21A) getrennt. Jumbo Pfandbriefe im eb.rexx (ISIN DE0002635265 / WKN 263526) kämen ebenso aus den Depots raus wie drei- bis fünfjährige Staatsanleihen im iBoxx EUR Liquid Sovereign Diversified. Unternehmensanleihen beispielsweise im iShares Barclays Capital Euro Corporate Bond führe Kleefeld auf der Kaufseite. (13.05.2014/fc/a/e)





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