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ETF-Markt keine Panik
07.06.11 16:24
Deutsche Börse AG
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Zwar hat sich die Stimmung an den Aktienmärkten durch die Griechenland-Krise und schwache US-Konjunkturzahlen deutlich eingetrübt, im ETF-Handel schlägt sich das aber noch nicht eins zu eins nieder, so die Deutsche Börse AG.
"Wir haben keine größeren Abgaben gesehen", berichte Frank Mohr von der Commerzbank. Ihm zufolge hätten 60 Prozent Käufen 40 Prozent Verkäufe gegenübergestanden, dabei hätten sowohl auf der Aktien- als auch auf der Renten-Seite die Zuflüsse überwogen. "Offenbar sehen viele Anleger das niedrige Niveau als Einstiegschance. Die Liquidität ist ja da." Die Umsätze seien dabei durchaus "ordentlich" gewesen.
Mark Schönbrodt von der DekaBank habe ebenfalls eine klare Käufermehrheit ausgemacht - bei anziehenden Volumina. "Der Handel hat sich wieder belebt", meine auch Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank. "Panik gibt es aber nicht." Erst gestern habe das Bild etwas gedreht. "Die Investoren haben Gas herausgenommen. Sie wollen offenbar jetzt erst einmal von der Seitenlinie aus zuschauen, wie es weitergeht."
Lieblingsländer hätten die Anleger im Moment eher nicht, vielmehr würden alle Industrieländer-Indices Zuspruc finden, wie die Händler melden würden. Einige hätten eine leichte Vorliebe für die Europäischen gegenüber den US-amerikanischen ausgemacht. Laut der Commerzbank würden sich Investoren bei ETFs zum DAX, EURO STOXX 50, S&P 500 und MSCI USA positionieren. "Die Unsicherheit ist zwar da, auch das technische Bild ist angekratzt, Anleger halten das Verlustpotenzial aber offenbar für begrenzt", glaube Frank Mohr. "Tracker der großen Indices wurden gekauft, zumindest in der vergangenen Woche", erkläre die Deutsche Bank.
Auf den Umsatzlisten der DekaBank für die vergangene Woche stehe der iShares EURO STOXX 50 bei den Käufen ganz oben, der MSCI USA-ETF bei den Verkäufen. Laut Flow Traders hätten bei den DAX-Trackern die Käufe, beim db x-trackers MSCI USA und beim Midcap-Indexfonds ETFX Russell 2000 allerdings die Abgaben dominiert.
Renten-ETFs stünden unterdessen hoch im Kurs, nach Ansicht einiger Händler sogar mehr als sonst üblich - die Krise lasse grüßen. "Die Nachfrage ist überdurchschnittlich", bemerke Frank Mohr, hier wirke sich die Unsicherheit also durchaus aus. Gesucht worden seien ihm zufolge Festverzinsliche mittlerer und langer Laufzeit wie der ComStage iBoxx Euro Liquid Sovereigns Diversified 3-5 (ISIN LU0444606023 / WKN ETF503) und ComStage iBoxx Euro Sovereigns Germany Capped 5-10. "Da hatten wir deutliche Investments."
Auf den Xetra-Umsatzlisten der vergangenen fünf Handelstage stehe dann auch ein ETF (WKN 628949) mit deutschen Langläufern auf Platz vier und damit ungewöhnlich weit oben. Andere Händler würden vor allem Interesse an ETFs (ISIN DE0006289499 / WKN A0HGFC, ISIN DE000ETFL185 / WKN ETFL18) mit Kurzläufern melden. Getrennt hätten sich Investoren laut Flow Traders von Indexfonds mit Unternehmensanleihen wie dem iShares Euro Corporate Bond. Mark Schönbrodt habe darüber hinaus noch Käufe beim ETFlab iBoxx Liquid Non-Financials Diversified und Verkäufe beim iShares Euro Corporate Bond festgestellt. "Die Anleger wollen wahrscheinlich keine Financials dabei haben", vermute Schönbrodt.
Auch bei den Sektoren-Indexfonds wollten die Anleger von Banken im Moment nichts wissen - die Forderungen an Griechenland in den Portfolios der Finanzinstitute würden ihnen offenbar zu viele Sorgen bereiten. "Bei Banken-ETFs (ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ, ISIN LU0292103651 / WKN DBX1SF, ISIN FR0010345371 / WKN LYX0AP) haben wir nur Abgaben gesehen, über alle Emittenten hinweg", betone Kleefeld.
