ETF-Handel: Mehr Risikoappetit auf Tech-Aktien und US-Titel


04.08.22 10:04
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Mit positiven Quartalsberichten großer US-Technologieunternehmen wie Amazon hat der Risikoappetit am Aktienmarkt zugenommen, so die Deutsche Börse AG.

Zu der positiven Marktentwicklung habe auch die jüngste Entscheidung der US-Notenbank FED beigetragen, kommentiere Hubert Heuclin von der BNP Paribas: "Das jüngste Treffen der FED hat den Optimismus geschürt, dass die Zinssätze bald ihren Höhepunkt erreicht haben könnten." Vor allem Rohstoffe und Energie-Titel hätten mit der jüngsten Rally ihre Verluste seit Mitte Juni wettgemacht.

"Die Umsätze jetzt zur Ferienzeit sind nicht so hoch wie in anderen Wochen", fasse Frank Mohr von der Société Générale die Marktlage zusammen. Käufe und Verkäufe würden sich derzeit die Waage halten. "Das sehen wir häufig, wenn die Umsätze herunterkommen." Allerdings gehe die Zahl der Trades nicht signifikant nach unten. "Das zeigt, dass Sparpläne weiter bedient werden - ein positives Zeichen."

Bei der BNP Paribas dominiere unter den Aktien-Trackern die Nachfrage nach chinesischen wie auch US-Produkten: So sei ein Aktien-Tracker des MSCI USA mit Nachhaltigkeitskomponente, der Xtrackers MSCI USA ESG, das Top-Produkt der Woche, während China-Engagements vor allem mit dem HSBC MSCI China umgesetzt würden. Abflüsse verzeichne die BNP Paribas hingegen bei europäischen Trackern, wenngleich Aktien-ETFs mit Nachhaltigkeitskomponente auch hier die nachgefragte Ausnahme seien, wie etwa der iShares MSCI EM ESG Enhanced. Er erfahre die dritthöchste Nachfrage der Kund*innen der französischen Großbank von allen ETFs der Woche.

Bei Lang & Schwarz werde Europa in beide Richtungen gehandelt, berichte Fabian Wörndl. Das Hauptaugenmerk liege dabei auf dem iShares STOXX Europe 600. Auch US-Technologiewerte würden ge- wie verkauft: "Die NASDAQ wird seit Wochen gespielt." Hier seien vor allem gehebelte Produkte gesucht wie der WisdomTree NASDAQ 100 3x Daily Leveraged ETN long (ISIN IE00BLRPRL42 / WKN A3GL7E) und short (ISIN IE00BLRPRJ20 / WKN A3GL7D).

Mohr berichte von einem leichten Verkaufsüberhang im Technologiesektor, welcher der umsatzstärkste unter den Branchen sei. "Die Umsätze sind hier auf ein Viertel der Sektorenumsätze zurückgegangen." Trotz überwiegend wieder steigender Kurse bei Technologieaktien werde der Xtrackers MSCI World Information Technology verkauft.

Die Kaufseite dominiere in der Gesundheitsbranche als zweitstärkstem Sektor. Hier würden die Orderbücher von Mohr Zuflüsse beim Invesco Health Care S&P US Select Sector zeigen. Energie, der marktbeherrschende Sektor der vergangenen Monate, rangiere auf Platz 3. Hier verzeichne Mohr einen ausgeglichenen Handel auf Kauf- und Verkaufsseite. Gesucht sei der Invesco US Energy Sector (ISIN IE00B435CG94 / WKN A0YHMQ).

"Erneuerbare Energien sind der neue Hype", bestätige Wörndl das anziehende Interesse bei Energie-Titeln. Hohe Zuflüsse würden seine Orderbücher hier für einen Klassiker, den iShares Global Clean Energy zeigen.

Mohr berichte außerdem von Käufen von Basiskonsumgütern - trotz schwacher Nachrichten vom Konsumklima und den Einzelhandelsumsätzen. Immerhin verzeichne er hier 8 Prozent der Sektorumsätze, wobei der iShares MSCI World Consumer Staples Sector in die Depots genommen werde.

Bei Anleihen-ETFs berichte Heuclin von Zuflüssen bei Unternehmenstiteln. Hier dominiere mit Abstand die Nachfrage nach Papieren europäischer Unternehmen, nicht aber von Unternehmen der Eurozone, wo Mittel aus Produkten aller Laufzeiten abgezogen würden, hauptsächlich aus dem Xtrackers II Eurozone Government Bond 3-5 Jahre (ISIN LU0290356954 / WKN DBX0AE) und dem Xtrackers II Eurozone Government Bond 5-7 Jahre (ISIN LU0290357176 / WKN DBX0AF).

Auch Schuldtitel globaler Unternehmen wie US-amerikanischer über alle Laufzeiten würden gekauft, berichte Heuclin weiter. Anleihen mit Inflationsschutz wie der Lyxor EUR 2-10Y Inflation Expectations seien hingegen nicht gefragt und würden aus den Depots genommen.

Laut Mohr ziehe die Nachfrage nach festverzinslichen Papieren an. Rückgaben verzeichne er dennoch beim Lyxor Euro Overnight Return, während Staatstitel der Eurozone mit mittlerer Laufzeit gesucht seien: Bei der Société Générale würden die Orderbücher Zuflüsse im Xtracker Eurozone Government Bond 5-7 Jahre (ISIN LU0290357176 / WKN DBX0AF) zeigen.

Wörndl berichte ebenfalls, dass Anleihen-Investor*innen den US-Markt bevorzugen würden. Er registriere Käufe im iShares USD Corporate Bond.

Mehr Nachfrage würden die Orderbücher von Lang & Schwarz bei Kryptowährungen zeigen. Der Handel zu Wochenbeginn sei zwar relativ ruhig, auf Wochensicht bzw. Monatssicht steige die Nachfrage: "Wir sehen mehr Zuflüsse mit der Erholung der Kryptowährungen. Die Kunden lassen sich nicht mehr so leicht ins Bockshorn jagen", beurteile Wörndl die Lage. Sie würden über alle Basiswerte hinweg kaufen. (Ausgabe vom 02.08.2022) (04.08.2022/fc/a/e)





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