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ETF-Handel: Kaufen oder Kasse machen
12.07.23 16:45
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die turbulente Vorwoche an der Börse hat sich im ETF-Handel nicht niedergeschlagen, so die Deutsche Börse AG.
Das Geschäft laufe in ruhigen Bahnen. "Der Sommer macht sich bemerkbar", erkläre Frank Mohr von der Société Générale. "Die Käufe überwogen vergangene Woche aber klar." Das liege allerdings vor allem an den zu Monatsanfang ausgeführten Sparplänen. Bei Lang & Schwarz würden beide Seiten gleichermaßen gehandelt. "Schwerpunkt sind S&P 500- und Nasdaq-ETFs", bemerke Händler Leo Puschmann. Der DAX, der noch Mitte Juni ein neues Allzeithoch von knapp 16.428 Punkten markiert habe, sei vergangene Woche aufgrund von Zinserhöhungssorgen bis auf 15.500 Zähler gefallen. Am Dienstagmittag seien es wieder 15.700 Punkte.
Die für Sparpläne beliebten globalen Indices - allen voran der MSCI World - würden bei der Société Générale den mit 40 Prozent größten Umsatzanteil ausmachen, mit einem deutlichen Käuferüberhang (ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH, ISIN LU1861134382 / WKN A2JSDA). Was US-Aktien angehe, sei das Bild gemischter. "Tendenziell sind es sogar eher Abgaben", bemerke Mohr mit Blick auf den Amundi S&P 500 und den iShares Nasdaq 100. Auch für die europäischen Indices sehe Mohr Zu- wie Abflüsse mit einem leichten Verkäuferüberhang, nur bei deutschen meist Zuflüsse.
Der Nasdaq 100 habe im ersten Halbjahr um knapp 39 Prozent zugelegt - das sei beste erste Halbjahr seiner Geschichte gewesen. Seitdem gehe es seitwärts beziehungsweise leicht nach unten.
Technologieaktien würden auch im Handel mit Branchen-ETFs weiter viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. "Das ist das spannendste Thema", meine Puschmann. "Bei uns gibt es Gewinnmitnahmen, aber auch noch Käufe." Diese Woche starte die Berichtssaison über das zweite Quartal. Dann dürfte sich zeigen, ob der Kursanstieg gerechtfertigt gewesen sei.
Auch bei der Société Générale drehe sich das meiste um Tech-Werte, daneben noch um Energie- und Gesundheitsaktien. "Für alle drei sehen wir eher Abgaben", stelle Mohr fest. Betroffen seien etwa der iShares Automation & Robotics und der Xtrackers MSCI World Communication Services. Der erste komme seit Jahresanfang immer noch auf ein Plus von 22 Prozent, der zweite sogar auf 26 Prozent.
Zudem würden sich Anleger*innen vom Amundi Stoxx Europe 600 Energy ESG Screened trennen, aber auf den iShares S&P 500 Energy Sector setzen. Abflüsse würden beim iShares Healthcare Innovation dominieren, der weltweite Aktien aus der Gesundheitsbranche abbilde.
Gute Umsätze registriere Mohr im Übrigens für den vor drei Wochen lancierten ETF von "ETF-Papst" Gerd Kommer, bekannt für Bestseller wie "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs" und mittlerweile in vielen Medien präsent. Der L&G Gerd Kommer Multifactor Equity (ISIN IE000FPWSL69 / WKN WELT0B, (ISIN IE0001UQQ933 / WKN WELT0A) bilde Aktien aus Industrie- und Schwellenländern ab, die Ländergewichtung erfolge zu 50 Prozent nach Marktkapitalisierung und zu 50 Prozent nach BIP, um nicht zu stark auf die USA zu setzen. Zudem werde ein Multifaktor-Ansatz verfolgt.
Gleichzeitig bleibe das Interesse an Geldmarkt- und geldmarktnahen ETFs hoch. Mohr sehe weiter viel Zuspruch für den Lyxor Euro Overnight Return. Anleger*innen würden unterdessen von Unternehmensanleihen nicht mehr viel wissen wollen: Der Amundi Index Euro Corporate SRI (ISIN LU1437018168 / WKN A2ATY6) stehe auf den Verkaufslisten, ebenso der iShares USD Corp Bond ESG.