Lieber Mörtel als Cash, das würden darüber hinaus viele Investoren angesichts der zahlreichen Probleme dies- und jenseits des Atlantiks denken: So habe der Deutschen Bank zufolge der db x-trackers FTSE EPRA/NAREIT Developed Europe Real Estate, ein Immobilienfonds, weiter viele Anhänger gefunden, was auch die DekaBank bestätige. Dass die Branche im Moment gut ankomme, zeige laut Schönbrodt auch das Interesse an anderen Immobilienfonds (ISIN DE000A0Q4R44 / WKN A0Q4R4).
Daneben hätten Investoren an der Lebensmittel- und Getränkebranche (ISIN DE000A0H08H3 / WKN A0H08H) sowie der Grundstoffindustrie (ISIN DE000A0F5UK5 / WKN A0F5UK) Gefallen gefunden, während ETFs (ISIN DE000A0H08P6 / WKN A0H08P, ISIN DE000A0H08M3 / WKN A0H08M) mit Unternehmen des Einzelhandels sowie des Öl- und Gassektor tendenziell verkauft worden seien. Laut Roelofs hätten sich Anleger bei ETFs mit Aktien der Lebensmittel- und Getränkebranche (ISIN FR0010344861 / WKN LYX0AR) sowie aus dem Gesundheitsbereich (ISIN LU0292103222 / WKN DBX1SH) positioniert. Breite Rohstofffonds (ISIN DE000A0H0728 / WKN A0H072, ISIN FR0010270033 / WKN A0JC8F) hätten hingegen auf den Verkaufslisten gestanden.
Der Handel mit Schwellenländer-Produkten dümple weiter vor sich hin. Das große Thema fehle. Investoren würden sich den Händlern zufolge mal positiv, mal negativ gestimmt zeigen. Etwa sei Roelofs zufolge auf Indexfonds (ISIN FR0010312124 / WKN LYX0AB, ISIN DE000A0HGZV3 / WKN A0HGZV, ISIN DE000A0MSAE7 / WKN A0MSAE) mit asiatischen, osteuropäischen und BRIC-Aktien gesetzt worden, während ETFs, die nur den russischen Markt abbilden würden, abgestoßen worden seien. Die DekaBank habe einen kleinen Verkaufsüberhang bei Schwellenländer-ETFs ausgemacht, speziell Indexfonds mit taiwanesischen und russischen Dividendentiteln seien abgegeben worden. (07.06.2011/fc/a/f)
"Wir haben keine größeren Abgaben gesehen", berichte Frank Mohr von der Commerzbank. Ihm zufolge hätten 60 Prozent Käufen 40 Prozent Verkäufe gegenübergestanden, dabei hätten sowohl auf der Aktien- als auch auf der Renten-Seite die Zuflüsse überwogen. "Offenbar sehen viele Anleger das niedrige Niveau als Einstiegschance. Die Liquidität ist ja da." Die Umsätze seien dabei durchaus "ordentlich" gewesen.
Mark Schönbrodt von der DekaBank habe ebenfalls eine klare Käufermehrheit ausgemacht - bei anziehenden Volumina. "Der Handel hat sich wieder belebt", meine auch Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank. "Panik gibt es aber nicht." Erst gestern habe das Bild etwas gedreht. "Die Investoren haben Gas herausgenommen. Sie wollen offenbar jetzt erst einmal von der Seitenlinie aus zuschauen, wie es weitergeht."
Lieblingsländer hätten die Anleger im Moment eher nicht, vielmehr würden alle Industrieländer-Indices Zuspruc finden, wie die Händler melden würden. Einige hätten eine leichte Vorliebe für die Europäischen gegenüber den US-amerikanischen ausgemacht. Laut der Commerzbank würden sich Investoren bei ETFs zum DAX, EURO STOXX 50, S&P 500 und MSCI USA positionieren. "Die Unsicherheit ist zwar da, auch das technische Bild ist angekratzt, Anleger halten das Verlustpotenzial aber offenbar für begrenzt", glaube Frank Mohr. "Tracker der großen Indices wurden gekauft, zumindest in der vergangenen Woche", erkläre die Deutsche Bank.
