ETF-Handel: Mehr Hoffen als Bangen


07.04.22 16:54
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - An den Märkten scheint ein Stück Normalität zurück zu sein, so die Deutsche Börse AG.

Dabei würden die schlechten Nachrichten aus der Ukraine nicht abreißen. Deutschland wolle nun weitere Sanktionen verhängen. Hubert Heuclin von BNP Paribas melde dennoch anhaltende Zuflüsse in Aktien-, aber auch Anleihen-ETFs.

"Europäische Aktien sind, gemessen am EURO STOXX 50, auf das Niveau vor dem Krieg zurückgekehrt", stelle der Händler fest. Die US-Märkte hätten ihre Verluste schon länger wieder aufgeholt. Derzeit preise der Markt laut Heuclin einen Waffenstillstand im Ukraine-Krieg ein. Er befürchte aber Enttäuschungen, denn die laufenden Verhandlungen könnten - wie die bisherigen - ohne Erfolg bleiben.

Vor allem globale Aktien seien beliebt, wie Heuclin feststelle, gerne auch in der Nachhaltigkeitsvariante. Gefragt seien der iShares MSCI World ESG Enhanced und der klassische iShares Core MSCI World. Auch Fabian Wörndl von Lang & Schwarz beobachte viele Käufe von MSCI World-ETFs, etwa von HSBC.

US-Aktien würden ebenfalls gut ankommen, erkläre Heuclin, sowohl S&P 500- als auch NASDAQ 100-Tracker (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG; ISIN IE0032077012 / WKN 801498). Bei Lang & Schwarz würden - wie in den Vorwochen - NASDAQ-Tracker mit Hebel viel gehandelt, konkret der WisdomTree NASDAQ 100 3x Daily Leveraged und der WisdomTree NASDAQ 100 3x Daily Short.

"Mittlerweile überwiegen die Long-Positionierungen", sage der Händler. Der NASDAQ 100 habe sich zuletzt erholt: Er liege zwar immer noch rund 10 Prozent unter seinem Allzeithoch vom vergangenen Jahr, Mitte März seien es aber noch über 20 Prozent gewesen. Weiter auf den Verkaufslisten der BNP Paribas-Kund*innen stünden europäische Aktien, etwa mit EURO STOXX 50-Trackern von Lyxor (ISIN FR0007054358 / WKN 798328) oder iShares.

Anleger*innen würden laut Heuclin auch wieder mehr auf Schwellenländertitel setzen, zum Beispiel mit dem iShares MSCI Emerging Markets (ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC). Wörndl registriere Zuflüsse in den Franklin FTSE Brazil. "Der wird vermehrt gekauft."

Der MSCI Emerging Markets habe bis Mitte März kräftig verloren, seitdem gehe es aber wieder nach oben. Seit Jahresanfang ergebe sich nur noch ein kleines Minus von 4 Prozent. Der brasilianische Aktienmarkt habe sogar kräftig zugelegt: Der Franklin FTSE Brazil komme auf ein Kursplus von 45 Prozent in diesem Jahr. Brasilien als wichtiger Rohstoffexporteur profitiere von der aktuellen Energiekrise.

Sehr gut angenommen würden darüber hinaus ESG-ETFs, die sich an den EU-Benchmarks CTB und PAB orientieren würden. Heuclin berichte von hohen Zuflüssen in den Amundi MSCI World Climate Transition CTB (ISIN LU1602144229 / WKN A2DR4H) sowie den Amundi Index MSCI USA SRI PAB.

PAB- und CTB-Indices bzw. ETFs würden sich an den 2019 geschaffenen EU-Klima-Benchmarks PAB ("Paris Aligned") und CTB ("Climate Transition") orientieren, mit denen die EU eine verlässliche Messlatte für Geldanleger*innen schaffen und Green Washing erschweren wolle. In PAB-Indices enthaltene Unternehmen müssten im Jahr eins mindestens 50 Prozent weniger CO2-Intensität gegenüber den Standardindices aufweisen, die im CTB enthaltenen immerhin noch 30 Prozent. Außerdem müssten die Unternehmen in PAB und CTB im Durchschnitt ihre Treibhausgase Jahr für Jahr um 7 Prozent reduzieren. Dazu würden Ausschlüsse kommen, die im Fall von PAB strenger seien.

Im Anleihen-Bereich seien laut Heuclin Unternehmensanleihen weiter ganz klar Favoriten (ISIN IE00B3F81R35 / WKN A0RGEP), Staatsanleihen würden abgestoßen. Auf den Abgabelisten stünden vor allem US-Staatsanleihen, aber auch chinesische Staatsanleihen (ISIN IE00BYPC1H27 / WKN A14T8G). US-Treasuries hätten zuletzt deutlich verloren, die Renditen würden steigen und steigen. Die Rendite der zehnjährigen Papiere liege zum Bespiel aktuell bei 2,45 Prozent, Anfang Dezember seien es nur 1,38 Prozent gewesen.

Zuflüsse registriere der BNP-Händler hingegen in Schwellenländeranleihen, konkret im iShares J.P. Morgan USD EM Bond (ISIN IE00BYXYYK40 / WKN A2DN9U) und im iShares J.P. Morgan USD EM Bond EUR Hedged (ISIN IE00B9M6RS56 / WKN A1W0MQ). Lang & Schwarz melde erhöhtes Interesse an inflationsgebundenen Staatsanleihen, etwa dem Lyxor EUR 2-10Y Inflation Expectations

Wieder deutlich belebt habe sich der Handel mit Krypto-ETNs, wie Wörndl feststelle. Hohe Umsätze melde er für die Bitcoin- und Solana-Tracker von 21Shares (ISIN CH0454664001 / WKN A2T64E; ISIN CH1114873776 / WKN A3GSS0). "Da wird je nach Marktlage mal gekauft, mal verkauft."

Der Bitcoin werde aktuell zu 46.665 US-Dollar gehandelt - deutlich über den Tiefs vom Januar, aber deutlich unter dem Allzeithoch von 68.764 US-Dollar vom November vergangenen Jahres. (Ausgabe vom 05.04.2022) (07.04.2022/fc/a/e)






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