In Europa notierte ETFs hätten im Juni Nettozuflüsse in Höhe von 11,4 Milliarden US-Dollar verzeichnet, angeführt von Zuflüssen im festverzinslichen Bereich mit fast 7,9 Milliarden US-Dollar, wie ETF-Emittent SPDR berichte. Aktien-ETFs seien hingegen "nur" 6,1 Milliarden US-Dollar zugeflossen, während Rohstoffengagements mehr als 2,7 Milliarden US-Dollar verloren hätten. "Dass es im Juni mehr Mittelzuflüsse in Anleihe-ETFs als in Aktien-ETFs gab, spiegelt die Unsicherheit der Investoren wider", erkläre Markus Weis, ETF-Deutschlandchef bei SPDR.
Viele Investoren hätten weiter steigende Zinsen erwartet und seien dementsprechend von einer sich abschwächenden Aktienmarktentwicklung ausgegangen. Käufe melde SPDR unter anderem für defensivere Aktienstrategien mit Dividenden- und Value-Ansatz. Darüber hinaus hätten einige Investoren die guten Kurse der Technologiewerte zur Gewinnmitnahme genutzt und zum Beispiel in kleinere Unternehmen investiert. "Bei Anleihen überwog ebenfalls der Sicherheitsaspekt. Investoren bevorzugten Staatsanleihen und sicherere Unternehmensanleihen."
Viel um gehe bei Lang & Schwarz darüber hinaus in Gold-ETCs, vor allem in Xetra Gold (ISIN DE000A0S9GB0 / WKN A0S9GB). "Beim Goldpreis zeichnet sich eine Stabilisierung ab", bemerke Puschmann. Der Goldpreis sei von 2.059 US-Dollar Anfang Mai bis auf rund 1.900 US-Dollar gefallen, jetzt seien es wieder 1.936 US-Dollar. Ruhiger geworden sei es um die lange so beliebten Gas-ETCs mit Hebel (ISIN IE00BLRPRG98 / WKN A3GL7C).
Ebenfalls gemächlicher zu gehe es im Handel mit Krypto-ETNs. Dabei sei der Bitcoin vergangene Woche kurz über 31.000 US-Dollar gestiegen, jetzt seien es 30.508 US-Dollar. "Das merken wir nicht", berichte Puschmann. (Ausgabe vom 11.07.2023) (12.07.2023/fc/a/e)
Das Geschäft laufe in ruhigen Bahnen. "Der Sommer macht sich bemerkbar", erkläre Frank Mohr von der Société Générale. "Die Käufe überwogen vergangene Woche aber klar." Das liege allerdings vor allem an den zu Monatsanfang ausgeführten Sparplänen. Bei Lang & Schwarz würden beide Seiten gleichermaßen gehandelt. "Schwerpunkt sind S&P 500- und Nasdaq-ETFs", bemerke Händler Leo Puschmann. Der DAX, der noch Mitte Juni ein neues Allzeithoch von knapp 16.428 Punkten markiert habe, sei vergangene Woche aufgrund von Zinserhöhungssorgen bis auf 15.500 Zähler gefallen. Am Dienstagmittag seien es wieder 15.700 Punkte.
Die für Sparpläne beliebten globalen Indices - allen voran der MSCI World - würden bei der Société Générale den mit 40 Prozent größten Umsatzanteil ausmachen, mit einem deutlichen Käuferüberhang (ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH, ISIN LU1861134382 / WKN A2JSDA). Was US-Aktien angehe, sei das Bild gemischter. "Tendenziell sind es sogar eher Abgaben", bemerke Mohr mit Blick auf den Amundi S&P 500 und den iShares Nasdaq 100. Auch für die europäischen Indices sehe Mohr Zu- wie Abflüsse mit einem leichten Verkäuferüberhang, nur bei deutschen meist Zuflüsse.
Der Nasdaq 100 habe im ersten Halbjahr um knapp 39 Prozent zugelegt - das sei beste erste Halbjahr seiner Geschichte gewesen. Seitdem gehe es seitwärts beziehungsweise leicht nach unten.
Technologieaktien würden auch im Handel mit Branchen-ETFs weiter viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. "Das ist das spannendste Thema", meine Puschmann. "Bei uns gibt es Gewinnmitnahmen, aber auch noch Käufe." Diese Woche starte die Berichtssaison über das zweite Quartal. Dann dürfte sich zeigen, ob der Kursanstieg gerechtfertigt gewesen sei.
