ETF-Handel: Keine Höhenangst


21.05.13 15:48
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Immer neue Rekordstände bei DAX, S&P 500 und Dow Jones, daneben ein geradezu kometenhafter Aufstieg des japanischen Nikkei - das entgeht auch ETF-Anlegern nicht, so die Deutsche Börse AG.

"Wir hatten einen deutlichen Käuferüberhang, vor allem auf der Aktienseite", erkläre Jörg Sengfelder von Flow Traders. Auch Frank Mohr von der Commerzbank berichte von überwiegend Zuflüssen auf der Aktienseite. "Es fehlen einfach die Alternativen. Daher wird es wahrscheinlich auch noch weiter nach oben gehen." Gewinnmitnahmen gebe es kaum. "Der Risk-on-Modus setzt sich fort, die Umsätze sind gut", bemerke Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank.

Europa, USA, Japan: Anleger würden sich nahezu überall positionieren. Der Commerzbank zufolge seien DAX- und EURO STOXX-Tracker (ISIN LU0378438732 / WKN ETF001; ISIN LU0378434079 / WKN ETF050) viel gekauft worden, die Deutsche Bank und Flow Traders sehe eher ein ausgeglichenes Bild in DAX-ETFs und einen klaren Käuferüberhang in EURO STOXX-Indexfonds. Begehrt würden auch ETFs auf den MDAX bleiben, wie Sengfelder registriert habe. Investoren würden hier offenbar Nachholbedarf sehen: Der MDAX sei in den vergangenen Wochen in seiner Entwicklung nämlich etwas hinter dem großen Bruder DAX zurückgeblieben.

Thema Nummer 1 bleibe aber der japanische Aktienmarkt. Offenbar würden viele Anleger noch auf den Zug aufspringen wollen, immerhin habe der Nikkei 225 in den vergangenen sechs Monaten um 67 Prozent zugelegt. "Japan ist weiterhin unser Top Trade", formuliere Sengfelder. Auch laut Commerzbank hätten an japanische Indices gekoppelte ETFs auf den Einkaufslisten weit oben gestanden. "Bei uns waren sie von den Umsätzen her sogar auf Platz Nummer 2, gleich hinter DAX- und vor EURO STOXX 50-ETFs."

Nach wie vor würden sich Anleger vor allem für währungsgesicherte Versionen interessieren, wie Sengfelder bemerke, konkret den Amundi Topix Euro Hedged Daily und den iShares MSCI Japan Monthly Euro Hedged. Die Kosten für die währungsgesicherten Varianten lägen zwar etwas höher, würden angesichts des massiven JPY-Verfalls in den vergangenen Monaten aber gerne in Kauf genommen.

Flow Traders habe daneben noch hohe Zuflüsse in ETFs auf den koreanischen und türkischen Aktienmarkt (ISIN FR0010326256 / WKN LYX0AK) beobachtet.

Und noch einen Liebling der Anleger nenne Sengfelder: Den Lyxor FTSE ATHEX 20, der an den griechischen Aktienmarkt gekoppelt sei. "Hier hatten wir relativ gut Umsätze." Der ETF habe bereits seit Anfang April stetig an Wert gewonnen, auf Sicht von einem Monat ergebe sich ein Plus von 25 Prozent. Auch MSCI USA-, S&P 500- und MSCI Emerging Markets-Indexfonds seien den meisten Händlern zufolge gekauft worden.

Eher abgestoßen worden seien ETFs auf den britischen Markt (ISIN DE0006289408 / WKN 628940; ISIN LU0292097234 / WKN DBX1F1), wie Sengfelder ergänze. "Es gibt einfach attraktivere Alternativen."

Nicht mehr viel würden Investoren außerdem von ETFs auf Minenaktien wissen wollen. Das sei kein Wunder: Der Goldpreis sei vergangene Woche nämlich wieder unter die Marke von 1.400 USD gefallen, aktuell seien es 1.379 USD; vergangenen Oktober seien noch fast 1.800 USD für die Feinunze gezahlt worden. Abgestoßen worden sei daher etwa der iShares DJ-UBS Commodity Swap.

Dass Gewinnmitnahmen nicht völlig aus der Welt seien, zeige im Übrigen die Orderbuchlage von an den LevDAX gekoppelten ETFs: "LevDAX-Indexfonds wurden bei uns verkauft", habe Mohr gesagt. Der ETF habe im vergangenen Monat ein Plus von 28 Prozent verzeichnen können, die nicht gehebelte Version (ISIN LU0252633754 / WKN LYX0AC) komme auf 13 Prozent.

Im Handel mit Sektoren-ETFs seien es, wie so häufig, Bankenfonds gewesen, die die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen hätten. "Bei uns gab es vor allem Käufe", erkläre Sengfelder. Auch laut Commerzbank sei bei Banken-ETFs (ISIN DE0006289309 / WKN 628930; ISIN LU0378435399 / WKN ETF062) zugegriffen worden, abgestoßen worden seien hingegen Indexfonds mit Versorgern (ISIN LU0378437338 / WKN ETF079). Die Deutsche Bank melde Gewinnmitnahmen in ETFs mit Autowerten (ISIN DE000A0Q4R28 / WKN A0Q4R2).

Eher ruhig zu gehe es im Bereich der Anleihen-ETFs, den Händler zufolge sei nicht viel los. Nach Einschätzung der Deutschen Bank werde hier ebenfalls Risiko gesucht, gekauft werde etwa der db x-trackers II iBoxx Sovereigns Eurozone Yield Plus. Der bilde Staatsanleihen risikoträchtigerer Länder der Eurozone wie Italien, Spanien und Portugal ab und habe in den vergangenen anderthalb Monaten ordentlich an Wert zugelegt. Getrennt hätten sich Anleger hingegen vom db x-trackers II iBoxx Sovereigns Eurozone 3-5. (21.05.2013/fc/a/e)