Auf den Umsatzlisten der DekaBank für die vergangene Woche stehe der iShares EURO STOXX 50 bei den Käufen ganz oben, der MSCI USA-ETF bei den Verkäufen. Laut Flow Traders hätten bei den DAX-Trackern die Käufe, beim db x-trackers MSCI USA und beim Midcap-Indexfonds ETFX Russell 2000 allerdings die Abgaben dominiert.
Auf den Xetra-Umsatzlisten der vergangenen fünf Handelstage stehe dann auch ein ETF (WKN 628949) mit deutschen Langläufern auf Platz vier und damit ungewöhnlich weit oben. Andere Händler würden vor allem Interesse an ETFs (ISIN DE0006289499 / WKN A0HGFC, ISIN DE000ETFL185 / WKN ETFL18) mit Kurzläufern melden. Getrennt hätten sich Investoren laut Flow Traders von Indexfonds mit Unternehmensanleihen wie dem iShares Euro Corporate Bond. Mark Schönbrodt habe darüber hinaus noch Käufe beim ETFlab iBoxx Liquid Non-Financials Diversified und Verkäufe beim iShares Euro Corporate Bond festgestellt. "Die Anleger wollen wahrscheinlich keine Financials dabei haben", vermute Schönbrodt.
Auch bei den Sektoren-Indexfonds wollten die Anleger von Banken im Moment nichts wissen - die Forderungen an Griechenland in den Portfolios der Finanzinstitute würden ihnen offenbar zu viele Sorgen bereiten. "Bei Banken-ETFs (ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ, ISIN LU0292103651 / WKN DBX1SF, ISIN FR0010345371 / WKN LYX0AP) haben wir nur Abgaben gesehen, über alle Emittenten hinweg", betone Kleefeld.
Lieber Mörtel als Cash, das würden darüber hinaus viele Investoren angesichts der zahlreichen Probleme dies- und jenseits des Atlantiks denken: So habe der Deutschen Bank zufolge der db x-trackers FTSE EPRA/NAREIT Developed Europe Real Estate, ein Immobilienfonds, weiter viele Anhänger gefunden, was auch die DekaBank bestätige. Dass die Branche im Moment gut ankomme, zeige laut Schönbrodt auch das Interesse an anderen Immobilienfonds (ISIN DE000A0Q4R44 / WKN A0Q4R4).
Daneben hätten Investoren an der Lebensmittel- und Getränkebranche (ISIN DE000A0H08H3 / WKN A0H08H) sowie der Grundstoffindustrie (ISIN DE000A0F5UK5 / WKN A0F5UK) Gefallen gefunden, während ETFs (ISIN DE000A0H08P6 / WKN A0H08P, ISIN DE000A0H08M3 / WKN A0H08M) mit Unternehmen des Einzelhandels sowie des Öl- und Gassektor tendenziell verkauft worden seien. Laut Roelofs hätten sich Anleger bei ETFs mit Aktien der Lebensmittel- und Getränkebranche (ISIN FR0010344861 / WKN LYX0AR) sowie aus dem Gesundheitsbereich (ISIN LU0292103222 / WKN DBX1SH) positioniert. Breite Rohstofffonds (ISIN DE000A0H0728 / WKN A0H072, ISIN FR0010270033 / WKN A0JC8F) hätten hingegen auf den Verkaufslisten gestanden.
Der Handel mit Schwellenländer-Produkten dümple weiter vor sich hin. Das große Thema fehle. Investoren würden sich den Händlern zufolge mal positiv, mal negativ gestimmt zeigen. Etwa sei Roelofs zufolge auf Indexfonds (ISIN FR0010312124 / WKN LYX0AB, ISIN DE000A0HGZV3 / WKN A0HGZV, ISIN DE000A0MSAE7 / WKN A0MSAE) mit asiatischen, osteuropäischen und BRIC-Aktien gesetzt worden, während ETFs, die nur den russischen Markt abbilden würden, abgestoßen worden seien. Die DekaBank habe einen kleinen Verkaufsüberhang bei Schwellenländer-ETFs ausgemacht, speziell Indexfonds mit taiwanesischen und russischen Dividendentiteln seien abgegeben worden. (07.06.2011/fc/a/f)
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