ETF-Handel: "DAX unter 15.000 denkbar"


01.12.21 14:57
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Trotz Unsicherheiten durch das Auftreten der südafrikanischen Coronavirus-Variante lassen ETF-Anleger den inzwischen als Black Friday bezeichneten Wochenschluss mit seinen Kursverlusten hinter sich, so die Deutsche Börse AG.

Aktien würden selektiv wieder gekauft, nachdem in der Vorwoche die Verkaufslisten länger gewesen seien als die Kauflisten.

"Der Black Friday hatte an der Börse eine andere Bedeutung als im Einzelhandel", kommentiere Carsten Schröder von der Société Générale das Marktgeschehen. Schon zuvor hätten sich die Investoren mit Blick auf die Bewertungen und die Risiken mit großen Positionierungen zurückgehalten. Die Unsicherheiten würden bestehen bleiben. "Ein DAX unter 15.000 ist durchaus in Reichweite." Zuletzt sei der Leitindex bis auf 15.061 Punkte gefallen, könne aber am heutigen Mittwoch wieder 200 Punkte gutmachen.

Auch für Hubert Heuclin von BNP Paribas seien Aktien weiter hoch bewertet und angesichts der dünnen Umsätze am Freitag sei es "noch ein langer Weg, diese Kursverluste wettzumachen". Jetzt sehe er einige Zuflüsse in Aktien-ETFs mit globalem oder US-amerikanischem Fokus.

Fabian Wörndl von Lang & Schwarz berichte: "Wir haben viele Käufe zum Wochenanfang, Rücksetzer werden gleich genutzt". So verzeichne er Zuflüsse in Klassiker wie dem MSCI World. Auf schwächerem Niveau seien auch Emerging Markets wieder gefragt. "Mit den fallenden Ölpreisen standen Russland-ETFs zunächst auf der Verkaufsseite, zu Wochenbeginn steigen auch wieder Anleger ein." Gekauft werde hier der Shares MSCI Russia ADR/GDR UCITS ETF.

Schröder fasse seine Handelswoche so zusammen: Im Wochenverlauf seien zunächst ETFs mit deutschen, europäischen und US-Aktien gekauft worden, "also eine breite Streuung". Zuflüsse habe er vor allem beim iShares Core DAX UCITS ETF (DE) EUR (Acc) (ISIN DE0005933931 / WKN 593393), UBS MSCI USA SF UCITS ETF und Lyxor EURO STOXX 50 (DR) UCITS ETF - Acc registriert. "Am Freitag haben die Handelsrichtungen dann gedreht, vor allem europäische Aktien wurden verkauft." So registriere er Abflüsse aus dem Xtrackers EURO STOXX 50 UCITS ETF 1D und dem Amundi MSCI Europe UCITS ETF - EUR (C) Kurs (ISIN LU1681042609 / WKN A2H567), aber auch aus dem weltweit investierenden iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc) (ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH).

Heuclin sehe am US-Markt vor allem Nachfrage nach dem Invesco S&P 500 UCITS ETF sowie nach globalen Investments wie den iShares MSCI ACWI UCITS ETF. In Europa gäbe es vor allem Zuflüssen zu Gunsten nachhaltiger ETFs wie dem Fidelity Sustainable Research Enhanced Europe Equity UCITS ETF.

Auf der Verkaufsseite, was einzelne Sektoren angehe, würden sich Heuclins Kunden vom iShares STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF, vom iShares STOXX Europe 600 Oil & Gas UCITS ETF DE trennen. Auch der Finanzsektor sei nicht mehr gefragt. Hier werde vor allem der Lyxor EURO STOXX Banks DR UCITS ETF abgegeben.

Auch Schröder sehe Abflüsse aus Finanz-ETFs, die vor allem am Freitag überproportional gewesen seien: "Anleger fürchten, dass mit der neuen Virus-Variante Zinserhöhungen in weitere Ferne rücken und die Banken hier weiter auf Einnahmen verzichten müssen." Der iShares EURO STOXX Banks 30-15 UCITS ETF (DE) (ISIN DE0006289309 / WKN 628930) werde abgegeben.

