ETF-Handel: Rücksetzer als Chance?


28.07.21 13:06
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Börsen in den USA und Europa haben sich nach dem schnellen Sturz Anfang vergangener Woche ebenso schnell wieder erholt, so die Deutsche Börse AG.

ETF-Anleger hätten sich ohnehin nicht beirren lassen und seien in Kauflaune geblieben. "Bei uns überwogen letzte Woche mit 53 Prozent klar die Käufe", stelle Carsten Schröder von der Société Générale fest. Allerdings gehe es dem Händler zufolge derzeit eher ruhig zu.

Der DAX sei vor gut einer Woche auf rund 15.100 Punkte eingebrochen, habe am Dienstagmorgen aber schon wieder bei 15.533 Punkten gestanden. Damit sei das Allzeithoch von 15.811 Punkten nicht mehr weit. An den US-Märkten seien am 27.07. wieder neue Rekordmarken erzielt worden.

Aufreger diese Woche sei China: Wegen der jüngsten Eingriffe der chinesischen Regierung hätten chinesische Aktien zuletzt kräftig Federn lassen müssen. Auch MSCI China-ETFs seien im großen Stil abgegeben worden, wie Fabian Wörndl von Lang & Schwarz berichte. Mit dem Einbruch seien alle Kursgewinne aus diesem Jahr wieder dahin.

Hintergrund des Ausverkaufs: Die chinesische Regierung habe am Wochenende eine Reform des privaten Bildungssektors angekündigt. Nachhilfe solle künftig kein Geschäftsmodell mehr sein. Die Kurse der zuvor florierenden Bildungsunternehmen seien regelrecht eingebrochen. Zudem würden weitere Eingriffe befürchtet.

"Der Kursrücksetzer wird aber auch für einen Einstieg genutzt", erkläre Wörndl. Er melde viele Käufe für breit streuende Emerging Markets-ETFs wie den SPDR MSCI Emerging Markets und den iShares Core MSCI EM. Auch Schröder zufolge würden Anleger die niedrigeren Preise für Zukäufe nutzen. "Von Panik spüren wir nichts."

Aktien der Industrieländer kämen weiterhin gut an, vor allem aus den USA. Schröder beobachte die größten Zuflüsse in S&P 500-, MSCI World- und MSCI USA SRI-ETFs. Abflüsse hätten hingegen Indexfonds verzeichnet, die europäische (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN IE00B14X4N27 / WKN A0J204) und deutsche Aktien abbilden würden (ISIN DE0005933931 / WKN 593393).

Im Handel mit Branchen-ETFs stünden einmal mehr Technologie-, Energie- und Gesundheits-ETFs im Fokus, wie Schröder erkläre. Wörndl habe Interesse an Immobilien-ETFs registriert.

Auch Anleihen-ETFs fänden viel Aufmerksamkeit, bei der Société Générale hätten sie rund ein Drittel der Umsätze ausgemacht. Anleger hätten auf europäische Unternehmensanleihen mit BBB-Rating sowie Staatsanleihen mit niedrigem Investment Grade-Rating (ISIN LU1681046774 / WKN A2H58E) gesetzt. Sie hätten sich hingegen von auf Euro lautenden Hochzinsanleihen (ISIN IE00B66F4759 / WKN A1C3NE) und Staatsanleihen aus der Währungsunion getrennt.

Wieder belebt habe sich laut Wörndl das Geschäft mit Kryptowährungs-ETNs. "Da ist wieder viel Bewegung drin", bemerke der Händler mit Blick auf die jüngste Kurserholung von Bitcoin und Co. Der Bitcoin-Preis sei nach der Kurshalbierung wieder auf 37.343 US-Dollar gestiegen. Für den aktuellen Kurssprung habe eine Stellenanzeige von Amazon.com gesorgt: Der Online-Händler suche einen Blockchain-Experten. Das habe Spekulationen geschürt, dass Amazon.com-Kunden bald mit Krypto-Währungen bezahlen könnten. Kryptwowährungs-ETNs seien jedenfalls wieder gefragt, wie Wörndl erkläre. (Ausgabe vom 27.07.2021) (28.07.2021/fc/a/e)






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6,951 € 6,873 € 0,078 € +1,13% 17.04./21:59
 
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