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ETF-Handel: Im Bann der Krim-Krise
04.03.14 16:12
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Sorgen um eine Eskalation in der Ukraine wirken sich auch im ETF-Handel aus, so die Deutsche Börse AG.
Bereits in der Vorwoche hätten sich immer mehr Anleger von ihren Aktien-Indexfonds getrennt, gestern habe sich der Trend verschärft. Die Umsätze im ETF-Handel, ohnehin hoch in diesem Jahr, seien nochmals nach oben geschossen.
"Am gestrigen Montag war deutlich mehr los", erkläre etwa Jörg Sengfelder von Flow Traders. "Von Panik konnte aber keine Rede sein." Es habe schon viele Verkäufe gegeben, heute seien allerdings schon wieder viele Käufer unterwegs.
Auch laut Sascha Cronemeyer von der Commerzbank hätten sich Abflüsse im Rahmen gehalten. "Kurzfristig orientierte Trader waren natürlich sehr aktiv, es gab aber keinen Ausverkauf." Aysun Cifci von der DekaBank spreche allerdings von "massiven Abgaben", vor allem in Euro Stoxx-Trackern.
Investoren seien am gestrigen Montag in Scharen aus russischen und ukrainischen Unternehmen geflüchtet, der Moskauer Aktienmarkt sei um mehr als zehn Prozent eingebrochen, die Währungen beider Länder seien auf Rekordtiefs gefallen. DAX und EURO STOXX 50 seien um über 3 Prozent abgerutscht. Aktuell sehe es nach Entspannung aus, der DAX notiere ab Dienstagmittag wieder deutlich im Plus.
Speziell von russischen Aktien hätten Anleger zum Wochenauftakt nichts mehr wissen wollen. Flow Traders melde deutliche Abgaben im db x-trackers MSCI Russia Capped (ISIN LU0322252502 / WKN DBX1RC). Der habe am gestrigen Montag fast 12 Prozent verloren, habe sich inzwischen aber schon wieder etwas erholt.
Allerdings: Für die meisten ETF-Anleger würden russische - und erst recht ukrainische - Aktien keine Rolle spielen. Unter den umsatzstärkeren Indexfonds hätten vor allem EURO STOXX 50- und STOXX 600-Tracker (ISIN DE0002635307 / WKN 263530; ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02) gelitten.
In DAX-Indexfonds hätten sich den Händlern zufolge Zu- und Abflüsse die Waage gehalten, nur vom ausschüttenden DAX-ETF der DekaBank hätten sich Investoren meist verabschiedet. Sowohl bei Flow Traders als auch bei der DekaBank sei außerdem die zweite Reihe gefragt geblieben, zum Beispiel in Form des MDAX- (ISIN DE0005933923 / WKN 593392) und des iShares Stoxx Europe Small 200-ETFs.
"Anleger tauschten britische in schweizerische Aktien", bemerke Cronemeyer. Gekauft worden sei etwa der MSCI Switzerland, verkauft der MSCI UK (ISIN FR0010655761 / WKN A0REJR; ISIN IE00B539F030 / WKN A0YEDT) - häufig auch in der währungsgesicherten Version (ISIN LU0950671239 / WKN A1W3AF). "Der MSCI UK war bei uns der meist verkaufte ETF, das ist schon sehr ungewöhnlich."
Unterdessen würden sich die Abflüsse aus den Emerging Markets fortsetzen - allerdings in verminderter Stärke. Flow Traders zufolge würden sich Anleger etwa von marktbreiten MSCI Emerging Markets-ETFs (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT; ISIN FR0010429068 / WKN LYX0BX) und Indexfonds mit regionalem Schwerpunkt wie dem db x-trackers MSCI Mexico oder dem iShares MSCI AC Far East ex-Japan trennen.
Im Handel mit Renten-ETFs zeige sich, dass sich Anleger aufgrund der Unruhen an den Märkten derzeit nicht lange würden binden wollen: Wie die Market Maker feststellen würden, würden lang laufende Anleihen abgestoßen (ISIN LU0290357259 / WKN DBX0AG; ISIN LU0290357176 / WKN DBX0AF; ISIN DE0006289465 / WKN 628946) und stattdessen auf kurz laufende (ISIN DE000A0J21A7 / WKN A0J21A; ISIN FR0010222224 / WKN A0HGFC) gesetzt.
Ebenfalls auf den Verkaufslisten stünden Sengfelder zufolge hochverzinsliche Unternehmens- (ISIN DE000A1C8QT0 / WKN A1C8QT) und Staatsanleihen (ISIN DE000A0RFFT0 / WKN A0RFFT). "Allerdings ist hier der Druck ein wenig raus."
