ETF-Handel: Keine Angststarre


17.02.15 16:40
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Geplatzte Verhandlungen mit Griechenland, brüchige Waffenruhe in der Ostukraine. Die Probleme nehmen nicht ab, dennoch lassen sich ETF-Anleger die Laune nicht verderben, so die Deutsche Börse AG.

"Bei uns überwogen die Käufe, und zwar in allen Asset-Klassen", berichte Andreas Bartels von der Commerzbank. Auch nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Griechenland am gestrigen Montag könne von einer Verkaufswelle nicht die Rede sein. "Auf Griechenland wird kaum noch reagiert", meine auch Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank. "Von Panik ist keine Spur."

Der DAX sei am heutigen Dienstag mit kräftigen Verlusten in den Tag gestartet, habe sich mittlerweile aber wieder berappelt und notiere am Mittag bei 10.900 Punkten. Am Freitag sei der Index erstmals in seiner Geschichte über 11.000 Zähler geklettert. Der bankenlastige EURO STOXX 50 könne zwar immer noch nicht an die Zeiten vor der Finanzkrise anknüpfen, sei vergangene Woche aber immerhin auf den höchsten Stand seit Sommer 2008 geklettert.

Die Karnevalstage in Deutschland, Feiertag am gestrigen Montag in den USA und das anstehende chinesische Neujahrsfest würden sich auch in den Handelsumsätzen bemerkbar machen. "Es ist immer noch viel los, aber im Vergleich mit den Vorwochen ist es etwas ruhiger", erkläre Bartels. Die Deutsche Bank berichte ebenfalls von guten Umsätzen, wenn auch leicht rückläufigen. Gregor Hamme von der Unicredit Group in London spreche sogar von einer sehr aktivitätsarmen Woche.

Wie bereits in der Vorwoche könnten vor allem europäische Aktien bei den Anlegern punkten. "Es geht weiter alles in Richtung Europa", bemerke Kleefeld. Bei der Deutschen Bank würden etwa der iShares EURO STOXX 50, der db x-trackers EURO STOXX 50 oder der db x-trackers MSCI Europe gekauft.

"Deutschland und der DAX sind bei uns weniger Thema", ergänze der Händler. Die Commerzbank habe hingegen hohe Zuflüsse in DAX-Trackern beobachtet, daneben aber auch in MSCI World-ETFs wie den iShares MSCI World und die Pendants von der UBS und der Commerzbank (ISIN LU0392494562 / WKN ETF110). Dazu seien Ende der Woche, nach den Waffenstillstandsverhandlungen von Minsk, Käufe von EURO STOXX 50- und STOXX Europe 600-Indexfonds gekommen.

"Die Anleger auf dem Parkett investieren hauptsächlich in deutsche und europäische Standardindices wie den DAX (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01; ISIN DE000ETFL060 / WKN ETFL06) oder den EURO STOXX 50", erkläre auch Marcel Sattler von der ICF Bank. MDAX-Indexfonds seien ebenfalls gut weggegangen. "Gehebelte Produkte sind trotz der relativ hohen Volatilität in den letzten Wochen zumindest im ETF-Sektor nicht gefragt."

Abgestoßen würden US-Tracker. "Bei uns werden S&P 500 und MSCI USA-ETFs verkauft", melde zum Beispiel Bartels. Der S&P 500 sei nach den Rückschlägen im Januar zwar in diesem Monat stark gestiegen, könne mit den Kursgewinnen im DAX und EURO STOXX 50 in diesem Jahr aber längst nicht mithalten.

Bei der Deutschen Bank würden sich Investoren außerdem von japanischen Aktien sowie Titeln aus einzelnen Schwellenländern wie Vietnam und vor allem China trennen. Der db x-trackers CSI300, der Aktien vom chinesischen Festland abbilde, sei zwischen Oktober und Januar deutlich gestiegen, trete seitdem aber auf der Stelle.

Mutige würden sich darüber hinaus in russischen Aktien positionieren, wie Bartels feststelle. Als Beispiele nenne er den Lyxor Russia und den iShares MSCI Eastern Europe Capped (ISIN DE000A0HGZV3 / WKN A0HGZV). Stefano Valenti von der Unicredit Group sehe ebenfalls höhere Umsätze in russischen Aktien, allerdings würden beide Richtungen gespielt.

Im Handel mit Branchen-ETFs gelte die Aufmerksamkeit einmal mehr den Banken. Kleefeld beobachte Zuflüsse in den iShares EURO STOXX Banks. Der Commerzbank zufolge stünden Banken-Indexfonds wie der Source EURO STOXX Optimised Banks aber auf den Abgabelisten. Rege gehandelt würden darüber hinaus noch Grundstoff-ETFs, hier überwögen die Verkäufe leicht, sowie Energie- und Öl- und Gas-ETFs.

"Mit dem wieder steigenden Ölpreis wird auf die Branche gesetzt", bemerke Bartels und berichte von regen Zuflüssen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent werde heute wieder zu über 61 US-Dollar gehandelt, im Januar sei der Preis im Tief bis auf 46 US-Dollar gefallen und habe sich gegenüber dem Stand vom Sommer des vergangenen Jahres damit mehr als halbiert.

Auch im Anleihebereich sei der Deutschen Bank zufolge Europa gesucht, sowohl Staats- als auch Unternehmensanleihen kämen gut an. Bei der Commerzbank würden sich Anleger vor allem für lange Laufzeiten interessieren. "Im fünf- bis zehnjährigen Bereich sind speziell Bundesanleihen gesucht, bei Laufzeiten von 15 oder 25 Jahren europäische Papiere (ISIN LU0444606536 / WKN ETF508; ISIN LU0444606619 / WKN ETF509)", meine Bartels. Trennen würden sich Anleger hingegen von Bundesanleihen und europäischen Staatsanleihen mit kurzen Laufzeiten. (17.02.2015/fc/a/e)





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