ETF-Handel: Im Wechselbad der Gefühle


03.06.15 16:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Analog zu den Aktienmärkten mangelt es im Handel mit Indexfonds auf Wochensicht an richtungsweisenden Signalen, so die Deutsche Börse AG.

Zwar könnten sich die ETF-Umsätze nach Angaben von Spezialisten trotz des Feiertags sehen lassen. Eine Tendenz sei allerdings kaum erkennbar. "Mit rund 27.000 bewegt sich die Anzahl der Trades auf dem Niveau der ebenfalls kurzen Pfingstwoche", berichte Frank Mohr.

Im Wesentlichen hätten sich die Kunden der Commerzbank auf Tracker von Aktien-Indices der Industrienationen konzentriert. "Aktien-ETFs kommen auf einen Anteil von 79 Prozent." Über alle Anlageklassen hinweg überwögen mit 53 zu 47 Prozent leicht die Zuflüsse.

"Am gestrigen Montag war das Ordervolumen besonders hoch", beschreibe Marco Salaorno den aktuellen ETF-Handel. Der Market Maker der Société Générale führe das rege Anlegerinteresse auf turnusmäßige Umschichtungen zurück. "Einige institutionelle Investoren kümmern sich monatlich um Anpassungen in ihren Portfolios." Zudem gebe es abhängig von den Verhandlungen mit Griechenland immer mal wieder kurzfristigen Handlungsbedarf.

"Im Wechsel werden mögliche Lösungen oder der Austritt Griechenlands an den Aktienmärkten gespielt", beobachte Gregor Hamme von der Unicredit, was das Bild im ETF-Handel präge. EURO STOXX 50-Tracker würden mal gekauft (ISIN DE0005933956 / WKN 593395) und mal verkauft (ISIN IE0008471009 / WKN 935927). Ausgeglichen zu ginge es zudem bei Produkten, die von einem fallenden EURO STOXX 50 profitieren würden.

Mit Ausnahme von US-Portfolios stünden bei den Kunden der Société Générale Unternehmen der Industrienationen im Mittelpunkt. ETFs, die an europäische, deutsche und japanische Indices gekoppelt seien, führe Salaorno in den Umsatzstatistiken weit oben. "Anleger setzen dabei klar auf steigende Kurse."

Auf den Einkaufslisten befänden sich breit aufgestellte Aktienkörbe wie der MSCI Europe (ISIN FR0010261198 / WKN A0JDGC; ISIN IE00B1YZSC51 / WKN A0MZWQ) ebenso wie DAX-Tracker (ISIN IE00B53QG562 / WKN A0YEDX; ISIN FR0010377028 / WKN LYX0BT). Bei Engagements im japanischen Aktienmarkt steige der Absicherungsbedarf von Währungsrisiken. Etwa gehöre ein Japan Topix Euro Hedged Daily-ETF zu den meist gehandelten Produkten auf der Kaufseite.

Auch US-Investoren würden laut Bloomberg derzeit mehr Gelder in ETFs pumpen, die vor Euro-Schwankungen schützen würden. In das US-amerikanische Produkt iShares Currency Hedged MSCI Germany ETF seien etwa im Mai per saldo 135 Millionen US-Dollar zugeflossen. Gleichzeitig hätten Anleger aus der nicht abgesicherten Variante auf Monatssicht Mittel abgezogen. Durch das massive Eingreifen der Notenbanken in die Märkte hätten Anleger scheinbar auch künftig heftigere Devisenbewegungen als gewohnt erwartet.

In die Anlageentscheidungen hiesiger ETF-Anleger würden Wechselkurse ebenfalls zunehmend mit einfließen. Zu den meist gehandelten Indexfonds bei der Commerzbank gehöre beispielsweise der hauseigene FED Fund Effective Rate ETF, der in Summe gekauft würde. "Fremdwährungsanleihen haben mit rund 5 Prozent des Handelsaufkommens aktuell einen höheren Stellenwert als sonst", unterstreiche Mohr. Im Durchschnitt liege der Anteil zwischen 1 und 2 Prozent.

ETFs mit Unternehmen aus der Grundstoffe-Industrie (ISIN DE000A0F5UK5 / WKN A0F5UK) würden laut Mohr bei der Commerzbank mit einem Anteil von 20 Prozent die Liste der meist gehandelten Branchen-Werte anführen. "Hier überwogen die Abgaben." Auf Platz zwei mit einem Anteil von 11 Prozent seien mit ebenfalls überwiegenden Abflüssen ETFs mit Bankenwerten gefolgt. Zumeist in den Anlegerdepots seien Aktienkörbe aus dem Gesundheitssektor (ISIN DE0006289333 / WKN 628933) gelandet.

Derweil hätten sich Hammes Kunden verstärkt in Banken-ETFs (ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ; ISIN FR0010345371 / WKN LYX0AP) positioniert. "Es gibt Stimmen, die Bankaktien als unterbewertet sehen."

Ob mit geringem oder höherem Risiko behaftet, Unternehmensanleihen würden bei Salaornos Kunden verstärkt zum Zug kommen. Zu den beliebtesten Rentenwerten mit Restlaufzeiten zwischen einem Jahr und fünf Jahren gehöre der iShares Euro Corporate Bond ex Financials (ISIN IE00B4L5ZY03 / WKN A0RPWP). "Käufe standen im Vordergrund."

Auf eine Absicherung bei Zinsveränderungen hätten Anleger gesetzt, die sich für den iShares Euro Corporate Bond Interest Rate Hedge (ISIN IE00B6X2VY59 / WKN A1J5ST) interessiert hätten. Hochverzinsliche Unternehmensanleihen im Lyxor ETF iBoxx € Liquid High Yield 30 ex Financial (ISIN FR0010975771 / WKN LYX0LY) kämen ebenfalls gut an. Für das mehr an Rendite gäben sich Investoren mit einer Bonität der enthaltenen Unternehmen unterhalb des Investment Grade zufrieden. (Ausgabe vom 02.06.2015) (03.06.2015/fc/a/e)





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