Den europäischen Peripherieländern könne der Krimkonflikt übrigens nichts mehr anhaben: Anleger würden sich laut Sengfelder wieder in italienischen Staatsanleihen positionieren, etwa mit dem iShares Italy Government Bond. (04.03.2014/fc/a/e)
Bereits in der Vorwoche hätten sich immer mehr Anleger von ihren Aktien-Indexfonds getrennt, gestern habe sich der Trend verschärft. Die Umsätze im ETF-Handel, ohnehin hoch in diesem Jahr, seien nochmals nach oben geschossen.
"Am gestrigen Montag war deutlich mehr los", erkläre etwa Jörg Sengfelder von Flow Traders. "Von Panik konnte aber keine Rede sein." Es habe schon viele Verkäufe gegeben, heute seien allerdings schon wieder viele Käufer unterwegs.
Auch laut Sascha Cronemeyer von der Commerzbank hätten sich Abflüsse im Rahmen gehalten. "Kurzfristig orientierte Trader waren natürlich sehr aktiv, es gab aber keinen Ausverkauf." Aysun Cifci von der DekaBank spreche allerdings von "massiven Abgaben", vor allem in Euro Stoxx-Trackern.
Investoren seien am gestrigen Montag in Scharen aus russischen und ukrainischen Unternehmen geflüchtet, der Moskauer Aktienmarkt sei um mehr als zehn Prozent eingebrochen, die Währungen beider Länder seien auf Rekordtiefs gefallen. DAX und EURO STOXX 50 seien um über 3 Prozent abgerutscht. Aktuell sehe es nach Entspannung aus, der DAX notiere ab Dienstagmittag wieder deutlich im Plus.
Speziell von russischen Aktien hätten Anleger zum Wochenauftakt nichts mehr wissen wollen. Flow Traders melde deutliche Abgaben im db x-trackers MSCI Russia Capped (ISIN LU0322252502 / WKN DBX1RC). Der habe am gestrigen Montag fast 12 Prozent verloren, habe sich inzwischen aber schon wieder etwas erholt.
In DAX-Indexfonds hätten sich den Händlern zufolge Zu- und Abflüsse die Waage gehalten, nur vom ausschüttenden DAX-ETF der DekaBank hätten sich Investoren meist verabschiedet. Sowohl bei Flow Traders als auch bei der DekaBank sei außerdem die zweite Reihe gefragt geblieben, zum Beispiel in Form des MDAX- (ISIN DE0005933923 / WKN 593392) und des iShares Stoxx Europe Small 200-ETFs.
"Anleger tauschten britische in schweizerische Aktien", bemerke Cronemeyer. Gekauft worden sei etwa der MSCI Switzerland, verkauft der MSCI UK (ISIN FR0010655761 / WKN A0REJR; ISIN IE00B539F030 / WKN A0YEDT) - häufig auch in der währungsgesicherten Version (ISIN LU0950671239 / WKN A1W3AF). "Der MSCI UK war bei uns der meist verkaufte ETF, das ist schon sehr ungewöhnlich."
Unterdessen würden sich die Abflüsse aus den Emerging Markets fortsetzen - allerdings in verminderter Stärke. Flow Traders zufolge würden sich Anleger etwa von marktbreiten MSCI Emerging Markets-ETFs (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT; ISIN FR0010429068 / WKN LYX0BX) und Indexfonds mit regionalem Schwerpunkt wie dem db x-trackers MSCI Mexico oder dem iShares MSCI AC Far East ex-Japan trennen.
Im Handel mit Renten-ETFs zeige sich, dass sich Anleger aufgrund der Unruhen an den Märkten derzeit nicht lange würden binden wollen: Wie die Market Maker feststellen würden, würden lang laufende Anleihen abgestoßen (ISIN LU0290357259 / WKN DBX0AG; ISIN LU0290357176 / WKN DBX0AF; ISIN DE0006289465 / WKN 628946) und stattdessen auf kurz laufende (ISIN DE000A0J21A7 / WKN A0J21A; ISIN FR0010222224 / WKN A0HGFC) gesetzt.
Ebenfalls auf den Verkaufslisten stünden Sengfelder zufolge hochverzinsliche Unternehmens- (ISIN DE000A1C8QT0 / WKN A1C8QT) und Staatsanleihen (ISIN DE000A0RFFT0 / WKN A0RFFT). "Allerdings ist hier der Druck ein wenig raus."
Den europäischen Peripherieländern könne der Krimkonflikt übrigens nichts mehr anhaben: Anleger würden sich laut Sengfelder wieder in italienischen Staatsanleihen positionieren, etwa mit dem iShares Italy Government Bond. (04.03.2014/fc/a/e)
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