Erweiterte Funktionen
ETF-Handel: Der Funke springt über
03.07.12 09:32
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Auf Wochensicht Rückflüsse, seit Freitag zunehmende Positionierung insbesondere in Tracker marktbreiter Aktienindices der Industrienationen: so beschreiben Spezialisten die jüngsten Bewegungen im Handel mit Indexfonds, so die Deutsche Börse AG.
"Bei durchschnittlichen Umsätzen verbuchen wir unterm Strich einen Verkaufsüberhang im Verhältnis Zweidrittel zu einem Drittel", melde Mark Schönbrodt von der DekaBank. Auf den vorderen Rängen in seiner Umsatzstatistik befänden sich primär Bluechip-ETFs. "Exoten tauchen bei uns unter den 20 meist gehandelten Indexfonds nicht auf."
"Mit rund 7.500 Trades liegen wir unter dem Durchschnitt", beschreibe Frank Mohr den Handel der vergangenen Tage. An den Käufen zum Wochenausklang und zum Wochenauftakt erkenne der Händler der Commerzbank zwar grundsätzliche Anlegerbereitschaft zu Engagements in Indices. Von Euphorie könne indes keine Rede sein, der Richtungswechsel beruhe seiner Auffassung nach auf einer Gegenbewegung nach einer technisch überverkauften Lage.
Von einer guten Handelswoche jedoch ohne klare Richtung spreche Florian Perini. "Sowohl der Ausgang des Brüsseler EU-Gipfels als auch die Zustimmung des Bundestags zum ESM und Fiskalpakt haben die Investoren erst einmal positiv gestimmt", begründe der Händler von Flow Traders den Stimmungswandel. "Blue Chip- und Schwellenländer-ETFs waren mehrheitlich gesucht." Nun hätten Marktteilnehmer mit Spannung auf den anstehenden Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am kommenden Donnerstag geschaut. "Erwartet wird eine Leitzinssenkung um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent."
Gut kämen gegenwärtig Standardwerte der tonangebenden Industrieländerindices an, wie die Händler einmütig berichten würden. Von einem Käuferbild spreche Perini etwa bei deutschen Blue Chips des DAX (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN DE0005933972 / WKN 593397, ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01, ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA) ebenso bei Tracker des weltweit aufgestellten MSCI World (ISIN DE000A0HGZR1 / WKN A0HGZR, ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW).
Zudem überwögen Schönbrodt zufolge in an den EURO STOXX 50 gekoppelten Indexfonds (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN IE0008471009 / WKN 935927) tendenziell Käufe. Für einige DAX-Tracker verbuche die DekaBank mehrheitlich Verkäufe (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01, ISIN DE0005933931 / WKN 593393), ebenso für den einen oder anderen EURO STOXX 50-ETF.
Als auffallend bezeichne Mohr den Trend hin zu Dividendenwerten etwa des S&P High Yield Dividend Aristocrats Index (ISIN IE00B6YX5D40 / WKN A1JKS0) und werte dies als gestiegenes Interesse an nachhaltigen Investments. Dieser Index umfasse 60 Bestandteile des S&P Composite 1500-Indexes mit der höchsten Dividendenrendite, deren Dividenden in den letzten 25 aufeinander folgenden Jahren gestiegen seien.
Auch für dividendenstarke deutsche Unternehmen würden sich ETF-Investoren laut Schönbrodt interessieren. Kaufüberhänge gebe es zum Beispiel in Tracker des DAXplus Maximum Dividend und in Indexfonds auf den DivDAX.
Dass sich die Erwartungen der Investoren hinsichtlich der Bewegungen des DAX teilweise gedreht hätten, wolle Mohr an den mehrheitlichen Abflüssen aus einem ShortDAX-ETF erkennen, der von fallenden DAX-Kursen profitiere.
"Viele Kunden haben ihre Positionen geschlossen." Perini bestätige den Trend und melde Abgaben etwa des ETFX DAX 2x Short Fund (ISIN DE000A0X9AA8 / WKN A0X9AA). Überwiegend Abflüsse beispielsweise im Lyxor ETF EURO STOXX 50 Daily Double Short hätten auf einen ähnlichen Sinneswandel für die Kursrichtung des EURO STOXX 50 gedeutet.
Für marktbreite Schwellenländer-ETFs melde Perini fast nur Käufe. Etwa gebe es einen Nachfrageüberhang für Indexfonds auf den MSCI Emerging Market Index (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT, ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM).
Auch bei den Anleihen seien Schwellenländer gefragt. Anleger würden die entsprechenden ETFs, aber auch ebenso europäische Staatsanleihen (ISIN LU0290355717 / WKN DBX0AC) kaufen. Zuspruch verbuche Perini zudem für Euro-Unternehmensanleihen mit Investment Grade (ISIN DE0002511243 / WKN 251124, ISIN FR0010737544 / WKN LYX0EE). Ein seit Monaten gefragter Corporate Bond-Tracker, der Finanzwerte außen vorlasse, gehöre einmal mehr zu den gesuchten ETFs bei der DekaBank.
Bei Geldmarktfonds etwa auf den eb.rexx Money Market (ISIN DE000A0Q4RZ9 / WKN A0Q4RZ) würden die ETF-Spezialisten einhellig von einem Verkäuferbild sprechen. Von Abgaben geprägt seien zudem Indexfonds zum EuroMTS Eonia Investable-Index (ISIN FR0010510800 / WKN LYX0B6) und Tracker des Sonia Total Return-Index. "Vermutlich haben Anleger mit den Verkäufen der Geldmarktfonds Liquidität für ihr Engagement in Aktien freigesetzt", meine Mohr.
