ETF-Handel "leblos und uneinheitlich"


08.12.09 16:47
Deutsche Börse AG

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Von einem Jahresendspurt ist im Handel mit Indexfonds nichts zu spüren, so die Deutsche Börse AG.

Marktteilnehmer würden vielmehr einhellig von rückläufigen Volumina berichten. "Viele Kunden haben das Jahr schon ad acta gelegt und wollen sich nur noch engagieren, wenn etwas Außergewöhnliches passiert", berichte etwa Marco Salaorno von der Société Générale. Lediglich am vergangenen Freitag habe es nach den überraschend guten Arbeitsmarktdaten aus den USA hohe Umsätze gegeben. "Man merkt nichts von einer Jahresendrally", bestätige auch Bastian Ohta von der UniCredit in London. Er beschreibe den Handel als "leblos und uneinheitlich".

So komme es bei den Blue-Chip-ETFs zu Käufen und Verkäufen, mit einer leichten Tendenz zu Käufen. "Nach der Verkaufswelle infolge des Dubai-Schocks ist wieder Zuversicht eingekehrt, wenn es auch weiter Abflüsse gibt", meine Florian Perini von Flow Traders. Besonders umsatzstark hätten sich an der Börse Frankfurt in den vergangenen fünf Tagen der iShares DAX, der db x-trackers DAX, der iShares DJ EURO STOXX 50 und der db x-trackers DJ EURO STOXX 50 (ISIN LU0274211217 / WKN DBX1EU) gezeigt. Laut Salaorno hätten sich Anleger aber auch gerne den Lyxor MSCI USA und den Lyxor MSCI World ins Portfolio gelegt.

Produkte, die an fallenden Indexständen mit Gewinnen partizipieren würden, würden rege gehandelt, dabei aber vor allem zurückgegeben. "Nach den guten US-Arbeitsmarktzahlen am Freitag fühlen sich die Investoren mit Short-ETFs offenbar nicht mehr wohl", urteile Eric Wiegand von der Deutschen Bank und verweise auf Verkäufe beim db x-trackers ShortDAX und db x-trackers DJ EURO STOXX 50 Short.

Der Commerzbank zufolge würden sich Investoren derzeit eher auf Sektoren konzentrieren: "Dem Markt als Ganzes wird wohl kein Anstieg mehr zugetraut", meine Frank Mohr. Während sich die Anleger in den vergangenen Wochen in zurückgebliebenen Sektoren engagiert hätten, würden diese jetzt zum Teil schon wieder verkauft, beobachte er.

Als Beispiel nenne er Chemie- sowie Öl- und Gas-ETFs (ISIN LU0378435555 / WKN ETF064 und ISIN LU0378436447 / WKN ETF072), die abgestoßen worden seien, während bei Indexfonds, die an Banken, Versicherungen und Financial Services (ISIN LU0378435399 / WKN ETF062, ISIN LU0378436108 / WKN ETF070, ISIN LU0378435712 / WKN ETF066) gekoppelt seien, zugegriffen worden sei. Die gestiegene Attraktivität von Banken-ETFs führe Florian Perini auf das wieder gewonnene Vertrauen "nach Dubai" zurück: "Allerdings ist das Niveau vor Dubai noch lange nicht wieder erreicht", ergänze er.

Andere Marktteilnehmer würden die Umschichtungen innerhalb der Branchen eher für "normale" Sektorrotationen halten. Marco Salaorno wisse von Verkäufen bei Industriegüter- sowie Lebensmittel- und Getränke-ETFs. Bei den Banken habe es am Freitag Wiedereindeckungen gegeben, etwa beim DJ STOXX 600 Optimised Banks, aber auch Verkäufe, etwa beim Lyxor ETF DJ STOXX 600 Banks.

UniCredit melde außerdem noch umfangreiche Eindeckungen bei Immobilien-ETFs sowie Käufe bei Telekommunikations-Indexfonds (ISIN IE00B5MJYB88 / WKN A0RPSF) und Verkäufe bei den Grundstoffen. "Bei den Basic Resources handelt es sich wahrscheinlich um Gewinnmitnahmen", erläutere Gregor Hamme. Der iShares DJ STOXX 600 Basic Resources habe in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 83 Prozent verzeichnet, habe in den vergangenen Tagen aber etwas nachgegeben.

"Kauflaune" herrsche indessen weiter bei den Schwellenländern, wie die Société Générale erkläre. Mit dieser Einschätzung stehe sie nicht allein. Anhänger fänden Fonds mit lateinamerikanischen (ISIN FR0010410266 / WKN LYX0B0), indischen (ISIN FR0010361683 / WKN LYX0BA) und russischen Aktien (ISIN FR0010326140 / WKN LYX0AF), aber auch ETFs, die in südafrikanische Unternehmen engagiert seien (ISIN FR0010464446 / WKN LYX0BY), würden gesucht.

Die Deutsche Bank berichte ebenfalls von großem Interesse an Emerging Markets-Produkten. Vor allem der marktbreite db x-trackers MSCI Emerging Markets sei "der Renner". UniCredit bestätige das: "Die Umsätze bei den Schwellenländer-ETFs sind wieder gewachsen", meine Stefano Valenti, im Fokus stünden ihm zufolge die breiten Indices.

Unterschiedlich falle die Beurteilung bezüglich der Renten-ETFs aus: Die Deutsche Bank melde durchaus Zulauf bei Renten-Produkten. "Besonders Kurzläufer sind gut weggegangen", erkläre Wiegand mit Verweis auf den db x-trackers II iBoxx Sovereign Eurozone 1-3. Andere Händler würden allerdings nach wie vor kaum Nachfrage nach Renten-ETFs sehen. "Fast keine Umsätze", melde Flow Traders. Laut Société Générale hätten Langläufer wie der Lyxor ETF EuroMTS 15+Y (ISIN FR0010481093 / WKN LYX0B4) auf der Verkaufsliste gestanden. (08.12.2009/fc/a/f)






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