ETF-Handel: Die Ferne lockt


28.02.12 14:26
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Mit den Kursverlusten an den Börsen nach der Griechenland-Einigung vor gut einer Woche trennten sich auch viele ETF-Anleger von ihren Aktienportfolios, so die Deutsche Börse AG.

Sidi Kleefeld, Händler bei der Deutschen Bank, berichte von Gewinnmitnahmen im großen Stil: "Betroffen waren DAX-, EURO STOXX-, S&P- und MSCI USA-Tracker." Seit gestern werde allerdings wieder mehr gekauft, abermals querbeet. Auch die Commerzbank spreche von einem Verkaufsüberhang in der vergangenen Woche: "Wir hatten 55 Prozent Ab- und 45 Prozent Zuflüsse", erkläre Frank Mohr.

Von den Umsätzen her beschreibe Bernardus Roelofs von Flow Traders die Woche als "karnevalsbedingt eher ruhiger", Mohr spreche von einem etwas unterdurchschnittlichen Handelsaufkommen, insgesamt sei der Februar aber ein sehr guter Monat gewesen.

Laut Roelofs hätten sich Investoren etwa vom iShares DAX und S&P 500 verabschiedet, während beim STOXX 600 meist zugegriffen worden sei. "Zurückgegeben wurden neben großen DAX-Trackern auch an den DAX als Preisindex gebundene ETFs und der Lyxor Nasdaq", ergänze Mark Schönbrodt von der DekaBank.

Kauffreudiger hätten sich Anleger hingegen bei spezielleren Themen gezeigt. Der DekaBank zufolge hätten etwa Dividendenstrategie-ETFs wie der Lyxor Stoxx Europe Select Dividend 30 Anhänger gefunden. Mohr könne den Trend hin zu Nischenprodukten bestätigen: "Zum Beispiel wurde der SDAX-ETF gern gekauft", erkläre der Händler.

Gutes Interesse habe Mohr außerdem für den C-Quadrat IQ European Equity festgestellt. "Das sehen wir schon seit zwei Wochen." Der Aktienstrategie-ETF des österreichischen Asset Managers C-Quadrat sei laut Analysehaus Morningstar 2011 in der Kategorie "Aktien Euroland Standardwerte" mit einem Plus von 19,38 Prozent der beste von insgesamt 168 Produkten gewesen. Er bilde die Wertentwicklung des C-Quadrat European Equity Total Return-Indexes ab, der auf einer regelgebundenen Long/Short/Cash-Strategie und Hebeln basiere. Ziel des Indexes sei es, langfristig einen höheren Ertrag als der EURO STOXX 50 zu generieren, bei vergleichbarem Risiko.

Immer begehrter würden Anlagen jenseits von Europa und den USA. "Man könnte von Allokationen in die Ferne zulasten von DAX und EURO STOXX sprechen", formuliere Mohr. Investoren hätten offenbar mehr Diversifikation gewünscht. Eine sehr rege Nachfrage habe der Händler etwa beim ComStage MSCI Pacific ex Japan beobachtet, der die Entwicklung von Aktien aus Ländern wie Australien, Hongkong, Singapur und Neuseeland nachzeichne. Der ETF habe in den vergangenen drei Monaten um fast 15 Prozent zugelegt.

Doch auch Schwellenländer kämen weiterhin gut an, vor allem marktbreite Indices würden überzeugen. Auf den Umsatzlisten der DekaBank für die vergangene Woche stünden Emerging Markets-ETF sogar ganz oben. "Gekauft wurden der db x-trackers MSCI Latin America, der db x-trackers MSCI Asia und der breit aufgestellte Emerging Markets-ETFs von ETFlab", konkretisiere Schönbrodt.

Roelofs berichte von Zuflüssen in den iShares MSCI Emerging Markets (ISIN: DE000A0HGZT7/ WKN A0HGZT). Während Anleger bei ETFs mit brasilianischen Aktien (ISIN FR0010408799 / WKN LYX0BE) ebenfalls zugegriffen hätten, seien solche mit koreanischen (ISIN DE000A0HG2L3 / WKN A0HG2L) oder chinesischen (ISIN FR0010713784 / WKN A0RF40) Titeln abgestoßen worden.

Im Handel mit Sektoren-ETFs würden die großen Themen fehlen. "Es ist nicht viel los. Fast alles konzentriert sich auf die breiten Indices", meine Kleefeld. Laut Commerzbank würden Anleger allerdings bei ETFs mit Aktien der Konsumgüter-, der Lebensmittel- und Getränke- (ISIN LU0378435803 / WKN ETF067) sowie der Einzelhandelsbranche zugreifen. In Indexfonds mit Bank- (ISIN LU0378435399 / WKN ETF062), Gesundheits- (ISIN DE0006289333 / WKN 628933) und Technologieaktien (ISIN DE0006289325 / WKN 628932) überwögen hingegen die Verkäufe. "Hier werden Gewinne mitgenommen", glaube Mohr.

Auch Renten-ETFs könnten im Moment nicht wirklich punkten, wie die Händler melden würden. "Die Verkäufe dominierten eher", erkläre Mohr. Ob Indexfonds mit deutschen Anleihen ihren Nimbus bereits verloren hätten, darüber würden die Meinungen auseinander gehen. Flow Traders melde Abflüsse aus dem iShares eb.rexx Government Germany 1,5-2,5 (ISIN DE0006289473 / WKN 628947) und anderen Indexfonds mit Bundesanleihen, auch die Commerzbank berichte von Verkäufen.

"Bei uns überwiegen die Positionierungen", meine hingegen Mark Schönbrodt (ISIN DE0006289481 / WKN 628948). Viel Zuspruch, darin seien sich die Market Maker einig, würden hingegen ganz klar ETFs (ISIN FR0010814236 / WKN LYX0FJ; ISIN FR0011020940 / WKN A1H916; ISIN DE000ETFL383 / WKN ETFL38) mit Unternehmensanleihen finden. Angesichts magerer Renditen für sichere Staatsanleihen würden sich Anleger offenbar zunehmend für die Variante entscheiden, die ein bisschen mehr Rendite biete. (28.02.2012/fc/a/e)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
203,85 € 199,34 € 4,51 € +2,26% 17.04./21:59
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0005933931 593393 211,25 € 175,00 €
Werte im Artikel
86,32 plus
+2,76%
81,00 plus
+2,32%
203,85 plus
+2,26%
92,41 plus
+2,20%
53,94 plus
+2,00%
62,27 plus
+1,60%
140,56 plus
+1,49%
60,29 plus
+1,27%
53,97 plus
+0,90%
62,87 plus
+0,73%
126,82 plus
+0,73%
97,11 plus
+0,58%
93,96 plus
+0,49%
80,21 plus
+0,18%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%