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ETF-Handel es war viel los
30.11.10 11:02
Deutsche Börse AG
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Diskussionen über die Irland-Krise und mögliche weitere Kandidaten für den Euro-Schutzschirm bestimmen weiter die Märkte, so die Deutsche Börse AG.
In den ereignisreichen vergangenen Tagen - geprägt von neuen Rekordständen und einem heftigen Kursrutsch von über 2 Prozent beim DAX - hätten auch die ETF-Händler alle Hände voll zu tun gehabt. Einhellig werde von guten Umsätzen berichtet. "Es war viel los", schildere etwa Marco Salaorno von der Société Générale die Lage. Allerdings hätten die Verkäufe überwogen: "Zuflüsse gab es lediglich bei den Schwellenländern, den Unternehmensanleihen und den kurzfristigen Staatsanleihen." Andere Marktteilnehmer wie die Commerzbank oder die DekaBank würden noch einen, wenn auch knappen, Käuferüberhang sehen.
Eindeutig in der Gunst der Anleger verloren hätten die europäischen Standardwerte. Die Société Générale melde etwa umfangreichere Abgaben bei EURO STOXX 50-, aber auch MSCI World-ETFs. Kauffreudig hätten sich Investoren hingegen bei Indexfonds mit japanischen Aktien gezeigt (ISIN DE000A0DPMW9 / WKN A0DPMW, ISIN DE000A0H08D2 / WKN A0H08D).
"Aktien-ETFs wurden eher verkauft", heiße es auch von Seiten der Commerzbank. Speziell EURO STOXX 50-Tracker seien wenig beliebt gewesen. Auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage lägen drei EURO STOXX 50-Produkte (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN IE0008471009 / WKN 935927, ISIN IE00B53L3W79 / WKN A0YEDJ) auf den vorderen sechs Rängen.
Deutsche Aktien seien hingegen vergleichsweise gut weggekommen: "Der DAX bleibt Referenznummer 1", erkläre Andreas Bartels von der Commerzbank (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN LU0378438732 / WKN ETF001). Daneben seien auch nach wie vor Werte aus der zweiten Reihe angesagt: "Die Investoren schauen auf den MDAX, aber auch auf den MSCI Europe Small Cap oder den MSCI USA Small Cap", erläutere Bartels (ISIN DE0005933923 / WKN 593392, ISIN LU0392496344 / WKN ETF126, ISIN LU0392496005 / WKN ETF123). Auch laut Marc Schönbrodt von der DekaBank sei der MDAX für viele Investoren attraktiv.
Bei den Rentenprodukten setze sich der Trend der Vorwoche fort: Heraus aus den Langläufern, herein in die Kurzläufer. Salaorno berichte etwa von Zuflüssen in den Lyxor EuroMTS 3-5Y und Abflüssen aus dem Lyxor EuroMTS 7-10Y. "Allerdings gab es auch Zuflüsse in die andere Richtung", ergänze der Händler.
Laut Commerzbank würden dabei auch Geldmarkt-ETFs (ISIN LU0378437767 / WKN ETF101) Beachtung finden: "Selbst FED Funds-ETFs haben ihre Anhänger. Hier wird offenbar auf Wechselkursänderungen gespielt", erkläre Bartels. Der ComStage Commerzbank FED Funds Effective Rate-Index bilde eine täglich rollierte Einlage zum kurzfristigen Geldmarktreferenzzinssatz in den USA ab.
Doch nicht alle Anleger könnten den Geldmarktfonds etwas abgewinnen, Schönbrodt melde etwa eher Abgaben. Nicht zuletzt würden sich Unternehmensanleihen-ETFs weiter großer Beliebtheit erfreuen, etwa der Lyxor Euro Corporate Bonds, wie es von der Société Générale heiße.
Emerging Markets-Fonds würden gesucht bleiben. Salaorno zufolge würden sich Anleger dabei eher auf breite Indices (ISIN FR0010429068 / WKN LYX0BX) oder einzelne Länder wie Türkei (ISIN FR0010326256 / WKN LYX0AK) und Malaysia konzentrieren. ETFs mit osteuropäischen und lateinamerikanischen Aktien (ISIN FR0010410266 / WKN LYX0B0) seien eher abgestoßen worden.
Selbst bei den Schwellenländern kämen Adressen aus der zweiten Reihe derzeit gut an: Laut Schönbrodt würden sich Anleger zum Beispiel gerne den iShares MSCI Emerging Markets Small Cap (ISIN DE000A0YBR04 / WKN A0YBR0) ins Portfolio legen. Auf Sicht von sechs Monaten habe der ETF um fast 19 Prozent zugelegt, das Largecap-Pendant, der iShares MSCI Emerging Markets komme dagegen auf "nur" 12 Prozent.
Bei den Sektoren habe es die üblichen Umschichtungen gegeben, größere Trends seien derzeit nicht auszumachen. Etwa hätten Telekommunikations-ETFs der Société Générale zufolge auf den Verkaufslisten gestanden. Die Commerzbank habe Abgaben bei Versicherungs- und Einzelhandelsunternehmen sowie Käufe bei den Rohstoffwerten und, vereinzelt, auch Banken-ETFs ausgemacht. Umsätze in beide Richtungen habe es hingegen bei Indexfonds mit den Aktien von Industriegüterproduzenten gegeben.
