ETF-Handel: "Dips werden für Käufe genutzt"


20.04.22 10:47
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die deutlich gestiegenen Zinsen, Sorgen um Chinas Wirtschaft und unverändert beunruhigende Nachrichten aus der Ukraine belasten den Aktienmarkt auch nach den Osterfeiertagen, so die Deutsche Börse AG.

Der DAX schwanke weiter um 14.000 Punkte, am Dienstagmittag seien es 14.030 Punkte. Das sei deutlich mehr als im Tief bei 12.431 Zählern Anfang März, aber immer noch klar unter den Kursen Ende 2021.

Die Unsicherheiten würden groß bleiben. Dennoch hätten die Käufe überwogen, wie Frank Mohr von der Société Générale berichte. "Dabei liegt der Fokus weiter auf globalen und US-amerikanischen Aktien." Zuflüsse hätten etwa der iShares Core MSCI World (ISIN IE00B4L5Y983/ WKN A0RPWH), der Lyxor MSCI World (ISIN LU0392494562/ WKN ETF110) und der BNP Paribas Easy S&P 500 (ISIN FR0011550177/ WKN A1W4DQ) verzeichnet. Nasdaq-Tracker wie der iShares Nasdaq 100 (ISIN IE00B53SZB19/ WKN A0YEDL) stünden ebenfalls auf den Einkauflisten. "Europäische Aktien-ETFs werden zwar wieder mehr gehandelt, meist aber verkauft."

Auch Fabian Wörndl von Lang & Schwarz berichte von stetigem Interesse an MSCI World-ETFs. "Dips werden für Käufe genutzt", erkläre der Händler. Wie in den Vorwochen würden auch Nasdaq-Tracker mit Hebel viel gehandelt, konkret der WisdomTree Nasdaq 100 3x Daily Leveraged (ISIN IE00BLRPRL42/ WKN A3GL7E) und der WisdomTree Nasdaq 100 3x Daily Short (ISIN IE00BLRPRJ20/ WKN A3GL7D) - und zwar in beide Richtungen.

Im Handel mit Branchen-ETFs sei Mohr zufolge der iShares Global Infrastructure (ISIN IE00B1FZS467/ WKN A0LEW9) derzeit sehr beliebt. Der ETF bilde den FTSE Global Core Infrastructure ab, mit Unternehmen etwa aus der Versorger-, Industrie- und Energiebranche. Schwergewichte seien aktuell das US-Solar- und Windenergieunternehmen NextEra Energy, die US-Eisenbahngesellschaft Union Pacific, der US-amerikanische Betreiber von Anlagen für Drahtloskommunikation American Tower, der kanadische Pipeline-Betreiber Enbridge und der US-Energieanbieter Duke Energy. Auf Dreijahresssicht komme der ETF auf eine Rendite von 10,7 Prozent im Jahr.

Außerdem würden laut Mohr Technologie-, Gesundheits-, Industrie- und Energieaktien viel gehandelt. "Technologiewerte werden eher verkauft, der Rest gekauft." Betroffen seien etwa der Xtrackers MSCI World Information Technology (ISIN IE00BM67HT60/ WKN A113FM) und der Xtrackers MSCI World Health Care (ISIN IE00BM67HK77/ WKN A113FD).

Der jüngste Anstieg des Goldpreises locke Anleger*innen zudem wieder in Goldminen-ETFs, wie Wörndl melde. Gefragt sei zum Beispiel der iShares Gold Producers (ISIN IE00B6R52036/ WKN A1JKQJ). Auch für breit streuende Rohstoff-ETFs wie den iShares Diversified Commodity Swap (ISIN IE00BDFL4P12/ WKN A2DK6R) sehe Wörndl wieder verstärkt Nachfrage, ebenso wie für Edelmetall-ETCs wie den WisdomTree Silver 2x Daily Leveraged (ISIN DE000A0V9Y57/ WKN A0V9Y5).

Sehr viel um gehe außerdem weiter im iShares Global Clean Energy (ISIN IE00B1XNHC34/ WKN A0MW0M), wie Mohr feststelle. "Das ist bei uns immer mit Abstand der umsatzstärkste Themen-ETF." Der Indexfonds habe 4,6 Milliarden Euro an Vermögen ansammeln können, der Kurs sei zuletzt stark gestiegen. Die Kurshochs von Anfang 2021 seien aber noch nicht wieder erreicht.

Im Anleihen-Bereich würden Anleger*innen Mohr zufolge auf europäische High Yield-Unternehmensanleihen (ISIN IE00B66F4759/ WKN A1C3NE) setzen, sich dagegen vom Amundi Government Bond Lowest Rated EuroMTS Investment Grade (ISIN LU1681046774/ WKN A2H58E) trennen, der bonitätsmäßig schwächere europäische Investment Grade-Staatsanleihen abbilde. Auf weiter fallende Kurse von Bundesanleihen würden Anleger*innen laut Wörndl mit dem Lyxor Bund Daily (-2x) Inverse (ISIN FR0010869578/ WKN LYX0FW) setzen.

Im ersten Quartal 2022 hätten Anleger*innen global 267 Milliarden Euro in ETFs investiert, wie Emittent Amundi melde. Aktien seien mit Zuflüssen von 210 Milliarden Euro weiterhin die beliebteste Anlageklasse gewesen, Anleihen-ETFs seien 36,3 Milliarden Euro zugeflossen. Allerdings hätten europäische Anleger*innen im Zuge des Ukraine-Kriegs im März 3 Milliarden Euro aus ETFs auf Eurozonen-Aktien abgezogen. Sie seien laut Amundi in weniger risikoreiche Titel, etwa Staatsanleihen, und auch in Gold- und Rohstoff-Produkte geflüchtet.

Ruhiger zu gehe es derzeit im Handel mit Krypto-ETNs, stelle Wörndl fest. "Die Kursbewegungen der Coins schlagen sich nicht mehr direkt in Käufen und Verkäufen nieder." Der Bitcoin werde aktuell zu 40.712 US-Dollar gehandelt, weit unter dem Allzeithoch von 68.764 US-Dollar vom November 2021. Bei Ethereum sehe es ähnlich aus: Der Preis liege aktuell bei 3.044 US-Dollar, ebenfalls weit unter dem Allzeithoch von 4.866 US-Dollar. (Ausgabe vom 19.04.2022) (20.04.2022/fc/a/e)






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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
743,60 € 734,90 € 8,70 € +1,18% 12.08./17:36
 
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IE00B53SZB19 A0YEDL 841,50 € 598,70 €
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