ETF-Handel: Kursschwäche zu Käufen genutzt


09.04.24 15:15
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Kursrücksetzer an den Börsen können der guten Laune im ETF-Geschäft nichts anhaben, so die Deutsche Börse AG.

"Obwohl die Börsen den Rückwärtsgang einlegten, nutzten die Anleger die Gelegenheit zum Einstieg", berichte Heinrich Holger von der Baader Bank. Er sehe bei leicht erhöhten Umsätzen fast doppelt so viel Käufe wie Verkäufe. Frank Mohr von der Société Générale melde ein anhaltend hohes Volumen und ebenfalls deutlich mehr Käufe. Laut Leo Puschmann von Lang & Schwarz drehe sich aktuell auch sehr viel um Goldminen-ETFs sowie Gold- und Silber-ETCs - wegen des starken Preisanstiegs bei den beiden Edelmetallen.

Der DAX stehe am Dienstagmittag bei 18.178 Punkten, ein Stück weit unter dem Ende März erreichten neuen Allzeithoch von 18.571. Auch Dow Jones und NASDAQ 100 lägen unter den jüngsten Hochs.

Vor allem World-ETFs seien bei der Société Générale gefragt, allen voran der iShares Core MSCI World, aber auch der Vanguard FTSE All-World. "Das liegt am Monatsanfang und den vielen Sparplänen", bemerke Mohr. Einen klaren Kaufüberhang sehe er auch für US-Aktien, während bei Europas Aktien beide Seiten gespielt würden.

Bei der Baader Bank stünden MSCI World-ETFs diesmal im Schatten. "Das Interesse der Investoren verteilte sich hauptsächlich auf die ETFs aus den USA und Europa", stelle Heinrich fest. Besonders beliebt: NASDAQ-Tracker, etwa von der DekaBank oder währungsgesichert von Amundi.

Außerdem seien Dividendenstrategien-ETFs und Small Cap-Tracker gefragt. Was europäischen Aktien angehe, registriere Heinrich hohe Zuflüsse in einzelne Länderindices wie Frankreichs CAC40, Italiens FTSE MIB oder Österreichs ATX (ISIN IE00B53L4X51 / WKN A0YEDP; ISIN LU0659579063 / WKN DBX0KJ). Auch Momentum-Strategien, ESG-Produkte und MidCaps kämen gut an. Bei Lang & Schwarz werde zudem weiter viel auf indischen Aktien gesetzt, und zwar mit dem iShares MSCI India.

Der europäische ETF-Markt habe im März Zuflüsse in Höhe von 11,4 Milliarden US-Dollar verbucht, wie Emittent SPDR melde. Der Großteil sei erneut auf Aktien-ETFs (9,9 Milliarden US-Dollar) entfallen, auf Anleihen-ETFs 1,2 Milliarden US-Dollar. "Das Marktumfeld aus weiterhin hohen Zinsen und einer robusten US-Konjunktur führte im Bereich der Aktien-ETFs - neben Zuflüssen in den Klassikern wie S&P 500 und MSCI World - auch zu Zuflüssen von etwa 900 Millionen US-Dollar in US-Nebenwerte wie dem Russell 2000 und dem S&P 400", erläutere Sophia Wurm von SPDR.

Auf Branchenebene hätten zyklische Branchen profitiert, etwa europäische Banken, US-IT sowie Halbleiter. Im Bereich der Anleihen-ETFs seien Geldmarktlösungen, Kurzläufer sowie Hochzinsanleihen gefragt gewesen. "Unternehmensanleihen mit guter Bonität und längeren Laufzeiten sowie inflationsgeschützte Anleihen waren zum Teil von deutlichen Abflüssen betroffen."

Im Handel mit Branchen-ETFs stünden Tech-Werte weiter im Mittelpunkt. "Wir sehen vor allem Käufe, allerdings nicht mehr ganz so viele wie zuvor", bemerke Puschmann. Mohr melde weiter hohe Zuflüsse, etwa in den Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data und den iShares S&P 500 Information Technology Sector.

Im Handel mit Anleihen-ETFs seien Mohr zufolge Geldmarktprodukte weiterhin Magneten, speziell der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap und der Lyxor Euro Overnight Return. Für kurzlaufende Euro-Staatsanleihen beobachte Mohr mal Käufe (ISIN DE000ETFL185 / WKN ETFL18), mal Verkäufe.

Der steile Goldpreisanstieg führe außerdem zu starken Zuflüssen in Goldminen-ETFs sowie Gold- und Silber-ETCs. Viel gekauft würden Mohr zufolge der iShares Gold Producers- und der VanEck Junior Gold Miners-ETF. Auch bei Lang & Schwarz komme der Invesco-ETF gut an.

Sehr viele Käufe sehe Puschmann zudem für ETCs wie Xetra-Gold sowie mehrfach gehebelte Gold- und Silberpreis-Tracker (ISIN IE00B8HGT870 / WKN A1VBKP; ISIN IE00B7XD2195 / WKN A1VBKL; ISIN IE00B2NFTS64 / WKN nicht bekannt). Der Goldpreis steige seit März fast Tag für Tag auf neue Rekorde, am heutigen Dienstag koste die Feinunze 2.364 US-Dollar und damit so viel wie noch nie. Auch der Silberpreis klettere immer weiter nach oben.

Zumindest etwas ruhiger geworden sei es im Handel mit den in den Vorwochen extrem umsatzstarken Krypto-ETNs, wie Puschmann feststelle. Der Bitcoin stehe aktuell bei 70.514 US-Dollar, nach dem neuen Rekord von 73.559 US-Dollar Mitte März. (09.04.2024/fc/a/e)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
116,7285 € 115,2845 € 1,444 € +1,25% 17.04./18:21
 
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