Auch bei der Société Générale drehe sich das meiste um Tech-Werte, daneben noch um Energie- und Gesundheitsaktien. "Für alle drei sehen wir eher Abgaben", stelle Mohr fest. Betroffen seien etwa der iShares Automation & Robotics und der Xtrackers MSCI World Communication Services. Der erste komme seit Jahresanfang immer noch auf ein Plus von 22 Prozent, der zweite sogar auf 26 Prozent.
Gute Umsätze registriere Mohr im Übrigens für den vor drei Wochen lancierten ETF von "ETF-Papst" Gerd Kommer, bekannt für Bestseller wie "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs" und mittlerweile in vielen Medien präsent. Der L&G Gerd Kommer Multifactor Equity (ISIN IE000FPWSL69 / WKN WELT0B, (ISIN IE0001UQQ933 / WKN WELT0A) bilde Aktien aus Industrie- und Schwellenländern ab, die Ländergewichtung erfolge zu 50 Prozent nach Marktkapitalisierung und zu 50 Prozent nach BIP, um nicht zu stark auf die USA zu setzen. Zudem werde ein Multifaktor-Ansatz verfolgt.
Gleichzeitig bleibe das Interesse an Geldmarkt- und geldmarktnahen ETFs hoch. Mohr sehe weiter viel Zuspruch für den Lyxor Euro Overnight Return. Anleger*innen würden unterdessen von Unternehmensanleihen nicht mehr viel wissen wollen: Der Amundi Index Euro Corporate SRI (ISIN LU1437018168 / WKN A2ATY6) stehe auf den Verkaufslisten, ebenso der iShares USD Corp Bond ESG.
In Europa notierte ETFs hätten im Juni Nettozuflüsse in Höhe von 11,4 Milliarden US-Dollar verzeichnet, angeführt von Zuflüssen im festverzinslichen Bereich mit fast 7,9 Milliarden US-Dollar, wie ETF-Emittent SPDR berichte. Aktien-ETFs seien hingegen "nur" 6,1 Milliarden US-Dollar zugeflossen, während Rohstoffengagements mehr als 2,7 Milliarden US-Dollar verloren hätten. "Dass es im Juni mehr Mittelzuflüsse in Anleihe-ETFs als in Aktien-ETFs gab, spiegelt die Unsicherheit der Investoren wider", erkläre Markus Weis, ETF-Deutschlandchef bei SPDR.
Viele Investoren hätten weiter steigende Zinsen erwartet und seien dementsprechend von einer sich abschwächenden Aktienmarktentwicklung ausgegangen. Käufe melde SPDR unter anderem für defensivere Aktienstrategien mit Dividenden- und Value-Ansatz. Darüber hinaus hätten einige Investoren die guten Kurse der Technologiewerte zur Gewinnmitnahme genutzt und zum Beispiel in kleinere Unternehmen investiert. "Bei Anleihen überwog ebenfalls der Sicherheitsaspekt. Investoren bevorzugten Staatsanleihen und sicherere Unternehmensanleihen."
Viel um gehe bei Lang & Schwarz darüber hinaus in Gold-ETCs, vor allem in Xetra Gold (ISIN DE000A0S9GB0 / WKN A0S9GB). "Beim Goldpreis zeichnet sich eine Stabilisierung ab", bemerke Puschmann. Der Goldpreis sei von 2.059 US-Dollar Anfang Mai bis auf rund 1.900 US-Dollar gefallen, jetzt seien es wieder 1.936 US-Dollar. Ruhiger geworden sei es um die lange so beliebten Gas-ETCs mit Hebel (ISIN IE00BLRPRG98 / WKN A3GL7C).
Ebenfalls gemächlicher zu gehe es im Handel mit Krypto-ETNs. Dabei sei der Bitcoin vergangene Woche kurz über 31.000 US-Dollar gestiegen, jetzt seien es 30.508 US-Dollar. "Das merken wir nicht", berichte Puschmann. (Ausgabe vom 11.07.2023) (12.07.2023/fc/a/e)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 116,6999 € | 116,9395 € | -0,2396 € | -0,20% | 27.04./16:21 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| IE00B4L5Y983 | A0RPWH | 117,08 € | 91,85 € | |
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