Bei den Sektoren würden insbesondere Bankenwerte beispielsweise aus dem EURO STOXX Banks auf Gegenliebe stoßen, wie Perini registriere. Passend dazu hätten Anleger auf die Versicherungsbranche mit Käufen von Anteilen zum Beispiel des ComStage ETF STOXX Europe 600 Insurance gesetzt. (03.07.2012/fc/a/e)
"Bei durchschnittlichen Umsätzen verbuchen wir unterm Strich einen Verkaufsüberhang im Verhältnis Zweidrittel zu einem Drittel", melde Mark Schönbrodt von der DekaBank. Auf den vorderen Rängen in seiner Umsatzstatistik befänden sich primär Bluechip-ETFs. "Exoten tauchen bei uns unter den 20 meist gehandelten Indexfonds nicht auf."
"Mit rund 7.500 Trades liegen wir unter dem Durchschnitt", beschreibe Frank Mohr den Handel der vergangenen Tage. An den Käufen zum Wochenausklang und zum Wochenauftakt erkenne der Händler der Commerzbank zwar grundsätzliche Anlegerbereitschaft zu Engagements in Indices. Von Euphorie könne indes keine Rede sein, der Richtungswechsel beruhe seiner Auffassung nach auf einer Gegenbewegung nach einer technisch überverkauften Lage.
Von einer guten Handelswoche jedoch ohne klare Richtung spreche Florian Perini. "Sowohl der Ausgang des Brüsseler EU-Gipfels als auch die Zustimmung des Bundestags zum ESM und Fiskalpakt haben die Investoren erst einmal positiv gestimmt", begründe der Händler von Flow Traders den Stimmungswandel. "Blue Chip- und Schwellenländer-ETFs waren mehrheitlich gesucht." Nun hätten Marktteilnehmer mit Spannung auf den anstehenden Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am kommenden Donnerstag geschaut. "Erwartet wird eine Leitzinssenkung um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent."
Gut kämen gegenwärtig Standardwerte der tonangebenden Industrieländerindices an, wie die Händler einmütig berichten würden. Von einem Käuferbild spreche Perini etwa bei deutschen Blue Chips des DAX (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN DE0005933972 / WKN 593397, ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01, ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA) ebenso bei Tracker des weltweit aufgestellten MSCI World (ISIN DE000A0HGZR1 / WKN A0HGZR, ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW).
Zudem überwögen Schönbrodt zufolge in an den EURO STOXX 50 gekoppelten Indexfonds (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN IE0008471009 / WKN 935927) tendenziell Käufe. Für einige DAX-Tracker verbuche die DekaBank mehrheitlich Verkäufe (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01, ISIN DE0005933931 / WKN 593393), ebenso für den einen oder anderen EURO STOXX 50-ETF.
Auch für dividendenstarke deutsche Unternehmen würden sich ETF-Investoren laut Schönbrodt interessieren. Kaufüberhänge gebe es zum Beispiel in Tracker des DAXplus Maximum Dividend und in Indexfonds auf den DivDAX.
Dass sich die Erwartungen der Investoren hinsichtlich der Bewegungen des DAX teilweise gedreht hätten, wolle Mohr an den mehrheitlichen Abflüssen aus einem ShortDAX-ETF erkennen, der von fallenden DAX-Kursen profitiere.
"Viele Kunden haben ihre Positionen geschlossen." Perini bestätige den Trend und melde Abgaben etwa des ETFX DAX 2x Short Fund (ISIN DE000A0X9AA8 / WKN A0X9AA). Überwiegend Abflüsse beispielsweise im Lyxor ETF EURO STOXX 50 Daily Double Short hätten auf einen ähnlichen Sinneswandel für die Kursrichtung des EURO STOXX 50 gedeutet.
Für marktbreite Schwellenländer-ETFs melde Perini fast nur Käufe. Etwa gebe es einen Nachfrageüberhang für Indexfonds auf den MSCI Emerging Market Index (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT, ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM).
Auch bei den Anleihen seien Schwellenländer gefragt. Anleger würden die entsprechenden ETFs, aber auch ebenso europäische Staatsanleihen (ISIN LU0290355717 / WKN DBX0AC) kaufen. Zuspruch verbuche Perini zudem für Euro-Unternehmensanleihen mit Investment Grade (ISIN DE0002511243 / WKN 251124, ISIN FR0010737544 / WKN LYX0EE). Ein seit Monaten gefragter Corporate Bond-Tracker, der Finanzwerte außen vorlasse, gehöre einmal mehr zu den gesuchten ETFs bei der DekaBank.
Bei Geldmarktfonds etwa auf den eb.rexx Money Market (ISIN DE000A0Q4RZ9 / WKN A0Q4RZ) würden die ETF-Spezialisten einhellig von einem Verkäuferbild sprechen. Von Abgaben geprägt seien zudem Indexfonds zum EuroMTS Eonia Investable-Index (ISIN FR0010510800 / WKN LYX0B6) und Tracker des Sonia Total Return-Index. "Vermutlich haben Anleger mit den Verkäufen der Geldmarktfonds Liquidität für ihr Engagement in Aktien freigesetzt", meine Mohr.
Bei den Sektoren würden insbesondere Bankenwerte beispielsweise aus dem EURO STOXX Banks auf Gegenliebe stoßen, wie Perini registriere. Passend dazu hätten Anleger auf die Versicherungsbranche mit Käufen von Anteilen zum Beispiel des ComStage ETF STOXX Europe 600 Insurance gesetzt. (03.07.2012/fc/a/e)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 201,00 € | 199,34 € | 1,66 € | +0,83% | 17.04./10:54 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0005933931 | 593393 | 211,25 € | 175,00 € | |
Werte im Artikel