Anders im Technologie-Sektor, dessen Aktien-ETFs laut Schröder relativ ausgeglichen gehandelt würden.

Wörndl berichte von kräftigen Verkäufen der Anteile an Tracker des Energiesektors: In erster Linie würden die ETFs Xtrackers MSCI Europe En.ESG Scr.UE 1C (ISIN LU0292101796 / WKN DBX1SG) und Lyxor STOXX Europe 600 Oil & Gas UE (ISIN LU2082998167 / WKN LYX04M) aus den Depots genommen.

Stattdessen seien nach Auskunft von Wörndl Alternativen wie Gold gefragt, was sich in steigenden Zuflüssen in Minen-ETFs zeige, hier vor allem beim Shares Gold Producers UCITS ETF USD (Acc) (ISIN IE00B6R52036 / WKN A1JKQJ) und VanEck Vectors Global Mining UCITS ETF.

Trend-ETFs würden auf Schröders Kauflisten bleiben: "Wir sehen hohes Interesse an Clean Energy und Future Mobility." Produktseitig schlage sich das in Käufen des L&G Clean Energy UCITS ETF und des Lyxor MSCI Future Mobility ESG Filtered (DR) UCITS ETF (ISIN LU2023679090 / WKN LYX0ZJ) nieder.

Anleihen-ETFs seien wieder begehrt - "klassisch, wenn Aktien verkauft werden", erkläre Schröder die Rotation. Vor allem Staatsanleihen mit hoher Bonität seien gefragt. Große Zuflüsse erziele der Amundi Index J.P. Morgan EMU Government Investment Grade UCITS ETF DR EUR (C) (ISIN LU1437018598 / WKN A2AUDE). Gut komme auch der Xtrackers II Eurozone Government Bond UCITS ETF 1C Kurs (ISIN LU0290355717 / WKN DBX0AC) an.

Unisono würden die Händler von Verkäufen europäischer Unternehmensanleihen-ETFs berichten. Bei Schröder würden sich vor allem Verkäufe solcher mit Laufzeit bis drei Jahren wie dem Amundi Euro Corporate Sri 0-3 Y UCITS ETF (ISIN LU2037748774 / WKN A2PQEM) häufen. Rückflüsse sehe Schröder auch beim Amundi US Corp SRI UCITS ETF (Acc) (ISIN LU1806495575 / WKN A2JH17). Heuclin stelle fest, dass Kunden der BNP Paribas vor allem hochrentierliche europäische Unternehmensanleihen verkaufen würden. So werde der iShares EUR High Yield Corp Bond UCITS ETF aus den Depots genommen, in den USA dagegen ein Short-ETF mit Unternehmensanleihen im Laufzeitband zwischen 3 und 5 Jahre, der iShares USD Short Duration Corp Bond UCITS ETF (ISIN IE00BCRY5Y77 / WKN A1W372).

Mit dem Kursverfall vieler Krypto-Währungen seien auch die Verkaufslisten der Krypto-ETNs zunächst länger geworden. "Doch hier hat zu Wochenbeginn die Stimmung wieder gedreht", berichte Wörndl. "Vor allem Krpyto-Währungen, die als Nachfolger von Bitcoin oder Ethereum gelten, werden gekauft, die Anleger suchen kleinere Alternativen." Nachfrage sehe er auch nach Polkadot mit dem 21SHARES POLKADOT ETP ETC (ISIN CH0593331561 / WKN A3GPQM), nach Solana mit dem VanEck Vectors Solana ETN und dem 21Shares Solana ETP sowie nach Cardano, mit dem 21Shares Cardano ETP. (01.12.2021/fc/a/e)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
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IE00B5V87390 A1C1HV 168,00 € 105,00 €
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