Die DekaBank sehe weiterhin Interesse an ETFs, die an asiatische Immobilienaktien gekoppelt seien, konkret dem iShares FTSE EPRA/NAREIT Asia Property Yield Fund. Der habe auf Sicht von sechs Monaten um 13 Prozent zugelegt, auf Sicht von einem Jahr seien es sogar 28 Prozent. Vereinzelt werde auch zu Nischenprodukten gegriffen: Marco Salaorno berichte etwa von relativ großen Kaufaufträgen beim Lyxor World Water und beim iShares S&P Global Water, ETFs, die die Entwicklung von Unternehmen aus der Wasserbranche, etwa Versorgern und Infrastrukturanbietern, abbilden würden. (30.11.2010/fc/a/f)
In den ereignisreichen vergangenen Tagen - geprägt von neuen Rekordständen und einem heftigen Kursrutsch von über 2 Prozent beim DAX - hätten auch die ETF-Händler alle Hände voll zu tun gehabt. Einhellig werde von guten Umsätzen berichtet. "Es war viel los", schildere etwa Marco Salaorno von der Société Générale die Lage. Allerdings hätten die Verkäufe überwogen: "Zuflüsse gab es lediglich bei den Schwellenländern, den Unternehmensanleihen und den kurzfristigen Staatsanleihen." Andere Marktteilnehmer wie die Commerzbank oder die DekaBank würden noch einen, wenn auch knappen, Käuferüberhang sehen.
Eindeutig in der Gunst der Anleger verloren hätten die europäischen Standardwerte. Die Société Générale melde etwa umfangreichere Abgaben bei EURO STOXX 50-, aber auch MSCI World-ETFs. Kauffreudig hätten sich Investoren hingegen bei Indexfonds mit japanischen Aktien gezeigt (ISIN DE000A0DPMW9 / WKN A0DPMW, ISIN DE000A0H08D2 / WKN A0H08D).
"Aktien-ETFs wurden eher verkauft", heiße es auch von Seiten der Commerzbank. Speziell EURO STOXX 50-Tracker seien wenig beliebt gewesen. Auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage lägen drei EURO STOXX 50-Produkte (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN IE0008471009 / WKN 935927, ISIN IE00B53L3W79 / WKN A0YEDJ) auf den vorderen sechs Rängen.
Deutsche Aktien seien hingegen vergleichsweise gut weggekommen: "Der DAX bleibt Referenznummer 1", erkläre Andreas Bartels von der Commerzbank (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN LU0378438732 / WKN ETF001). Daneben seien auch nach wie vor Werte aus der zweiten Reihe angesagt: "Die Investoren schauen auf den MDAX, aber auch auf den MSCI Europe Small Cap oder den MSCI USA Small Cap", erläutere Bartels (ISIN DE0005933923 / WKN 593392, ISIN LU0392496344 / WKN ETF126, ISIN LU0392496005 / WKN ETF123). Auch laut Marc Schönbrodt von der DekaBank sei der MDAX für viele Investoren attraktiv.
Laut Commerzbank würden dabei auch Geldmarkt-ETFs (ISIN LU0378437767 / WKN ETF101) Beachtung finden: "Selbst FED Funds-ETFs haben ihre Anhänger. Hier wird offenbar auf Wechselkursänderungen gespielt", erkläre Bartels. Der ComStage Commerzbank FED Funds Effective Rate-Index bilde eine täglich rollierte Einlage zum kurzfristigen Geldmarktreferenzzinssatz in den USA ab.
Doch nicht alle Anleger könnten den Geldmarktfonds etwas abgewinnen, Schönbrodt melde etwa eher Abgaben. Nicht zuletzt würden sich Unternehmensanleihen-ETFs weiter großer Beliebtheit erfreuen, etwa der Lyxor Euro Corporate Bonds, wie es von der Société Générale heiße.
Emerging Markets-Fonds würden gesucht bleiben. Salaorno zufolge würden sich Anleger dabei eher auf breite Indices (ISIN FR0010429068 / WKN LYX0BX) oder einzelne Länder wie Türkei (ISIN FR0010326256 / WKN LYX0AK) und Malaysia konzentrieren. ETFs mit osteuropäischen und lateinamerikanischen Aktien (ISIN FR0010410266 / WKN LYX0B0) seien eher abgestoßen worden.
Selbst bei den Schwellenländern kämen Adressen aus der zweiten Reihe derzeit gut an: Laut Schönbrodt würden sich Anleger zum Beispiel gerne den iShares MSCI Emerging Markets Small Cap (ISIN DE000A0YBR04 / WKN A0YBR0) ins Portfolio legen. Auf Sicht von sechs Monaten habe der ETF um fast 19 Prozent zugelegt, das Largecap-Pendant, der iShares MSCI Emerging Markets komme dagegen auf "nur" 12 Prozent.
Bei den Sektoren habe es die üblichen Umschichtungen gegeben, größere Trends seien derzeit nicht auszumachen. Etwa hätten Telekommunikations-ETFs der Société Générale zufolge auf den Verkaufslisten gestanden. Die Commerzbank habe Abgaben bei Versicherungs- und Einzelhandelsunternehmen sowie Käufe bei den Rohstoffwerten und, vereinzelt, auch Banken-ETFs ausgemacht. Umsätze in beide Richtungen habe es hingegen bei Indexfonds mit den Aktien von Industriegüterproduzenten gegeben.
Die DekaBank sehe weiterhin Interesse an ETFs, die an asiatische Immobilienaktien gekoppelt seien, konkret dem iShares FTSE EPRA/NAREIT Asia Property Yield Fund. Der habe auf Sicht von sechs Monaten um 13 Prozent zugelegt, auf Sicht von einem Jahr seien es sogar 28 Prozent. Vereinzelt werde auch zu Nischenprodukten gegriffen: Marco Salaorno berichte etwa von relativ großen Kaufaufträgen beim Lyxor World Water und beim iShares S&P Global Water, ETFs, die die Entwicklung von Unternehmen aus der Wasserbranche, etwa Versorgern und Infrastrukturanbietern, abbilden würden. (30.11.2010/fc/a/f)
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